Der Aufstieg Asiens- Chance oder Bedrohung für den Westen?

Unser Egoismus hat die sog. Ellenbogengesellschaft hervorgebracht.

Also ich weiss ja nicht, ob man, wenn es um das eigene Überleben geht, von Egoismus reden kann. Ich will überleben, also bin ich egoistisch? Das kanns net sein.

Im übrigen haben wir - noch - keine Ellenbogengesellschaft. Wir haben lediglich Angst, dass wir eine bekommen könnten, wenn der normale Mensch auf der Strasse nicht mehr weiss, wovon er sein nächstes Essen und seine nächste Miete bezahlen soll.

bei der Wirtschaft will man keine Barrieren haben, alles soll sich selbst regeln.

Dass das nicht geht ja nicht gehen kann ist offensichtlich: Die Menschen verhalten sich auch in der Wirtschaft so wie im privaten Leben: Gibt es keine sichtbaren Barrieren, dann verhalten sie sich auch entsprechend, d.h. der Stärkere (oder der, der seine Ellenbogen stärker einsetzt als andere) gewinnt

Das "Gewinnen" ist doch nicht das Problem. Das Problem ist, dass vom Gewinnen die eigene Existenz abhängt, und dass derjenige, der nicht gewinnt, irgendwo anders gewinnen muss, damit er weiter existieren kann. Das ist das Grundproblem am Kapitalismus, und genau das muss von Regierungsseite so eingedämmt werden, dass alle davon profitieren können.

Ich stimm dir zwar grundsätzlich zu, für mich hat das aber nichts mit Egoismus zu tun. Im Wettkampf gewinnt immer das Maximalstprinzip, unabhängig davon, ob man es selbst befürwortet oder ablehnt.


Untauglicher Vergleich, denn Junkies sind nicht mehr Herren ihrer selbst.

Sehr wohl tauglich, denn Junkies (auch wenn's da Abstufungen gibt) haben den von dir so favorisierten Egoismus zur Perfektion erhoben. Sie denken nur an sich und sind Meister darin, sich auf Kosten anderer zu "bereichern". Deiner Meinung nach müssten sie, zumindest geldmässig, die vollkommen Erfolgreichen sein.

Ebenfalls untauglicher Vergleich: Hatz-4-Empfänger bekommt das, was ihm zusteht, schon richtig, denn er kann die Höhe der Einnahme normalerweise nicht manipulieren. Aber Bankmanager kann das schon, denn er bekommt mehr, wenn er mehr „verkauft“ – zu welchen Preis und ob dabei was auf der Strecke geblieben ist, interessiert nicht, er hat ja seinen Vertrag, den er mit einem Menschen ausgehandelt hat, der u.a. auch von seinem „Erfolg“ profitiert: Je mehr seine Mannschaft „verdient“, desto mehr „verdient“ auch er.

Schön wärs, und wenn's so wäre, würde sich wohl keiner aufregen.

Hartz-4-Empfänger können nichts manipulieren? Florida-Rolf ist nur ein Fake?

Und die Bankmanager, die, trotz dass sie ihre Bank fast in den Ruin getrieben haben, jetzt immer noch Millionen-Boni kassieren (oder Millionen-Abfindungen, wenn sie vorzeitig wegen Unfähigkeit entlassen werden), verdienen ihre Millionen nur durch Manipulation?

Sorry, aber: Vertrag ist Vertrag. Ein Hartz-4-Empfänger würde auch das Doppelte nehmen, wenn er das Recht oder die Chance dazu hätte. Selbst wenn es den Staat in den Ruin treiben würde. Der Staat hat ja wirklich die Wahl, wieviel er ausgibt. Die Bank auch. Wir leben in einer Gesellschaft, wo dir ständig eingeredet wird "Du bist schön blöd, wenn du das Geld nicht nimmst". Ist das jetzt Egoismus?

Ja, natürlich hat Kommunismus versagt: Er ist an Egoismus der Menschen gescheitert, denn die haben möglichst nicht so viel gearbeitet wie sie eigentlich könnten und gleichzeitig mehr genommen als sie brauchten.

Denkst du das wirklich?

Ich mein: Ja, der Kommunismus hat versagt. Aber nicht aufgrund irgendwelcher Egoisten. Das Problem war zum Teil die verhinderte Kommunikation, zum Teil der fehlende bzw gebremste Wettbewerb, zum Teil die zentrale Steuerung von so ziemlich allem, die ebenfalls mehr gebremst als beschleunigt hat. Die Menschen im Sozialismus konnten sein, wie sie wollten, systembedingt hat es nichts genützt. Ich lass mir nicht erzählen, der Sozialismus sei an den Menschen gescheitert, weil der Mensch von Natur aus egoistisch sei. Der Sozialismus wäre auch bei purem Altruismus gescheitert.

Der Sozialismus war ein System, und dieses System ist gescheitert. Weil es nur alter, feudalistischer Wein in neuen, sozialistischen Schläuchen war.
 
In einer marktwirtschaftlichen Ordnung verhält sich der Mensch sehr wohl anders als im Kommunismus.

Ja, das liegt aber an den Rahmenbedingungen. Der Mensch per se ändert sich nicht, da hat Erpan schon recht.

Er kann seine Kreativität enfalten, hat Rechtssicherheit, hat individuelle einklagbare Rechte und Eigentum.
Alles Dinge, die er im Kommunismus nicht hatte.

Schon richtig, aber jetzt stell dir mal vor, jemand kommt und sagt "OK, die letzte Fassung vom Kommunismus war nix, aber Version 2.0 wird echt super, mit eingebauter Rechtsicherheit, voll individuell einklagbaren Rechten und genügend Eigentum, um glücklich zu sein, und ohne kreative Grenzen." Ja, nun erklär den (oder mir) mal, warum das nicht möglich sein sollte. Und warum die Leute beim nächsten Totalcrash des "Kapitalismus" nicht darauf umschwenken sollten.


Dass Unfreiheit zu psychischen Deformationen und Krankheiten führt, hat die Psychologie gezeigt.
Vor allem an unseren geschätzten Mitbürgern aus dem ehemals real existierenden Elend namens DDR.

Naja, wir waren etwas deprimierter als der Westen, aber krank? Weiss nicht, ob man das so nennen kann. Konrad Weiss hat mal nach der Wende gesagt, alle DDR-Bürger müssten eigentlich erst mal auf die Couch. Ich hab ihn nie gemocht. Klar, manchen musste man erst mal die Angst vor diesem System nehmen (mir auch), aber das war's dann auch schon. Die Wessis haben auch nur mit Wasser gekocht. So kaputt, wie wir immer gemacht werden, waren wir nicht. OK, die meisten sind duckmäuserischer als die Wessis. Aber das legt sich auch langsam. Und es galt nie für alle. für mich schon gar nicht.
 
@PT: (177)

Danke.
Ich meinte mit dem Psychoanalytiker Konrad Weiß.
Was von seinen Ergebnssen zu halten ist? Hm...man sollte es nicht überbewerten.

Ich mein: Wenn du das, was du unter "Kommunismus 2.0" einführst, noch Kommunismus nennst....
Es hat doch eher Elemente einer Demokratie mit sozialer Marktwirtschaft.

-Sicher, dass sich Menschen im Kapitalismus anders verhalten, liegt an der Rahmenbedingungen.
Einverstanden.
Diese Rahmenbedingungen sind einfach besser als die Rahmenbedingungen im Kommunismus.
Entscheidend ist immer, was hinten rauskommt.
Entscheidend ist das Ergebnis.

Im Grunde genommen ist diese Diskussion hier doch schon so alt wie der kapitalismus und der Kommunismus.
Nach jeder Wirtschaftskrise schreinen die Kassandra-Rufer: "Der Kapitalismus hat endgültig abgewirtschaftet. Es stellt sich die Systemfrage", Etc...
Und bisher hatten sie immer unrecht.

Und den Grund dafür hab ich genannt: Die Marktwirtschaft ist ein flexibles und lernfähiges System.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
@Konrad Weiß

Alle Bürger der ehemaligen DDR gehören auf die Couch???

Da gehören eher viele Mitglieder von LIT hin! (Lach)

lg
"rosi" (Johannes)

Ps:NEIN, PT: DU bist damit NICHT gemeint.

Ernsthaft: Ich denke, die Mentalitätsunterschiede haben sich nach über 20 Jahren bereits ziemlich eingeebnet, und spätestens in 10 bis 15 Jahren dürfte das kein Thema mehr sein
 
@Konrad Weiß

Alle Bürger der ehemaligen DDR gehören auf die Couch???

Da gehören eher viele Mitglieder von LIT hin! (Lach)

lg
"rosi" (Johannes)

Ps:NEIN, PT: DU bist damit NICHT gemeint.

Ernsthaft: Ich denke, die Mentalitätsunterschiede haben sich nach über 20 Jahren bereits ziemlich eingeebnet, und spätestens in 10 bis 15 Jahren dürfte das kein Thema mehr sein

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung:D
 
Naja, wir waren etwas deprimierter als der Westen, aber krank? Weiss nicht, ob man das so nennen kann. Konrad Weiss hat mal nach der Wende gesagt, alle DDR-Bürger müssten eigentlich erst mal auf die Couch. Ich hab ihn nie gemocht. Klar, manchen musste man erst mal die Angst vor diesem System nehmen (mir auch), aber das war's dann auch schon. Die Wessis haben auch nur mit Wasser gekocht. So kaputt, wie wir immer gemacht werden, waren wir nicht. OK, die meisten sind duckmäuserischer als die Wessis. Aber das legt sich auch langsam. Und es galt nie für alle. für mich schon gar nicht.

Ich habe nun als Angehöriger der Militärmissionen genug Zeit damit verbracht
um die jeweiligen Zustände ausreichend zu analysieren und das Ergebnis ist
für jeden Sachkundigen in Ost und West gleichermaßen deutlich.

Die DDR-Bürger lebten unter der großen Käseglocke, "beschützt" und
"bewacht" von einem unfrei gewählten Terrorapperat namens SED,
Freiheiten wie Ausreise, oder Urlaub im NSA waren mit Strafe bedroht,
unter diesem Umständen hatte Konrad Weiss mit seiner These absolut
recht.
 
Ich bin es leid, in diesem Thread zu posten, denn auch dann, wenn ich etwas ganz Offensichtliches poste, wird mit einfachen Behauptungen widersprochen - Beispiele: religiös begründete Kriege in Irland, Bosnien und Kosovo waren keine Kriege, nur um die unhaltbare These aufrecht erhalten zu können, Europa lebt seit 1945 in Frieden. Oder: Ich sagte, Junkies sind nicht Herren ihrer selbst und daher für einen Vergleich zum Thema menschliches Egoismus untauglich, und die Antwort heißt dann: Sie sind es doch.

Zum Abschied ein Zitat aus der Taz:

Taz: Wenn Sie keine konkreten Vorschläge für die Revolution haben, werden Sie doch mal konkret in Ihrer Kritik am Bestehenden.

Zizek: Die Sozialdemokratie in Europa wird geschwächt. Die Zukunft besteht in liberalem Kapitalismus und fundamentalistischer, nationalistischer, gegen Immigranten gerichteter Reaktion. Berlusconi könnte das Gesicht der Zukunft sein. Er ist eine Art Groucho Marx an der Macht. Es könnte ein neuer Autoritarismus entstehen, in dem lediglich die kleinen Freiheiten der Sexualität und des Konsums bestehen. Und die Finanzkrise ist nicht der Anfang vom Ende, sondern nach Naomi Klein eine Schocktherapie, die den Kapitalismus stützt.
 
@Erpan

Ich bin es leid, in diesem Thread zu posten, denn auch dann, wenn ich etwas ganz Offensichtliches poste, wird mit einfachen Behauptungen widersprochen - Beispiele: religiös begründete Kriege in Irland, Bosnien und Kosovo waren keine Kriege, nur um die unhaltbare These aufrecht erhalten zu können, Europa lebt seit 1945 in Frieden. Oder: Ich sagte, Junkies sind nicht Herren ihrer selbst und daher für einen Vergleich zum Thema menschliches Egoismus untauglich, und die Antwort heißt dann: Sie sind es doch.

Zum Abschied ein Zitat aus der Taz:

Taz: Wenn Sie keine konkreten Vorschläge für die Revolution haben, werden Sie doch mal konkret in Ihrer Kritik am Bestehenden.

Zizek: Die Sozialdemokratie in Europa wird geschwächt. Die Zukunft besteht in liberalem Kapitalismus und fundamentalistischer, nationalistischer, gegen Immigranten gerichteter Reaktion. Berlusconi könnte das Gesicht der Zukunft sein. Er ist eine Art Groucho Marx an der Macht. Es könnte ein neuer Autoritarismus entstehen, in dem lediglich die kleinen Freiheiten der Sexualität und des Konsums bestehen. Und die Finanzkrise ist nicht der Anfang vom Ende, sondern nach Naomi Klein eine Schocktherapie, die den Kapitalismus stützt.

Reg dich ab.

Wenn du das Offensichtliche nicht verstehst, ist das dein Problem und nicht das von mir und "Popping Tom."

- Ich bestreite nicht, dass es Kriege waren (Nordirland-Konflikt, die Balkan-Kriege seit Anfang der 90iger Jahre).
Ich sage, diese wenigen Kriege widersprechen nicht meiner Behauptung, Europa würde seit 1945 die längste Friedensperiode seiner Geschichte erleben.
Das ist historisch korrekt.
Schau dir die Geschichte Europas an.
Du wirst keine Periode in der europäischen Geschichte finden, wo so viele Völker und Staaten so lange friedlich und kooperativ miteinander lebten, wie im Europa seit 1945.

Aber wurscht: ZIZEK verkauft altbekannte Kapitalismus-Kritik in neuen Schläuchen,und nicht mehr.
Die üblichen Floskeln, die diese Leute immer vertreten.
Das zeigt das Zitat in deinem Posting.
ZIZEK hat keine konkreten Vorschläge für die Revolution? Das wundert mich nicht. Deshalb einfach ein bisserl kapitalismuskritisches Dampfgeplauder aus der Mottenkiste der linken Kapitalismuskritik.

Früher wäre eine Krise wie die von 2008 und die Jetzige ein Fest für Kommunisten gewesen und hätte kommunistischen Bewegungen und Parteien Auftrieb gegeben.
Und heute?
Es gibt keine weltweite kommunistische Bewegung mehr. Keine kommunistische Partei in Europa konnte von der Krise bei Wahlen signifikant profitieren.
Alleine das zeigt: Der Kommunismus ist tot. Als politische Ideologie und als politische Bewegung. Er lockt keine Sau mehr hinter dem Ofen hervor.

Und dass ZIZEKs abenteuerliche Prognose eintritt, ist mehr als fraglich.
Es sieht eher danach aus, als würde Europa diese Krise gut überstehen.
Griechenland ist nicht Europa.
Als Ganzes gesehen; den gesamten Euro-Raum betrachtet; ist der Euro recht stabil. Die Inflationsrate ist niedrig, etc...

Leute wie ZIZEK und seine Epigonen stellen Ursache und Wirkung natürlich auf den Kopf.
Es sind keineswegs die Banken, die die Politik beherrschen.
Es war eine Kette POLITISCHER FEHLENTSCHEIDUNGEN, die die Krise ermöglicht haben (Falsche Gesetze, wie bsp die Öffnung Deutschlands für den Verbriefungsmarkt, etc...)
Die Krise kann durch die richtigen politischen Entscheidungen auch wieder behoben werden, was bereits passiert.
Im Unterschied zu ZIZEK haben rationale Betrachter (die für ZIZEK wohl "konservativ", "bürgerlich" oder gar "reaktionär" sein dürften) praktische Lösungen anzubieten.

-Und das Thema "Egoismus und Junkies" überlasse ich "Popping Tom."

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Gestern ist die Bombe in China geplatzt, das bisherige Wachstum
beruhte vorwiegend auf "grauen Krediten", d.h. Kredite von
Geldverleihern an den Mittelstand mit Wucherzinsen von über
40%, die Blase mußte irgendwann platzen.

Reguläre Bankkredite werden nur an die Großfirmen gegeben,
viele Hundert an Mittelständerln sin mittlerweile auf der Flucht
vor den Geldeintreibern, Löhne werden keine mehr ausgezahlt
und die Leute entlassen.

Selbst die oberste Parteiführung ist mittlerweile involtiert
und sucht nach Auswegen aus der Krise, das bisherige
Volumen an faulen Krediten hat einen Umfang von
1.200.000.000.000.- €uro, i.W. eins komma zwei Billionen.
 
@SLAVOJ ZIZEK

Er ist LACANIANER; glücklicherweise ein nicht praktizierender.
Was von LACAN und seinem abstrusen System zu halten ist, wurde bereits gezeigt (Im Thread "Was haltet ihr von Inzestgeschichten?" v "Kojote")

ZIZEK bezeichnet sich selbst als "Linksradikalen" und "altmodischen Marxisten."
Das merkt man an seinen Thesen und Schriften.

Einflussreich ist er nur innerhalb der Linken.

Wenn "Erpan" nicht mehr zu bieten hat unter den lebenden Philosophen als den "altmodischen Marxisten" ZIZEK, ist es kein Wunder, dass er bei vielen Themen auf dem falschen Dampfer ist.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
@SLAVOJ ZIZEK (2)

Es kommt nicht darauf an, ob ein Philosph schon tot ist oder noch lebt, sondern ob er etwas Neues und Vernünftiges zu sagen hat, und das ist bei ZIZEK eindeutig nicht der Fall.

ZIZEK präsentiert ein ungeniessbares Gebräu aus Alt-Marxismus, Neo-Marxismus (hier besonders die "Frankfurter Schule"; HERBERT MARCUSEs "Konzept" der "Repressiven Toleranz"), Strukturalismus, Poststrukturalismus und Postmodernismus.

Er ist genau das, was KARL POPPER einen "Philosophischen Verbalmystiker" nannte.
ZIZEK operiert mit diffusen inhaltsleeren Befriffen, mit Neologismen, die inhaltlich nicht greifbar sind und sich einer empirischen Überprüfung entziehen.
Das gilt erst recht für seine Theorien, sofern er überhaupt welche aufstellt.

Seine Rezeption von HEGEL, MARX und selbst von seinem Idol LACAN ist lückenhaft und fehlerhaft, wie ihm viele Kritiker nachgewiesen haben.
Andreas Doerschel nennt ihn einen "Scharlatan" und einen "Philosophen des Wirren."

Im Netz findet man eine Menge Literatur von und über ZIZEK.
Da kann sich jeder selbst ein Bild machen.

-Die Aktualität und Brauchbarkeit von POPPERs "Kritischem Rationalismus" ist hingegen weitestgehend unbestritten in der modernen Philosophie.
Das zeigen unter anderem der Sammelband: "Kritischer Rationalismus heute" und NASSIM TALEB: "Der schwarze Schwan."
(Bonmot am Rande: Taleb war auch einmal Börsenmakler)

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
@Moderne Philosophie/Moderne Philosophen

Ich empfehle THOMAS METZINGER, der sich vor allem mit einem Thema beschäftigt, das auch wir hier diskutieren; nämlich dem menschlichen Egoismus, und die Gründe für diesen.

METZINGER arbeitet an der Schnittstelle von Philosophie und moderner Neurobiologie/Neuropsychologie, deren aktuelle Erkenntnisse er in seine Philosophie einbaut. (Hier besonders zu empfehlen seine jüngste Veröffentlichung "DER EGO- TUNNEL")

METZINGER entwickelt eine Theorie der Reflexivität und des Bewusstseins.
METZINGER entwickelt ausserdem eine "NEURO-ETHIK".

Er ist mit seinen Befunden und Schlussfolgerungen wesentlich empirischer und auf sichererem wissenschaftlichem Terrain als der Dampfplauderer und Verbalmystiker ZIZEK, der nur altbekannte und längst wiederlegte Vulgär-Kapitalismuskritik und Vulgär-Kulturkritik betreibt.

lg
"rosi" (Johannes)

Ps: Das Beispiel des deutschen Philosophen THOMAS METZINGER zeigt, dass Deutschland auch heute durchaus noch das Land der Denker sein kann.

Und bei GERMAN- LIT zeige das unter anderem ich, "Rosi", "The One + Only."
(Lach)
Okay, ich zeig es aber nicht alleine...
 
Last edited:
Ich bin es leid, in diesem Thread zu posten, denn auch dann, wenn ich etwas ganz Offensichtliches poste, wird mit einfachen Behauptungen widersprochen - Beispiele: religiös begründete Kriege in Irland, Bosnien und Kosovo waren keine Kriege, nur um die unhaltbare These aufrecht erhalten zu können, Europa lebt seit 1945 in Frieden. Oder: Ich sagte, Junkies sind nicht Herren ihrer selbst und daher für einen Vergleich zum Thema menschliches Egoismus untauglich, und die Antwort heißt dann: Sie sind es doch.

Erpan, wir wolln doch mal eins klarstellen: jeder hier hat das Recht, alles und jeden in Zweifel zu ziehen, solange er dafür nennenswerte Gründe angeben kann. Auch dass deiner Meinung nach so Offensichtliche gehört dazu, und es wundert mich, dass gerade du, der doch die Fahne der Toleranz und der totalen Redefreiheit so hochhält, jetzt so schnell den Kopf einziehst, nur weil deine doch so offensichtlichen Argumente mal mit begründeten Gegenargumenten auseinandergenommen werden. Das gehört nun aber mal zur Diskussion dazu. Jeder hat ja schliesslich eine Meinung, die irgendwoher kommt, und wenn er diese Meinung auch begründen kann, muss man diese Gründe ernst nehmen und drauf eingehen. Ich mach das jedenfalls mit jeder Meinung hier (solange die Verarschung nicht offensichtlich ist...)

Es ist nicht mein Problem, wenn das von dir so offensichtlich gesehene von uns ganz anders gesehen wird und du unsere Gründe dafür nicht einsehen willst. Im Grunde verhältst du dich dabei genauso wie die Leute, die du hier so oft kritisierst.

Und es ist nun mal ein Fakt, dass Europa seit 1945 die längste Friedensperiode seiner Geschichte erlebt hat, daran ändern auch dir von dir genannten regionalen Konflikte (und nichts anderes waren sie) überhaupt nichts, schliesslich kann man nur dann von einen europäischen Krieg reden, wenn sich mindestens 2 europäische Länder im Krieg befinden. Sicher, den Militäreinsatz gegen Serbien in der Kosovo-Frage könnte man strenggenommen als Krieg betrachten, nur ist da weder Serbien in ein fremdes Land einmarschiert, noch hatte die NATO das Ziel, Serbien zu erobern. Der Kosovo-Konflikt ist auch bisher noch ein innerserbischer Konflikt, bei dem die NATO damals nur unterstützend eingriff, um eine friedliche Lösung herbeizuführen. Deswegen konnten auch viele Grüne trotz ihres oftmals fundamentalen Pazifismus diesen Einsatz überhaupt zustimmen.

Krieg sieht anders aus, und ich rate dir, dich mal mit der europäischen Geschichte auseinanderzusetzen, und den Gründen, die zum ersten und zweiten Weltkrieg geführt haben. Europa war bis 1945 immer irgendwie im Krieg, Spanier gegen Briten, Briten gegen Franzosen, Franzosen gegen Deutschland, Deutschland gegen Polen oder Russland, Ungarn gegen Österreicher...usw. Das alles ist seit 1945, mit der Gründung der EU auf der einen und dem RGW auf der anderen Seite, auch wenn letzterer inzwischen wieder zusammengebrochen ist, aus der Welt geschafft. Man löst die Dinge friedlich, man arbeitet zusammen. Das ist das Offensichtliche , was ich sehe.


Genauso mit den Junkies: Ray Charles, um jetzt nur ein Beispiel zu nennen, war bis ins hohe Alter ein Junkie, und trotzdem noch Herr über sich selbst genug, um erfolgreich zu sein. Die ganze neuere Musikgeschichte ist voll von Junkies, die erfolgreich waren und sind. Klar, als Junkie ist man eigentlich krank, aber diese Beispiele widersprechen deiner These, dass sie nicht mehr Herr über sich selbst seien. Und es ist nun mal ein Fakt, dass die egoistischsten Menschen, die ich je kennengeklernt habe, nun mal Junkies waren - und sonst gar nichts. Und dass die erfolgreichsten Menschen, die ich je kennengelernt habe - und da waren auch Millionäre drunter - nun mal alles andere als egoistisch waren. Egozentrisch, ja, geizig, ja, aber nicht egoistisch.

Ich versteh sowieso nicht, warum gerade du, der den Begriff "Egoismus" so typisch hochnäsig-intellektuell verwendet, dass er selbst den täglichen Existenzkampf des Menschen als "Egoismus" bezeichnet, nun beim täglichen Kampf des Junkies um seine paar Gramm Stoff einen Rückzieher machst. Und Altruismus mit Egoismus gleichzusetzen ist ja nun mal so, als ob du mir erzählen willst, Schwarz und Weiss seien eigentlich dasselbe. Egoismus wird durch solche durchschaubar scheinheiligen Spielchen nicht plötzlich positiv, da pass ich schon auf. Du musst da schon mit nachvollziehbaren Argumenten kommen.
 
Ich empfehle THOMAS METZINGER, der sich vor allem mit einem Thema beschäftigt, das auch wir hier diskutieren; nämlich dem menschlichen Egoismus, und die Gründe für diesen.

Rosi, nichts gegen Metzinger, aber ich hab so mein Problem mit dem Begriff "menschlicher Egoismus". Ich weiss noch nicht einmal, ob man damit sagen will "Der Mensch ist ein Mensch, weil er schon immer egoistisch war und ist" (dem widersprech ich natürlich) oder "Es ist gar merkwürdig, dass der Mensch, obwohl er doch ein Mensch ist, gar so egoistisch ist", was ich aber nicht verwunderlich finde, da der Mensch zum grössten Teil immer nur so egoistisch ist, wie wir es ihm erlauben und er es selbst sein will trotz der Tatsache, dass ihn das Sympathien kostet.

Zudem reden manche Leute von Egoismus, wenn sie eigentlich Egozentrik meinen, was aber nicht dasselbe ist.

Als ich mal als Web-Programmierer gearbeitet habe, war meine Projektleiterin Sternbild Widder, und eines Tages sagte sie mal so schön "Ja, ich bin so ein richtig typischer Widder, naiv und egoistisch." In Wirklichkeit hat sie sich aber nur naiv gegeben, weil sie das sympathischer gemacht hat. Und egoistisch war sie weiss Gott nicht, sie hat mir sogar zu meinem Geburtstag nen richtiges Gedeck mit Kerze und Kuchen hingestellt, das hat da sonst keiner mit niemanden gemacht. Ich hab aber gemerkt: wenn man ihr erlaubt, egoistisch zu sein, blüht sie richtig auf. Bei mir ist es ja genau umgekehrt, wenn ich egoistisch sein darf, werd ich verdammt unsicher. Ich brauch das Gefühl, dass ich das, was ich bekomme, auch verdient habe.
 
@Popping Tom (189)

Ich bin mit allem einverstanden, was du da schreibst.

Ich finde einfach, METZINGER bewegt sich mit seinen Thesen und Schlussfolgerungen auf empirischem Grund, da er die Ergebnisse der modernen Neurobiologie/Neuropsychologie in seine Arbeiten mit einbezieht, was viele andere moderne Denker nicht tun.

Der Unterschied zwischen Egoismus und Egozentrik ist zentral.
So kann Egozentrik ein grosser Antrieb sein für Leistung, und zwar für Leistung, die vielen zugute kommt.

Dasselbe gilt für den Narzissmus.
Eine gewisse Eigenliebe-einen gewissen Narzissmus- haben wir alle, und der ist auch nötig.
Es kommt- wie bei so ziemlich allem- auf das Maß an.

Bei Drogen kommt oft vieles zusammen: Egozentrik, Nazissmus,und Unsicherheit, die durch Erfolg kompensiert wird, etc...
Musiker sind da ein prima Beispiel.
Du hast RAY CHARLES genannt.
Ich nenne ELTON JOHN, der fast 2 Jahrzehnte drogensüchtig war.
Oder ROBBIE WILLIAMS, der als Grund, als Antrieb für seinen Erfolg mal angegeben hat: "Ich wollte unbedingt berühmt werden."
Jetzt sind ELTON JOHN und ROBBIE WILLIAMS wohl beide im Übermaß egozentrisch und narzisstisch- aber schaden sie damit jemandem???
Nein.
Und dass sie ne Menge Kohle machen? Völlig okay. Sie haben eben ein Talent, das nur wenige haben. Sie produzieren Dinge, die vielen Millionen Menschen gefallen und Freude machen, und die gerne dafür bezahlen.
Kapitulismus und Freiheit at its Best.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
back to topic!!!

Hier ein paar kostenlose Insider-Informationen von Hartgeld.com für die armen LIT-Stooges, die im Glauben an den chinesischen Tiger-Aufschwung, ihre letzten Kröten in chinesische Immobilien investiert haben:

*****
[6:00] Der Immo-Crash ist da, Preise im freien Fall: Property Prices Collapse in China. Is This a Crash?

[15:00] Leserzuschrift-DE - Immopreise sinken um 25% in 2 Wochen:

habe gerade mit meinem chinesischen Partner in China ( aufstrebende boomende Stadt mit Fokus auf internationalen Handel) telefoniert.

Die Immobilienpreise sind die letzten 14 Tage wirklich um 25 % vom Top gesunken. Noch schlimmer, beim Versuch eine Immobilie abzustoßen findet man keine Käufer. Die wollen alle abwarten was passiert.

Diese Sinkgeschwindigkeit ist einmalig. Offenbar werfen jetzt die grossen Developer ihre Wohnungen in Panik auf den Markt und Kredite zurückzuzahlen. Der China-Crash ist im vollen Gang.

*****

Hätten die Stooges mal besser auf die ,Wahrhaftigen' gehört! :rolleyes: Aber, sie lernen es einfach nicht ... :D
 
Back
Top