Auden James
Erotist
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- Aug 13, 2008
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Wenn der Leser bereits weiß, daß ihr Freund auch ihr Verlobter ist, so ginge diese Hervorhebung in meinen Augen u. U. bereits in Richtung Bevormundung bzw. Unterforderung des Lesers. Wieso sollte der Leser nicht in der Lage sein, seine eigenen Schlüsse zu ziehen, was das Verhältnis der Freundin zu ihrem Freund anlangt? Machte dies nicht überdies eine Geschichte interessanter, wenn der Erzähler sich einem nicht ständig aufdrängte?„Mein Freund hat mir den Tanz bestellt.“ Sie sagte nicht Verlobter.
Das ist einerseits völlig redundant - wir hören ja, welche Bezeichnung dier Protagonistin für ihren Freund wählt, eben Freund, fertig. Auf der anderen Seite betone ich damit, dass sie eben nicht von ihrem Verlobten spricht, weil sie sich in dem Moment von ihrem Verlobten distanziert. Sie bezeichnete ihn gerade nicht als ihren Verlobten, sondern nur als Freund - das könnte auch ein platonischer Freund sein.
Abgesehen davon ist mir auch nicht ganz klar, was TiefImWesten mit seiner Eingangsfrage (die auf eine pauschale Antwort abzuzielen scheint) eigentlich bezweckt; wie eine Szene dargestellt wird, hängt doch immer auch davon ab, wieso sie überhaupt dargestellt wird, weshalb es also keine pauschale Antwort auf jene Eingangsfrage geben kann, da TiefImWesten schließlich nicht anführt, wieso die besagte Szene überhaupt dargestellt werden sollte.