Lesenswerte Geschichten seit 2017

Welche Wörter waren das, die Du im Duden nachschlagen mußtest? Wenn Du so freundlich wärst, mir diese mitzuteilen, könnte ich sie in Zukunft versuchen zu vermeiden und durch verständlichere Wörter ersetzen!

MfG
Auden James

Also habe ich mich erneut durch deinen Kommentar gequält. Hier sind zwei Beispiele:

auktorialen Modus
intradiegetisch

Obwohl du dir sicher denken kannst, dass die meisten User diese Begriffe nicht kennen dürften, verwendest du sie. Weil dir egal ist, ob man dich versteht oder weil du deine sprachliche Überlegenheit zum Ausdruck bringen möchtest?

swriter
 
Fachtermini

auktorialen Modus
intradiegetisch

Obwohl du dir sicher denken kannst, dass die meisten User diese Begriffe nicht kennen dürften, verwendest du sie. Weil dir egal ist, ob man dich versteht oder weil du deine sprachliche Überlegenheit zum Ausdruck bringen möchtest?
Ah, vielen Dank für diesen Hinweis!

Ich dachte mir schon, daß es die erzähltheoretischen Fachbegriffe sein könnten, die Du für unverständlich hältst. Ich verwendete sie jeweils an Stellen, die sich vordergründig an Faith selbst richteten (z. B. leitete ich den Satz, der „intradiegetisch“ enthält, mit der Formulierung ein: „Aber angenommen, der Autor wußte, was er da schrieb ...“), der als ambitionierter Autor mit den Grundlagen der Erzähltheorie vertraut sein oder jedenfalls nicht abgeneigt sein dürfte, sich im Fall des Falles mit diesen vertraut zu machen. Auch verwendete ich den Ausdruck „auktorialer Modus“ zur Kennzeichnung spezieller Textpassagen, für die es mir nicht angebracht erschien, sie detailliert nachzuerzählen, sondern eben in ihrem Wesen mit einem griffigen, aus der Fachsprache entlehnten Ausdruck zu erfassen. Es handelte sich also um reichlich spezielle Kontexte, in denen ich jene Ausdrücke verwendete, weshalb die Verwendung spezieller Begriffe mir nicht gerade abwegig erscheint! (Auch habe ich so meine Zweifel, daß weniger umfängliche Kommentare – und mein Kommentar zu „BellaPorn - Lustobjekt 01“ ist selbst für meine Verhältnisse außerordentlich umfänglich – überhaupt genügend Raum böten, um auf derart spezielle Kontexte einzugehen …)

Kurz zur Erklärung der Begriffe: der Modus beschreibt die Distanz und Perspektive des Erzählens, die nach Genette wesentlich die „Regulierung der narrativen Information“ übernehmen (siehe dazu: Genette, Gérard: Die Erzählung. 3. durchg. u. korr. Aufl. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2010, S. 115); wenn nun ein hinreichend großer Grad an Mittelbarkeit und eine deutlich wahrnehmbar eigenständige Erzählstimme zusammenkommen, dann wirkt die entsprechende Textstelle auktorial, d. h. so als ginge sie tatsächlich auf den Autor selbst – und nicht die jeweilige fiktionale Erzählerfigur! – zurück; und intradiegetisch stammt begrifflich ebenfalls ursprünglich von Genette, wobei der Begriff bei ihm allerdings in einem komplexen Kontext steht (siehe dazu: Genette: Die Erzählung, S. 225 ff.), hier allerdings nur soviel sagen will wie: auf die Ebene der jeweiligen erzählten, d. h. fiktionalen, Welt bezogen, in der das Erzählte stattfindet.

Falls Du Dich genauer mit den Grundlagen der Erzähltheorie vertraut machen willst, so sei gleich angemerkt, daß Genettes Terminologie bzw. Theorie nicht ganz unumstritten ist. Alternative Ansätze findest Du beispielsweise in:
  • Bode, Christoph: Der Roman. Eine Einführung. 2. erw. Aufl. Tübingen/Basel: Francke 2011.
  • Schmid, Wolf: Elemente der Narratologie. 3. erw. u. überarb. Aufl. Berlin: De Gruyter 2014.

Ich hoffe, ich konnte Dir somit zu einem besseren Verständnis verhelfen!

MfG
Auden James
 
Last edited:
... erzähltheoretischen Fachbegriffe ... Grundlagen der Erzähltheorie ...

Es ist doch ganz einfach: Schreibst du Kritiken, um Autoren A) zu helfen oder um sie B) in ihre Schranken zu verweisen, mit deinem Wissen zu protzen und dich dadurch diesen Ameisen überlegen zu fühlen?

Die meisten anderen Menschen machen Ersteres.
 
Spaß am Schreiben

Er mag dir geholfen haben deine Leistung zu beurteilen, Faith, andere hat er um den Spaß am Schreiben betrogen.

Deine Sena

Hallo Sena,

Ich beobachte immer wieder, dass sich Autoren wie kleine Kinder verhalten, wenn ihre Geschichte nicht die „tollste“ ist. Und da reicht es meist, wenn es einem von zehn nicht gefallen hat. Da wird dann mit unverhältnismäßigem Kraftaufwand versucht diesen Abweichler zu bekehren. Das gelingt meist nicht und endet in Grabenkämpfen. Dem Verhaltensmuster eines Kindes gleich, kann das zur vollständigen Verweigerung führen.

Ich kann die Reflexe dieses Verhaltensmusters an mir selbst beobachten und versuche es zu unterlassen und dabei geht es nicht um die Person Auden James, sondern um alle kritischen Kritiker. Autoren kritisieren meist kritische Kommentare. Im Umkehrschluss wird Lob nicht hinterfragt, wobei ich bei manchen Lobhudeleien mitunter misstrauischer bin als bei einem klaren Hinweis auf meine Schwächen.

Und wenn Autoren um Nachsicht bei den Kritikern bitten, nicht jeden Makel auszuweiden, so sollten die Autoren auch Nachsicht mit den Kritikern haben und nicht jeden aufgeführten Makel für einen Todesstoß halten. Ich kommentiere zuweilen selbst, und wenn es einem Autor gelingt Erwartungshaltungen aufzubauen, die er dann nicht hält, wird meine Kritik umso deutlicher, weil ich weiß, dass er es gekonnt hätte, aber nicht getan hat.

Wenn man sich bewusstwird, dass die ärgste Kritik das Werk und den Autor nicht zerstören kann, ist alles gar nicht mehr so schlimm. Selbst die destruktivste Kritik kann einen Autor weiterbringen, wenn er die Größe hat, es auszuhalten und zu reflektieren.

Wir alle sind im Kern unseres Wesens unzerstörbar und verhalten uns zuweilen wie nachtragende Porzellanpüppchen und verschwenden so viel Kraft in der Rechtfertigung für Vergangenes, anstatt daraus zu lernen und unsere Kraft für neues zu nutzen.

In diesem Sinne, hat jeder von uns (Autor und Kritiker) noch Hausaufgaben zu machen.

Liebe Grüße
_Faith_
 
Hallo Sena,
...

Ich kann die Reflexe dieses Verhaltensmusters an mir selbst beobachten und versuche es zu unterlassen und dabei geht es nicht um die Person Auden James, sondern um alle kritischen Kritiker. ...

Liebe Grüße
_Faith_

Hier geht es allerdings sehr um die Kritikweise des Benutzers "Auden James". Er scheint partout nicht zu verstehen, wieso ein unbedarfter Hobbyautor stinkig wird, wenn ihm auf extrem herablassende Art und Weise (Auden hat ja freundlicherweise seinen Kommentar zu meiner allerersten Geschichte hier zitiert) klargemacht wird, was für ein kleines, unbedeutendes und unfähiges Würstchen er ist.

Ich kann sehr wohl mit Kritiken umgehen, auch wenn sie (wie damals in deinem Fall) mir harsch vorkommen. Solange ich A) den Inhalt der Kritik auch ohne Germanistik/Literaturstudium verstehe und B) das Gefühl habe, dass der Kritiker sich für meine Geschichte interessiert und nicht nur sich selbst präsentieren will.

Beides fällt mir bei Auden selbst nach Jahren immer noch schwer.

Grüße
Phiro
 
Hallo Sena,

Ich beobachte immer wieder, dass sich Autoren wie kleine Kinder verhalten, wenn ihre Geschichte nicht die „tollste“ ist. Und da reicht es meist, wenn es einem von zehn nicht gefallen hat. Da wird dann mit unverhältnismäßigem Kraftaufwand versucht diesen Abweichler zu bekehren. Das gelingt meist nicht und endet in Grabenkämpfen. Dem Verhaltensmuster eines Kindes gleich, kann das zur vollständigen Verweigerung führen.

Liebe Grüße
_Faith_

Ich gebe dir teilweise recht. Wenn Autoren auf Kritik so reagieren ("Dann lies die Geschichte doch nicht"), dann zeugt das nicht von besonderer Kritikfähigkeit. Wenn ich aber meine Beweggründe aufzeige und erkläre, warum ich es so und nicht anders gemacht habe, dann finde ich das nicht zu beanstanden. Zeigt es doch, dass ich mich mit der Kritik auseinandergesetzt und meine Entscheidung hinterfragt habe (funktioniert natürlich nicht bei echten Fehlern).

Und manchmal haben Kritiker nicht recht oder sind extrem kleinlich, das muss man als Autor nicht unerwidert stehen lassen, denn Schweigen bedeutet oftmals Zustimmung, und die liegt nicht immer vor.

swriter
 
Ich gebe dir teilweise recht. Wenn Autoren auf Kritik so reagieren ("Dann lies die Geschichte doch nicht"), dann zeugt das nicht von besonderer Kritikfähigkeit. Wenn ich aber meine Beweggründe aufzeige und erkläre, warum ich es so und nicht anders gemacht habe, dann finde ich das nicht zu beanstanden. Zeigt es doch, dass ich mich mit der Kritik auseinandergesetzt und meine Entscheidung hinterfragt habe (funktioniert natürlich nicht bei echten Fehlern).

Und manchmal haben Kritiker nicht recht oder sind extrem kleinlich, das muss man als Autor nicht unerwidert stehen lassen, denn Schweigen bedeutet oftmals Zustimmung, und die liegt nicht immer vor.

swriter

Hallo swriter,

ich gebe auch dir teilweise recht, für den Fall, dass ein Kritiker den Text offensichtlich falsch verstanden hat, weil er z.B. ein wichtiges Detail im Text übersah und daraus die falschen Schlüsse zog. Dann sollte man das richtigstellen und dem Kritiker die Möglichkeit geben sein Urteil an den tatsächlichen Inhalt des Textes anzupassen.

Fruchtlos finde ich es hingegen, dem Kommentator zu erläutern, warum man etwas gemacht hat, wie man es gemacht hat. Mit dem Veröffentlichen der Geschichte präsentierst du ein vermeintliches Endergebnis und dazu solltest du stehen können.

Und allzu kleinliche oder ungerechte Kritiker platzen vor Zorn wie Seifenblasen, wenn sie den Autor nicht aus der Reserve locken können, während sich die Welt einfach weiterdreht. Schweigen ist in diesem Fall ein Zeichen von Größe.

Durch das (grundlose) Belehren oder herabwürdigen von Kommentatoren macht sich der Autor kleiner als es ist. Dieses Trauerspiel kann man jeden Tag im Kommentarbereich beobachten. Hier wurde schon angeführt, dass Autoren durch allzu scharfe Kritik vertreiben wurden. Wer weiß wie viele Kommentatoren von undankbaren Autoren vertrieben wurden?

lg
_Faith_
 
Hallo swriter,

ich gebe auch dir teilweise recht, für den Fall, dass ein Kritiker den Text offensichtlich falsch verstanden hat, weil er z.B. ein wichtiges Detail im Text übersah und daraus die falschen Schlüsse zog. Dann sollte man das richtigstellen und dem Kritiker die Möglichkeit geben sein Urteil an den tatsächlichen Inhalt des Textes anzupassen.

Fruchtlos finde ich es hingegen, dem Kommentator zu erläutern, warum man etwas gemacht hat, wie man es gemacht hat. Mit dem Veröffentlichen der Geschichte präsentierst du ein vermeintliches Endergebnis und dazu solltest du stehen können.

Und allzu kleinliche oder ungerechte Kritiker platzen vor Zorn wie Seifenblasen, wenn sie den Autor nicht aus der Reserve locken können, während sich die Welt einfach weiterdreht. Schweigen ist in diesem Fall ein Zeichen von Größe.

Durch das (grundlose) Belehren oder herabwürdigen von Kommentatoren macht sich der Autor kleiner als es ist. Dieses Trauerspiel kann man jeden Tag im Kommentarbereich beobachten. Hier wurde schon angeführt, dass Autoren durch allzu scharfe Kritik vertreiben wurden. Wer weiß wie viele Kommentatoren von undankbaren Autoren vertrieben wurden?

lg
_Faith_


Nur wird bei Auden James nicht der Kritiker runtergemacht sondern der Autor. Und nicht jeder hat die psychische Stabilität und vor allem das sprachliche Verständnis um aus seiner Kritik etwas mitzunehmen. Für mich ist das Ziel von sprachlicher Kompetenz verstanden zu werden. Wenn man aber Kritik auf einem Niveau und eine Art äußert, die den Autor nur schmäht aber nicht weiterbringt, dann ist es keine konstruktive Kritik sondern etwas anderes..., was das kann nur Auden James beantworten.
 
Hallo swriter,

ich gebe auch dir teilweise recht, für den Fall, dass ein Kritiker den Text offensichtlich falsch verstanden hat, weil er z.B. ein wichtiges Detail im Text übersah und daraus die falschen Schlüsse zog. Dann sollte man das richtigstellen und dem Kritiker die Möglichkeit geben sein Urteil an den tatsächlichen Inhalt des Textes anzupassen.

Fruchtlos finde ich es hingegen, dem Kommentator zu erläutern, warum man etwas gemacht hat, wie man es gemacht hat. Mit dem Veröffentlichen der Geschichte präsentierst du ein vermeintliches Endergebnis und dazu solltest du stehen können.

Und allzu kleinliche oder ungerechte Kritiker platzen vor Zorn wie Seifenblasen, wenn sie den Autor nicht aus der Reserve locken können, während sich die Welt einfach weiterdreht. Schweigen ist in diesem Fall ein Zeichen von Größe.

Durch das (grundlose) Belehren oder herabwürdigen von Kommentatoren macht sich der Autor kleiner als es ist. Dieses Trauerspiel kann man jeden Tag im Kommentarbereich beobachten. Hier wurde schon angeführt, dass Autoren durch allzu scharfe Kritik vertreiben wurden. Wer weiß wie viele Kommentatoren von undankbaren Autoren vertrieben wurden?

lg
_Faith_

Konkret zu deiner Geschichte BellaPorn:

Der Kritiker hat mehrere Fundstellen aufgetan, bei denen du ein Komma zu viel gesetzt hast. Hier hast du Null Argumente auf deiner Seite und eine Rechtfertigung wäre albern.

Dann aber wird behauptet, dass sich ein Notar aufgrund seiner Ausbildung und seines vermeintlichen Bildungsstandes nicht so verhalten würde, wie du ihn beschrieben hast. Das sind genau die Kommentare, bei denen ich reagiere. Kennt der Kritiker alle in Deutschland praktizierenden Notare und weiß er bestimmt, dass sich niemand von denen so verhält oder wird hier nur etwas verallgemeinert?

Helios53 (wo ist der überhaupt?) hat zu einer meiner Geschichten geschrieben, dass eine zurückgezogen lebende Frau niemals so viele Kondome in einer Schale aufbewahren würde, wie ich es skizziert habe. Auch hier wieder die Frage, woher der Kritiker die Überzeugung nimmt, dass es nicht so sein kann, wie ich es beschrieben habe. Ich habe ja nicht behauptet, sie könne drei Meter hoch springen oder durch Wände gehen.

Und genau das sind Kritikpunkte, die ich nicht stehen lassen kann, weil ich sie als ungerecht empfinde. Nur weil der Leser nicht über die Grenzen seiner Vorstellung hinaus blicken kann, soll ich es falsch gemacht haben...

swriter
 
Konkret zu deiner Geschichte BellaPorn:

Der Kritiker hat mehrere Fundstellen aufgetan, bei denen du ein Komma zu viel gesetzt hast. Hier hast du Null Argumente auf deiner Seite und eine Rechtfertigung wäre albern.

Dann aber wird behauptet, dass sich ein Notar aufgrund seiner Ausbildung und seines vermeintlichen Bildungsstandes nicht so verhalten würde, wie du ihn beschrieben hast. Das sind genau die Kommentare, bei denen ich reagiere. Kennt der Kritiker alle in Deutschland praktizierenden Notare und weiß er bestimmt, dass sich niemand von denen so verhält oder wird hier nur etwas verallgemeinert?

Helios53 (wo ist der überhaupt?) hat zu einer meiner Geschichten geschrieben, dass eine zurückgezogen lebende Frau niemals so viele Kondome in einer Schale aufbewahren würde, wie ich es skizziert habe. Auch hier wieder die Frage, woher der Kritiker die Überzeugung nimmt, dass es nicht so sein kann, wie ich es beschrieben habe. Ich habe ja nicht behauptet, sie könne drei Meter hoch springen oder durch Wände gehen.

Und genau das sind Kritikpunkte, die ich nicht stehen lassen kann, weil ich sie als ungerecht empfinde. Nur weil der Leser nicht über die Grenzen seiner Vorstellung hinaus blicken kann, soll ich es falsch gemacht haben...

swriter

Eine zurückgezogene Frau hat eine Schale voller Kondome? Das ist ja total unrealistisch, wie kann man sowas nur schreiben? ;)

Hinweise zur Orthographie nehme ich immer gerne an, aber hier liegt nicht der Schwerpunkt, wenn es um die Kreativleistung eines Autors geht.

Weil du den Notar aus meiner Geschichte bereits genannt hast, nehmen wir dieses Beispiel: Ich habe ihn so beschrieben, wie es in der Geschichte steht und Auden reflektiert das, was dort steht. Er tut also genau das, um was ich ihn gebeten habe.

An welcher Stelle steht es mir zu, ihm das abzusprechen, was er sieht? Natürlich könnte ich nun Herleitungen konstruieren, die alles entkräften, was Auden diesbezüglich aufführt. (Unter dem Motto „unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“ kann man sehr viel plausibilisieren). Aber es steht nun mal nicht in dem Text, den ich geliefert habe und dazu muss ich stehen.

Zumal mich Auden korrekt als nicht-Juristen identifiziert. Das hat mich nicht vom Schreiben dieser Geschichte abgehalten und auch dazu stehe ich. Ich wollte den Ich-Erzähler zu Beginn „juristischer“ erscheinen lassen, indem ich ihm Advokatenfloskeln in den Mund legte, die man online haufenweise findet. Das habe ich alles wieder einkassiert, weil ich eben kein Jurist bin und befürchtet, dadurch alles noch schlimmer zu machen.

Es wäre für die Geschichte sicher von Reiz gewesen, wenn die notariellen Attribute besser herausgearbeitet worden wären, denn umso tiefer wäre die Fallhöhe im Verlauf der Handlung gewesen. Dazu hätte ich tiefgründiger recherchieren müssen und meine Textentwürfe evtl. von Juristen beurteilen lassen müssen.

Soweit will ich mein Hobby aber nicht treiben (Zeit und Muße sind endliche Ressourcen). Und dennoch verstecke ich mich nicht hinter der Schutzbehauptung „nur“ Hobby-Autor zu sein, für den andere Maßstäbe gelten. Es hat durchaus seinen Reiz, sich mal an eine große Messlatte zu stellen. Man wird dadurch nicht kleiner, man sieht lediglich wieviel Luft noch nach oben ist.

Lg
_Faith_
 
kondomsammelschale

Der Kritiker ..... hat ..... geschrieben, dass eine zurückgezogen lebende Frau niemals so viele Kondome in einer Schale aufbewahren würde, wie ich es skizziert habe. Auch hier wieder die Frage, woher der Kritiker die Überzeugung nimmt, dass es nicht so sein kann, wie ich es beschrieben habe.



vielleicht hat sich der kritiker darauf bezogen, dass die schale viel zu klein ist, um alle kondome darin zu sammeln.
wenn es natürlich nur -beispielsweise- sechs begegnungen gab, dann passen die sechs gebrauchten verhüterli wohl in fast jede schale, es sei denn, sie ist eine schale oder ein döschen der zahnfee oder für erlesendste kosmetika.
vorschlag: mal austesten.

LG
 
Weil du den Notar aus meiner Geschichte bereits genannt hast, nehmen wir dieses Beispiel: Ich habe ihn so beschrieben, wie es in der Geschichte steht und Auden reflektiert das, was dort steht. Er tut also genau das, um was ich ihn gebeten habe.

An welcher Stelle steht es mir zu, ihm das abzusprechen, was er sieht?


Lg
_Faith_

Das sehe ich anders. Der Leser liest "Notar" und erwartet, dass das Klischee bedient wird. Er muss sich gewählt ausdrücken, muss edlen Wein trinken statt Bier, muss ein breites Bildungsspektrum aufweisen. Und wenn du den Notar Fast Food essen, Fussball gucken oder sich besaufen lässt, fühlt sich das für den Leser mit festen Rahmenbedingungen falsch an.

Wer ist dann schuld? Der Autor, der ein Individuum mit persönlichen Interessen skizziert hat oder der Leser, der sich zu sehr auf eine Erwartungshaltung fixiert hat?

Meiner Meinung nach steht es dem Kritiker nicht zu, die Charakterisierung der Hauptperson als falsch dargestellt zu kritisieren, nur weil es seinem Weltbild nicht entspricht.


swriter
 
Kreative Freiheit

Der Leser liest "Notar" und erwartet, dass das Klischee bedient wird.
Nein, er erwartet, daß der Autor sich etwas dabei gedacht hat, wenn er seinen Protagonisten im allerersten Satz seiner Geschichte mit Verweis auf genau diesen Beruf einführt!

Er muss sich gewählt ausdrücken, muss edlen Wein trinken statt Bier, muss ein breites Bildungsspektrum aufweisen. Und wenn du den Notar Fast Food essen, Fussball gucken oder sich besaufen lässt, fühlt sich das für den Leser mit festen Rahmenbedingungen falsch an.
Nein, das hat nichts mit „festen Rahmenbedingungen“ des Lesers zu tun, sondern mit der Frage nach dem Sinn, den eine solche Figurenzeichnung für die jeweilige Geschichte hätte.

Meiner Meinung nach steht es dem Kritiker nicht zu, die Charakterisierung der Hauptperson als falsch dargestellt zu kritisieren, nur weil es seinem Weltbild nicht entspricht.
Als Schreiber steht es Dir frei, deine Figuren so zeichnen, wie Du willst. Wenn Du willst, kannst Du auch einen Analphabeten zum „Notar“ machen (was an und für sich schon so absurd erscheint, daß ein solches Ansinnen überhaupt bloß im Fall einer Komödie oder Groteske einen Sinn ergäbe), aber dann solltest Du Dich hinterher nicht wundern, wenn sich herausstellt, daß das wundersamerweise nicht dem „Weltbild“ Deiner Leser entspricht!

MfG
Auden James
 
Last edited:
Das sehe ich anders. Der Leser liest "Notar" und erwartet, dass das Klischee bedient wird. swriter

Nein, er erwartet, daß der Autor sich etwas dabei gedacht hat, wenn er seinen Protagonisten im allerersten Satz seiner Geschichte mit Verweis auf genau diesen Beruf einführt!

MfG
Auden James

@swriter: Es geht um Erwartungshaltungen, die geweckt und nicht erfüllt werden. Das hat bisher keiner der Leser thematisiert, entweder weil sie mit meiner Beschreibung des Notars zufrieden waren, oder weil sie nicht die Muße hatten, mir das aufzuzeigen. Diese Hinweise helfen mir. Nicht (mehr) bei dieser Geschichte, aber vielleicht bei einer anderen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Kommentar von Bleeding_Heart vom 23.10.2018: „[…] Einziges Manko in meinen Augen ist die Passage, in der unser Protagonist nach Hause kommt und innerhalb kürzester Zeit schnellstmöglich Exposition in den Leser gepumpt wird. […], aber zunächst war es für mich als Leser vollkommen unwichtig, in welcher familiären und Lebenssituation sich besagter Protagonist befindet. Das hätte man vielleicht subtiler machen können, […]“

Dieser Kommentar steht zwar nicht im Wiederspruch zu Audens Kritik, zeigt aber, dass andere Leser andere Schwerpunkte setzen. Um den Wünschen von Bleeding_Heart und Auden gerecht zu werden, hätte ich dem Notar auf subtile Art mehr Charaktertiefe zukommen lassen müssen. Das wäre durchaus möglich, hätte aber Raum in der Erzählung eingenommen, bei dem die pornoaffinen Leser auf eine harte Geduldsprobe gestellt worden wären…

…In meinem Kopf beginnen sich Räder zu drehen – das gefällt mir. :)

Lg
_Faith_
 
@swriter: Es geht um Erwartungshaltungen, die geweckt und nicht erfüllt werden. Das hat bisher keiner der Leser thematisiert, entweder weil sie mit meiner Beschreibung des Notars zufrieden waren, oder weil sie nicht die Muße hatten, mir das aufzuzeigen. Diese Hinweise helfen mir. Nicht (mehr) bei dieser Geschichte, aber vielleicht bei einer anderen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Kommentar von Bleeding_Heart vom 23.10.2018: „[…] Einziges Manko in meinen Augen ist die Passage, in der unser Protagonist nach Hause kommt und innerhalb kürzester Zeit schnellstmöglich Exposition in den Leser gepumpt wird. […], aber zunächst war es für mich als Leser vollkommen unwichtig, in welcher familiären und Lebenssituation sich besagter Protagonist befindet. Das hätte man vielleicht subtiler machen können, […]“

Dieser Kommentar steht zwar nicht im Wiederspruch zu Audens Kritik, zeigt aber, dass andere Leser andere Schwerpunkte setzen. Um den Wünschen von Bleeding_Heart und Auden gerecht zu werden, hätte ich dem Notar auf subtile Art mehr Charaktertiefe zukommen lassen müssen. Das wäre durchaus möglich, hätte aber Raum in der Erzählung eingenommen, bei dem die pornoaffinen Leser auf eine harte Geduldsprobe gestellt worden wären…

…In meinem Kopf beginnen sich Räder zu drehen – das gefällt mir. :)

Lg
_Faith_

Ich habe gerade den aktuellsten Kommentar zu Bella Porn gelesen. Zum einen bin ich erstaunt, dass man diesen gut lesen kann. Kaum Fachchinesisch - so soll es sein.

Und dennoch bleibe ich an der Stelle hängen, bei der es um die Aussage zur Tätowierung geht. Ich kann die Argumentation nachvollziehen, aber... Bei manchen Kritikern habe ich den Eindruck, dass Ihnen die Autoren Beweise für ihre Behauptungen im Text vorlegen müssen.

Wie kann sich der Autor mit Tätowierungen auskennen? Mit ein wenig Fantasie kann ich mir als Leser die Frage beantworten.

Er hatte eine Freundin, die sich gerne tätowieren ließ. Und wer glaubt, ein Notar würde so eine Dame nicht treffen, dann lassen wir es seine Schwester sein.

Er hatte im Studium einen Kumpel, der auf Tattoos stand.

Der Herr Notar hat es wenige Tage zuvor in der Zeitung gelesen.


Wer möchte, kann Erklärungen finden. Ich hätte es als deplatziert gefunden, wenn der Autor an der Stelle begründet hätte, woher der Notar das weiß. Auf der anderen Seite hätte es der Geschichte auch nicht geschadet, den allgemeinen Hinweis zur Farbe von Tätowierungen wegzulassen.

swriter
 
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