rosettenfreak
Lit Instanz
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- Jun 2, 2009
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@KrystanX
Hi,
bevor wir uns verzetteln und das hier wieder eine (überflüssige) Diskussion um "Pornografie/Erotik" gibt, die wir schon zig Mal hatten, zurück zu deiner Ausgangsfrage: "Um was geht es bei der Literatur?"
Gott sei Dank ist dein Ansatz unwissenschaftlich, denn es gibt kaum ein unproduktiveres Fach als "Literaturwissenschaft."
Also, um was geht es in der Literatur?
Ich würde sagen: Um fiktionale Geschichten. Geschichten, die man aufschreibt, und indem man sie publiziert teilt man sie mit anderen.
Die finden diese aufgeschriebenen Geschichten nun interessant oder nicht, was sich am Erfolg (oder Mißerfolg) zeigt.
Literaten, die man heute als "groß" bezeichnet, waren in erster Linie eines: Gute Geschichtenerzähler, im engl. gute "Storyteller."
Literatur muss für mich gut unterhalten, und ich fühl mich nun mal gut von Dostojewski, Faulkner, Philip Roth, Paul Auster, John Irving und T.C. Boyle unterhalten.
Und von vielen anderen.
Dabei muss das lierarische Rad nicht neu erfunden erfunden werden.
Die Themen, über die zu schreiben (und zu lesen) lohnt, sind uralt und immer dieselben: Liebe, Tod, Einsamkeit, etc...
Die grossen Themen der Menschheit, von denen jeder betroffen ist.
Das Rad muss deshalb nicht neu erfunden werden- Es wird immer nur wieder etwas anders gefahren.
Vielleicht ein Vergleich zur Popmusik: ELTON JOHN hat seit 40 einen ganz bestimmten charakteristischen Stil, den man ziemlich schnell erkennt- Aber diesen Stil varriiert er auch heute (gelegentlich) immer wieder aufs neue interessant.
Ein Buch fesselt mich, wenn ich einen Bezug zu mir selbst herstellen kann.
Kenne ich die Situation(en), die der Autor beschreibt? Interessiert und fesselt mich die Problematik?
Fesseln mich die Figuren?
Jeder Mensch hat etwas Interessantes zu erzählen, deshalb kann er auch -bei etwas Talent und etwas Übung- was Ordentliches schreiben.
Deshalb bin ich da etwas anderer Meinung als "Auden James", der im deutschen LIT nur einen zu erkennen glaubt, der Potential für den Buchmarkt hätte.
Meiner Meinung nach sind es einige mehr.
Es gibt einige, die erzählerisches Potential haben, und wo es nur bei der Umsetzung mangelt.
Und das sind dann tatsächlich technische, handwerkliche Fragen: Was ist ein interessanter Plot? Wie präsentiere ich einen interessanten Plot richtig?
Etc...
Alles Dinge, die man bei ein bisschen Talent, Interesse am Schreiben und durch Übung mit der Zeit erlernen kann.
Gutes Schreiben ist kein Mysterium- und schon gar keine akademische Disziplin.
Kurz und knapp würde ich deine Frage so beantworten: In der Literatur geht es um einen angenehmen Zeitvertreib, der gut unterhält und intellektuell anregt.
So, "KrystanX", ich hoffe, du kannst mit dieser Antwort auf deine Frage vielleicht etwas anfangen???
lg
"rosi" (Johannes)
Aus dem etwas wirren Monolog von AJ über die mangelnde Qualität von Geschichten, Büchern, usw. ist für mich eine Frage in den Vordergrund getreten.
Um was geht es dem Leser? Um die Geschichte oder die Literatur?
Aussagen wie:
Stellen für mich ganz klar die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit der Kritiker in den den Vordergrund. Abseits aller Polemik stellt sich dabei nähmlich die Frage, ob von Kritikern an dieser Stelle nicht mehr die Geschichte sondern nur noch das "Textmuster" zählt.
Wenn ich ein spannendes Buch lese, welches mich fesselt, dass ist es in meinen Augen, und ich behaupte in den Augen der meisten Leser gut. Es gibt viele solche, auch neue Bücher, die regelmässig von Autoren mit und ohne vielsagende Namen veröffentlicht und gelesen werden.
Und ist es nicht genau das, was ein gutes Buch ausmacht? Ist es wichtig, ob jede Formulierung, jeder Gedanke immer sitzt und sinn macht, wenn einen die Geschichte einfach Fesselt und Nachts nicht schlafen lässt?
Verzeiht meinen Unwissenschaftlichen Ansatz, aber für mich ist das Gefühl einfach die wesentliche Komponente. Der Text transportiert für mich vorallem eine Geschichte und ein Gefühl. Ob der Text selbst dabei perfekt ist, ist in meinen Augen zweitrangig, solange er es schaft die Geschichte und das Gefühl an die mehrzahl der Leser zu liefern, die ihn in die Hände nähmen.
Lieg ich da falsch?
Hi,
bevor wir uns verzetteln und das hier wieder eine (überflüssige) Diskussion um "Pornografie/Erotik" gibt, die wir schon zig Mal hatten, zurück zu deiner Ausgangsfrage: "Um was geht es bei der Literatur?"
Gott sei Dank ist dein Ansatz unwissenschaftlich, denn es gibt kaum ein unproduktiveres Fach als "Literaturwissenschaft."
Also, um was geht es in der Literatur?
Ich würde sagen: Um fiktionale Geschichten. Geschichten, die man aufschreibt, und indem man sie publiziert teilt man sie mit anderen.
Die finden diese aufgeschriebenen Geschichten nun interessant oder nicht, was sich am Erfolg (oder Mißerfolg) zeigt.
Literaten, die man heute als "groß" bezeichnet, waren in erster Linie eines: Gute Geschichtenerzähler, im engl. gute "Storyteller."
Literatur muss für mich gut unterhalten, und ich fühl mich nun mal gut von Dostojewski, Faulkner, Philip Roth, Paul Auster, John Irving und T.C. Boyle unterhalten.
Und von vielen anderen.
Dabei muss das lierarische Rad nicht neu erfunden erfunden werden.
Die Themen, über die zu schreiben (und zu lesen) lohnt, sind uralt und immer dieselben: Liebe, Tod, Einsamkeit, etc...
Die grossen Themen der Menschheit, von denen jeder betroffen ist.
Das Rad muss deshalb nicht neu erfunden werden- Es wird immer nur wieder etwas anders gefahren.
Vielleicht ein Vergleich zur Popmusik: ELTON JOHN hat seit 40 einen ganz bestimmten charakteristischen Stil, den man ziemlich schnell erkennt- Aber diesen Stil varriiert er auch heute (gelegentlich) immer wieder aufs neue interessant.
Ein Buch fesselt mich, wenn ich einen Bezug zu mir selbst herstellen kann.
Kenne ich die Situation(en), die der Autor beschreibt? Interessiert und fesselt mich die Problematik?
Fesseln mich die Figuren?
Jeder Mensch hat etwas Interessantes zu erzählen, deshalb kann er auch -bei etwas Talent und etwas Übung- was Ordentliches schreiben.
Deshalb bin ich da etwas anderer Meinung als "Auden James", der im deutschen LIT nur einen zu erkennen glaubt, der Potential für den Buchmarkt hätte.
Meiner Meinung nach sind es einige mehr.
Es gibt einige, die erzählerisches Potential haben, und wo es nur bei der Umsetzung mangelt.
Und das sind dann tatsächlich technische, handwerkliche Fragen: Was ist ein interessanter Plot? Wie präsentiere ich einen interessanten Plot richtig?
Etc...
Alles Dinge, die man bei ein bisschen Talent, Interesse am Schreiben und durch Übung mit der Zeit erlernen kann.
Gutes Schreiben ist kein Mysterium- und schon gar keine akademische Disziplin.
Kurz und knapp würde ich deine Frage so beantworten: In der Literatur geht es um einen angenehmen Zeitvertreib, der gut unterhält und intellektuell anregt.
So, "KrystanX", ich hoffe, du kannst mit dieser Antwort auf deine Frage vielleicht etwas anfangen???
lg
"rosi" (Johannes)
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u musst meine Meinung und meine Argumente nicht teilen.