Um was geht es bei Literatur?

So, du hast also auch die "Hitparade" geschaut?
Ein mutiges Geständnis. Jedenfalls gehörte in den 70igern Mut dazu.
Ich habs auch getan.

Das Beispiel "Schlager" ist ein gutes Beispiel für die deutsche Verkrampftheit und deutschen Pseudo-Intellektualismus.
Damals von der "Intelligenzia" bzw. denen, die sich dafür hielten, verpönt, sind die Schlager und Schlagerstars der 70iger Jahre heute Kult.

Dasselbe mit ABBA.
Damals als Bubble-Gum-Musik abqualifiziert, heute längst im Olymp der Popmusik, wo sie zu Recht auch hingehören.

Die Deutschen haben leider so ihre liebe Mühe mit Entertainment.
Das betrifft alle Bereiche; auch Musik und Literatur.

Also ich weiss nicht, wie man im damaligen Westdeutschland über Musik gedacht hat, aber im Osten musste dir nichts peinlich sein. Die Ossis waren ein dankbares Publikum, heute in ein Rockkonzert mit Bruce Springsteen, morgen in ein Punkkonzert mit Phillip Boa oder Wedding Present, übermorgen in ein Blues-Konzert mit Solomon Burke, und immer hat man abgehottet was das Zeug hielt. Hauptsache es kam aus dem Westen. Deswegen hatte auch Bob Dylan sein Konzert inn den Ostteil verlegt, als ihn in Deutschland keiner mehr hören wollte: mit einem Schlag waren hunderttausend da.

Peinlich musste dir eine Zeit lang im Osten nur sein, wenn du DT64 gehört und das noch zugegeben hast. Ohne Spinne, ich war Anfang der 80er in einem Internat, und alle haben fast ausnahmslos RIAS gehört, und sich immer geärgert, weil der Sender nie die Titel ausgespielt hat. Und ich hab die immer ausgelacht, weil DT64 gleich ganze Plattenseiten gesendet hat, ohne Unterbrechung. Wenn es um Musik ging, war der Osten einfach weiter. Es gab Quoten im Radio, und ganz gezielte Musikförderung. An der Ost-Berliner Humboldt-Uni wurde ja auch der erste Lehrstuhl für Rockmusik geschaffen. Ist alles heutzutage ein bisschen vergessen. Aber die Ostdeutschen sind in vielerlei Hinsicht musikoffener, find ich.

In Punkto Literatur kenn ich mich da etwas weniger aus. Für mich war "Die Abenteuer des Werner Holt" mein Lieblingsbuch in der Schule. Weil ich diesen ganzen Kameradschafts-Geist gut nachvollziehen konnte. Das Buch war auch eins, welches - für ostdeutsche Verhältnisse - relativ offen mit der ganzen Hitler-Zeit umging.
 
Unterschiedliche System haben eben oft in speziellen Sparten vorteile, auch wenn sie sich nicht durchsetzen konnten, weil sie eben insgesamt, mehr Nachteile als Vorteile besaßen.
 
@PB57

Der "Eisbär bringt es in P 53 mal wieder kurz und knackig auf den Punkt: Es braucht vor allem den Leser für Literatur.
Ansonsten könnte sich der Autor seine Ergüsse auch zuhause aufs Klo hängen.

Einen wichtigen Umstand vergessen wir oft, wenn wir das Werk eines nicht deutschsprachigen Autoren lesen: Wir lesen nicht die Worte dieses Autors, sondern die des ÜBERSETZERS.
Wir sind also auf einen guten Übersetzer angewiesen.
Jetzt mag man einwenden: Man kann auch das engl. bzw. amerikanische Original lesen.
Yepp.
Das mag bei englisch noch gehen, und auch bei französisch, spanisch und italienisch.
Aber wie schaut es denn aus mit JAPANISCHER Literatur???
So hat beispielsweise der deutsche Verleger von HARUKI MURAKAMI (Ein hervorragender japanischer Autor) es fertiggebracht, dessen Werk "Gefährliche Geliebte" aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen.
Hier haben wir also MURAKAMI aus dritter Hand.
Offensichtlich gibt es in Deutschland nicht genügend Japanologen.

-Erzählen/Schreiben
Jeder hat etwas interessantes zu erzählen, und einen Plot gut und spannend zu konstruieren ist kein Hexenwerk.
Das kann jeder bei etwas Talent lernen.

Bei "german.lit" wird oft CHEKOV genannt als guter Autor, oder gar als DER Autor.
Gut ist er zweifellos, aber wenn ich mit dem Seziermesser rangehe, dann nehme ich auch CHEKOV auseinander, und es klingt alles logisch.
Auch CHEKOV hat genügend Schwächen, wie jeder gute Autor.
CHEKOV kann gewisse Dinge, und andere Dinge kann er eben nicht.

MC FLY ist gut.
FAITH_ ist gut.
HUGLUHUGLU ist gut.
ANDY43 ist gut.

Und noch einige mehr.

Und von den Newcomern bei "german.lit" würde ich "JoanWilbury" und "galdranorn" nennen.

Man sieht: Sooo schlecht ist es um das deutsche LIT also gar nicht bestellt.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
König CHEKOV

Bei "german.lit" wird oft CHEKOV genannt als guter Autor, oder gar als DER Autor.
Gut ist er zweifellos, aber wenn ich mit dem Seziermesser rangehe, dann nehme ich auch CHEKOV auseinander, und es klingt alles logisch.
Auch CHEKOV hat genügend Schwächen, wie jeder gute Autor.
CHEKOV ist der Autor des deutschen Literotica.

Allerdings, und da gebe ich dir Recht, hat auch chekov genügend Schwächen, das ist gar nicht von der Hand zu weisen! Ich werde, wenn ich die Zeit und Muße finde, in nächster Zeit das in Angriff nehmen, was bestimmte quengelnde Stimmen hier und anderswo schon seit langem von mir fordern, nämlich chekovs Werk kritisch zu kommentieren.

Und eins steht schon jetzt fest: Nur die wenigsten deutschen Texte übertreffen (bis dato) das eine oder andere Werk aus chekovs Feder!

Beste Grüße
–AJ
 
Last edited:
@Hail to the Chief ("Chekov")

CHEKOV ist der Autor des deutschen Literotica.

Allerdings, und da gebe ich dir Recht, hat auch chekov genügend Schwächen, das ist gar nicht von der Hand zu weisen! Ich werde, wenn ich die Zeit und Muße finde, in nächster Zeit das in Angriff nehmen, was bestimmte quengelnde Stimmen hier und anderswo schon seit langem von mir fordern, nämlich chekovs Werk kritisch zu kommentieren.

Und eins steht schon jetzt fest: Nur die wenigsten deutschen Texte übertreffen (bis dato) das eine oder andere Werk aus chekovs Feder!

Beste Grüße
–AJ


"Nur die wenigsten deutschen Texte übertreffen (bis dato) das eine oder andere Werk aus chekovs Feder" ("Auden James")

Das ist absolut korrekt und völlig unstrittig.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Das ist absolut korrekt und völlig unstrittig.

Für mich nicht.
Nicht, das ich Chekov absprechen will, er würde gut schreiben, aber ich kann auf Anhieb einen Namen nennen, der ihm aus meiner Sicht in jeder Hinsicht mehr als eine Nasenlänge voraus ist.

Und das ist auch unstrittig.
 
@Kojote

Für mich nicht.
Nicht, das ich Chekov absprechen will, er würde gut schreiben, aber ich kann auf Anhieb einen Namen nennen, der ihm aus meiner Sicht in jeder Hinsicht mehr als eine Nasenlänge voraus ist.

Und das ist auch unstrittig.

Hi,

in der Literatur ist so gut wie nichts unstrittig. (Lach)

Ernsthaft: Und wer ist der Wunderknabe? Oder die Wunderdame?

Ach, ne rein objektive Bewertung ist auf diesem Terrain wohl gar nicht möglich, da persönliche Vorlieben die Wertung beeinflussen, was man gar nicht verhindern kann.
So gibt es bei LIT einige Autoren/innen, die gut schreiben, aber ich mag entweder ihren Stil oder ihre Thematik nicht; oder gar beides.
Und so geht es vielen sicher auch mit "chekov."

lg
"rosi" (Johannes)
 
Für mich nicht.
Nicht, das ich Chekov absprechen will, er würde gut schreiben, aber ich kann auf Anhieb einen Namen nennen, der ihm aus meiner Sicht in jeder Hinsicht mehr als eine Nasenlänge voraus ist.

Und das ist auch unstrittig.

Jetzt sag nicht A.J.! :rolleyes: :D
 
Ach kommt schon Leute...
Von welcher Autorin bin ich schon begeistert, seit ich hier bin? ;)
 
CHEKOV ist der Autor des deutschen Literotica.

Allerdings, und da gebe ich dir Recht, hat auch chekov genügend Schwächen, das ist gar nicht von der Hand zu weisen! Ich werde, wenn ich die Zeit und Muße finde, in nächster Zeit das in Angriff nehmen, was bestimmte quengelnde Stimmen hier und anderswo schon seit langem von mir fordern, nämlich chekovs Werk kritisch zu kommentieren.

Wolln wir hoffen, dass das mal wirklich passiert. Es würde sicherlich ein etwas genaueres Bild davon abgeben, worauf du wirklich stehst, mein lieber Auden James.

Ich will aber mit meiner eigenen Meinung zu chekov nicht hinter den Berg halten: er berührt oder fesselt mich nicht. Sicher, das ist meine eigene, persönliche Sicht, aber ich glaube halbwegs erraten zu können, warum das so ist, und warum gerade du, mein lieber Auden James, so auf ihn abfährst. Mir ist nämlich aufgefallen, dass chekov sich vor allem die Gedankenwelt eines Akademikers anspricht, indem er, wie z.B. in "Biochemie", das Akademiker-Sujet bedient, und auch die dazu entsprechende Sprache verwendet. Mit dieser Spezialität steht er bisher relativ allein da, was auch seine Faszination ausmacht, und er bedient seine Nische offenbar gut genug, um Leute wie dich zu begeistern, und whrscheinlich würdest du dir mehr chekov-ähnliche Geschichten wünschen. Das kann ich verstehen und nachvollziehen, mich selbst spricht dieses Sujet aber überhaupt nicht an, weshalb ich so meine Schwierigkeiten habe, ihn als den besten von Literotica zu sehen. Von mir aus kannst du gerne sagen, er sei der Goethe von Literotica, angesichts der Tatsache, dass mir Goethe nie etwas gegeben hat, würde ich das nicht mal abstreiten wollen.

Nein, die beste ist und bleibt immer noch MagnoliaS. Und zwar einfach deshalb, weil sie über wirklich jedes Thema so schreiben kann, dass man so beeindruckt ist, dass man ihr auch mal verzeiht, wenn sie von einem Thema etas weniger Ahnung hat. MagnoliaS ist auch so ziemlich die einzige Person, von der ich unumwunden behaupten kann, dass sie sich Ratschläge und Tipps zu Herzen nimmt. Solange der Tipp nicht lautet, ihre ganze Schreibart wegzuschmeissen und mal etwas weniger beeindrucken zu wollen, denn, mit Verlaub, mein lieber Auden James, das ist der dämlichste Tip, den man einen Schriftsteller , ob angehend oder professionell, geben kann, soviel sollte klar sein. Ich würde mir ehrlich gesagt sogar wünschen, wenn alle, die auf dieser Seite etwas veröffentlichen, wenigstens das WOLLTEN, was MagnoliaS unbestritten KANN.

Alles, was MagnoliaS braucht, ist ein ordentliches, aktuelles Thema, in welches sie sich mit derartiger Brachialgewalt hineinstürzen könnte, wie sie sich bei "Dunkler Abgrund" in das Thema "Vampire und Sex" hineingestürzt hat. Das richtige Marketing vorausgesetzt, dürfte ihr nicht nur der Buchvertrag, sondern auch Efolg mit diesem sicher sein. Mit oder ohne eure Hilfe. Das solte ich mal so klar sagen.

Howggh!
 
Last edited:
@Kojote/@Popping Tom


@Kojote

"Kojote", ich hab mir gedacht, dass du "MagnoliaS" meinst.
Erst vor wenigen Tagen hast du eine ältere Story von "Magnolia" erneut kommentiert.
Den Titel der Story hab ich vergessen, aber sinngemäß hast du geschrieben, du würdest immer mehr merken, wie sehr "Magnolia" deinen Stil beeinflußt hat.
"Kojote", mein Bester, ich will dir nicht zu nahe treten: Abr da fehlt dir noch ne ganze Menge.

Es ist okay, sich von jemandem inspirieren zu lassen, aber man sollte nicht versuchen, ihn zu kopieren, und das tust du auch nicht.
Manches was du schreibst, find ich inhaltlich und formal gelungen, und anderes eben weniger gelungen oder gar nicht gelungen.
That`s all.

"MagnoliaS" ist gut, wenn sie gut ist.
Nicht mehr, aber natürlich auch nicht weniger.
Punkt.

Kritikloses enthusiastisches unreflektiertes Epigonentum ist etwas für Teenies, die bei "Tokyo Hotel" in Ohnmacht fallen.

Auch sie hat Stories unterschiedlicher Qualität abgeliefert.

Und auch "MagnoliaS" hat einen publizistischen "Fingerabdruck."
Sie verwendet oft bestimmte Stilmittel, und auch thematisch kehren Dinge wieder.
Das macht aber nichts, da sie das im allgemeinen überdurchschnittlich gut macht.

Aber bei manchen ihrer Stories weiß man nach spätestens 2 Absätzen, was wohl kommen wird, und vieles ist vorhersehbar.

Und bei "Dunkler Abgrund" hat sie sich meines Erachtens schlicht verzettelt.
Das ist ihr viel zu lange geraten.
Auf etwa 2 Drittel der Folgen gekürzt und gestrafft, dann wäre es wohl sehr gut geworden.
So ist "DA" "nur" gut.

Bei "MagnoliaS" muss man inzw. wohl leider sagen, sie schrieb gut für LIT.
Ihre letzte Story liegt fast 1,5 Jahre zurück (Dezember 2010), wenn ich mich richtig erinnere???
So lange war eine Pause bei ihr noch nie.
Wenn wir Pech haben, schreibt sie nix mehr für LIT, was echt schade wäre.
Nach dem "DA-Zirkus" allerdings eine mehr als nachvollziehbare und verständliche Reaktion.

Nur Psycho-Masochisten und unverbesserliche Idealisten wie ich tun sich das hier noch an (Lach)
Frauen reagieren da im allgemeinen rationaler und entschiedener.

"galdnarorn" ist dafür auch ein gutes Beispiel.
Die hat sich die "Diskussionsforen" schon nach 1 Woche nicht mehr angetan.

-@PT

-Betrifft: "MagnoliaS".

"Brain Tom", ein guter Lektor und ein gutes Marketing sind keine Erfolgsgaranten für den Buchmarkt.
Ich hab vor ca. 1,5 Jahren einige Stories von "MagnoliaS" 2 mit mir befreundeten Lektorinnen vorgelegt.
Eine von Ihnen bespricht gelegentlich 1Mal/Monat Bücher in einer Sendung in "Südwest 3." Sie ist die Lebensgefährtin eines Arbeitskollegen von mir. Daher kennen wir uns.
Mannheim hat ne ziemlich lebendige lokale Literaturszene.

Ich hab es ihnen natürlich unabhängig voneinander vorgelegt.
Eine war vor Begeisterung aus dem Häuschen und meinte, das hätte tatsächlich Potential für den seriösen Buchmarkt.
Die andere sah mich entgeistert an und meinte erstaunt: "Was soll denn das sein???"
Welche von beiden liegt nun richtig???
Erfolgreiche und kompetente Lektorinnen und Kritikerinnen sind beide.

Will sagen: Lektor, Marketing, etc...- Das Entscheidende, was man braucht, ist eine Menge Dusel.
Einfach ne Menge Glück.
Das sind Faktoren, die kein Autor/keine Autorin entscheidend beeinflussen kann.


-Betrifft: "Chekov".

Deine Einschätzung mit "Nischenautor" und "Nischenvokabular", der eine bestimmte Klientel bedient:
Interessante Einschätzung, und wohl gar nicht völlig von der Hand zu weisen.
Aber das macht "Chekov" eben auf brilliante Art und Weise.



lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
-Betrifft: "Chekov".

Deine Einschätzung mit "Nischenautor" und "Nischenvokabular", der eine bestimmte Klientel bedient:
Interessante Einschätzung, und wohl gar nicht völlig von der Hand zu weisen.
Aber das macht "Chekov" eben auf brilliante Art und Weise.

lg
"rosi" (Johannes)

Mein Lieblings-Nischenautor ist Gérard de Villiers! :)
 
@Allgemein
-Betrifft: Urheberrecht

Man kann einen Text ganz einfach zur Begutachtung vorlegen, und dabei den Namen des Verfassers/der Verfasserin unkenntlich machen.
Das ist no Problem und juristisch absolut einwandfrei.

Aber davon mal völlig abgesehen: Der Einwand desjenigen, der hier im Thread die Urheberrechtsproblematik ins Spiel gebracht hat, ist völlig sinnfrei.
Von wegen, ich hätte "MagnoliaS" um Erlaubnis fragen müssen, bevor ich jemandem ihre Texte zur Einschätzung vorlege.
Das ist BULLSHIT.

Ich muss weder "MagnoliaS" noch sonst einen LIT- Autor/Eine Autorin um Erlaubnis fragen, wenn ich jemandem eine LIT-Story zu lesen gebe.
Der Grund ist ganz einfach: LIT ist ein nicht kommerzielles Forum. Die Stories sind im Netz frei verfügbar, mit Namen der Verfasser. Jeder kann sie lesen und beurteilen.
Und dabei ist es völlig egal, ob sich jemand vor den PC setzt und ne Story liest oder ob er sie sich ausdruckt.
Und er kann den ausgedruckten Text komplett- also mit Namen des Verfassers/Der Verfasserin- jedem für den privaten Gebrauch in die Hand geben und sagen: "Hier, lies mal, und sag mir, wie du darüber denkst."
Der hier im Thread das "Urheberrechtsthema" aufbrachte hat also einen Popanz aufgebaut.
Derjenige weiß noch nicht einmal, was das Urheberrecht wirklich ist, wo es greift und wie es funktioniert.
Er ist ein BULLSHITTER in Reinkultur.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
"Brain Tom", ein guter Lektor und ein gutes Marketing sind keine Erfolgsgaranten für den Buchmarkt.
Ich hab vor ca. 1,5 Jahren einige Stories von "MagnoliaS" 2 mit mir befreundeten Lektorinnen vorgelegt.
Eine von Ihnen bespricht gelegentlich 1Mal/Monat Bücher in einer Sendung in "Südwest 3." Sie ist die Lebensgefährtin eines Arbeitskollegen von mir. Daher kennen wir uns.
Mannheim hat ne ziemlich lebendige lokale Literaturszene.

Ich hab es ihnen natürlich unabhängig voneinander vorgelegt.
Eine war vor Begeisterung aus dem Häuschen und meinte, das hätte tatsächlich Potential für den seriösen Buchmarkt.
Die andere sah mich entgeistert an und meinte erstaunt: "Was soll denn das sein???"
Welche von beiden liegt nun richtig???
Erfolgreiche und kompetente Lektorinnen und Kritikerinnen sind beide.

Will sagen: Lektor, Marketing, etc...- Das Entscheidende, was man braucht, ist eine Menge Dusel.
Einfach ne Menge Glück.
Das sind Faktoren, die kein Autor/keine Autorin entscheidend beeinflussen kann.

Das ist deine Meinung, Rosi, und sie sei dir gegönnt.

Mir scheint nur, du bringst da was durcheinander: ein Lektor ist nur im sehr beschränkten Masse für das Marketing zuständig. Für sowas gibts Fachleute, genauso wie ein Lektor ein Fachmann ist, der zu entscheiden hat, ob sich der marketingtechnische Aufwand bei der Schreibe überhaupt lohnt.

Dass MagnoliaS nicht JEDEN Lektor beeindruckt, sollte klar sein. KEIN !!! Schriftsteller tut das. Es reicht wenn sie EINEN beeindruckt, und zwar denjenigen, der sie ordentlich zu vermarkten versteht. Ist ne Frage von Platzierung, Präsenz, Qualität und Verfügbarkeit, von mir aus glaub ruhig weiter, dass das was mit Glück zu tun hat. Das einzige Glück bei der Sache besteht m.E. lediglich darin, den zu finden, der das kann und will. Aber wenn man lange genug sucht, findet man den schon.
 
@"Brain Tom" (P 70)

(Fast) mit allem einverstanden.
Heutzutage ist Marketing wohl auch im Literaturbetrieb von entscheidender Bedeutung.

Andererseits ist meines Erachtens der Erfolg auch dadurch nicht bombensicher, aber er wird wohl wahrscheinlicher.

Die Literaturgeschichte ist doch voll mit Autoren, die zig Mal abgelehnt wurden, bis sie dann doch jemand verlegte und der Erfolg sich einstellte.
Und es gibt wohl noch mehr gute Autoren, von denen die Welt nie erfahren hat, und wohl leider auch nie erfahren wird.


Ich vergleich das immer mit Pop-Gruppen: Es gibt in Germany sicher Bands, die ebenso gut sind wie die "Scorpions", oder vielleicht sogar noch besser.
Die haben vielleicht nur das Pech, nicht jemand Wichtigen aufzufallen.

lg
"rosi" (Johannes)
 
@ MagnoliaS vs. chekov

Auch sie [MagnoliaS] hat Stories unterschiedlicher Qualität abgeliefert. [...] Das macht aber nichts, da sie das im allgemeinen überdurchschnittlich gut macht.
Für LIT-Verhältnisse durchaus überdurchschnittlich, ja, aber auch hier nicht generell (oder allgemein), sondern partiell (insbesondere wenn man Fortsetzungen von Fortsetzungsgeschichte einzeln zählt).

Aber bei manchen ihrer Stories weiß man nach spätestens 2 Absätzen, was wohl kommen wird, und vieles ist vorhersehbar.
Dito.
Das ist auch einer der Gründe für oben angesprochene partielle Überdurchschnittlichkeit. Will heißen: Die überdurchschnittlichen Texte MagnoliaS‘ sind die, bei denen man nicht am Anfang schon weiß, wie sie am Ende ausgehen.

Ich hab es [Text von MagnoliaS] ihnen [zwei Lektorinnen] natürlich unabhängig voneinander vorgelegt.
Eine war vor Begeisterung aus dem Häuschen und meinte, das hätte tatsächlich Potential für den seriösen Buchmarkt.
Die andere sah mich entgeistert an und meinte erstaunt: "Was soll denn das sein???"
Welche von beiden liegt nun richtig???
Wenn du ihnen einen späten Text von MagnoliaS vorlegtest, so hatte wahrscheinlich letztere Lektorin Recht, und wenn du ihnen einen frühen Text von MagnoliaS vorlegtest, so hatte wahrscheinlich erstere Lektorin Recht, schätze ich, je nach Text.

Beste Grüße
–AJ
 
Na ja, bei manchem Buch weiß man von Anfang an, wer z.B. der Verbrecher ist, und trotzdem ist die spätere Jagd nach ihm spannend – und damit auch das Buch selbst. Und nicht nur bei deutschen Krimis weiß man genau, dass das Gute am Ende siegen wird, und zwar ganz egal, welche Gefahren der Protagonist zwischendurch zu bestehen hat – fände er darin vorzeitig den Tod, wäre vermutlich auch das Buch vorzeitig zu ende.

Will sagen: Die Vorhersehbarkeit (des Endes) einer Geschichte ist nicht das Kriterium, an dem sich die literarische Qualität eines Textes misst - es sei denn, es gibt nichts anderes von Wichtigkeit darin als eben die Unvorhersehbarkeit.

Ansonsten: Das Entscheidende ist die Gesamtheit der Story und wie diese erzählt wird. Manchmal sind es auch die (historischen) Hintergründe der Story, die den Text interessant und lesenswert machen - weil sie dem Leser eine vielleicht nicht so bekannte Welt nahebringen oder erst erschließen.
 
@ RC
Der PT-Joker hats schon beantwortet... ;)

Nein, die beste ist und bleibt immer noch MagnoliaS.

Und noch etwas:
Das richtige Marketing vorausgesetzt, dürfte ihr nicht nur der Buchvertrag, sondern auch Efolg mit diesem sicher sein. Mit oder ohne eure Hilfe. Das sollte ich mal so klar sagen.
Die Vergangenheitsform ist hier nicht angebracht, weil Magnolia unter einem Künstlernamen schon ihr erstes Buch im Handel hatte, als ich sie hier kennenlernte.
Thematisch zwar so weit weg von Lit wie nur was, aber das ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass sogar ein namhafter Verlag ihr Talent erkannt hat und sie ein Buch schreiben ließ.
 
Last edited:
@Kojote

"Kojote", ich hab mir gedacht, dass du "MagnoliaS" meinst.
Erst vor wenigen Tagen hast du eine ältere Story von "Magnolia" erneut kommentiert.
Den Titel der Story hab ich vergessen, aber sinngemäß hast du geschrieben, du würdest immer mehr merken, wie sehr "Magnolia" deinen Stil beeinflußt hat.
"Kojote", mein Bester, ich will dir nicht zu nahe treten: Abr da fehlt dir noch ne ganze Menge.
Womit du ohne jeden Hauch eines Zweifels absolut recht hast, Rosi, mein Gutster.
Und ich schrieb, dass mir immer mehr bewusst wird, wie sehr sie meinen Stil beeinflusst hat. ;)

Es ist okay, sich von jemandem inspirieren zu lassen, aber man sollte nicht versuchen, ihn zu kopieren, und das tust du auch nicht.
Manches was du schreibst, find ich inhaltlich und formal gelungen, und anderes eben weniger gelungen oder gar nicht gelungen.
That`s all.
Mich haben Leute inspiriert, deren Anzahl zu groß ist, um auch nur anzufangen, ihre Namen zu nennen. Aber der erste war wohl Jules Verne.
Meinen Stil als Schreiber beeinflusst haben aber vornehmlich MagnoliaS, Schlafloser Single, Why-Not, Faith, XXX-Zine, Plusquamperfekt, Bashfullyshameless, Menatlcase und Quince.
Um nur die zu nennen, für die ich niemals irgendwo nachschauen müsste, um ihre Namen zu wissen.

Und ich kopiere. Damit fange ich immer an, bevor ich mir einzelne Teilelemente aneigne. Das ist der normale Prozess.

Was mein Schaffen angeht: Ich habe haufenweise Mist produziert, dessen schlimmste Auswüchse glücklicherweise auf meiner Festplatte verrotten. Aber ich habe auch lichte Momente gehabt und ich für meinen Teil bin sogar davon überzeugt, dass ich brillante Augenblicke hatte.
Aber für ein übersteigertes Selbstwertgefühl bin ich ja bekannt... ;)

"MagnoliaS" ist gut, wenn sie gut ist.
Nicht mehr, aber natürlich auch nicht weniger.
Punkt.

Kritikloses enthusiastisches unreflektiertes Epigonentum ist etwas für Teenies, die bei "Tokyo Hotel" in Ohnmacht fallen.

Auch sie hat Stories unterschiedlicher Qualität abgeliefert.

Und auch "MagnoliaS" hat einen publizistischen "Fingerabdruck."
Sie verwendet oft bestimmte Stilmittel, und auch thematisch kehren Dinge wieder.
Das macht aber nichts, da sie das im allgemeinen überdurchschnittlich gut macht.

Aber bei manchen ihrer Stories weiß man nach spätestens 2 Absätzen, was wohl kommen wird, und vieles ist vorhersehbar.

Ich bin nicht ganz sicher, was du eigentlich sagen willst, aber es fühlt sich wie ein Relativierungsversuch an.
Und dem kann ich meine Zustimmung nicht geben.
Selbst die Plotskizzen von Magnolia hängen in meinen Augen neunzig Prozent der veröffentlichten Geschichten ab. Und das macht sie für mich wirklich gut.

Kein Grund, in Ohnmacht zu fallen, aber wenn ein Künstler mir reihenweise gefällt, dann kaufe ich auch schon mal ein Buch von ihm/ihr, ohne vorher abzuklopfen, ob das Thema mir exakt liegt.
Das hat nichts mit Fandom zu tun, sondern einfach nur mit dem Wissen, dass manche Autoren mir so gut gefallen, dass selbst mir fremde Themen durch ihre Hand interessant werden.

Und das, mein lieber Rosi, ist ein Qualitätsmerkmal, dass in beschissenen 20 Jahren Interesse an erotischer Fiktion genau DREI Autoren in mir geweckt haben.
Bei allgemeiner Fiktion ist die Liste weng länger...


Bei "MagnoliaS" muss man inzw. wohl leider sagen, sie schrieb gut für LIT.
Ihre letzte Story liegt fast 1,5 Jahre zurück (Dezember 2010), wenn ich mich richtig erinnere???
So lange war eine Pause bei ihr noch nie.
Wenn wir Pech haben, schreibt sie nix mehr für LIT, was echt schade wäre.
Nach dem "DA-Zirkus" allerdings eine mehr als nachvollziehbare und verständliche Reaktion.

Nur Psycho-Masochisten und unverbesserliche Idealisten wie ich tun sich das hier noch an (Lach)
Frauen reagieren da im allgemeinen rationaler und entschiedener.

Hier hast du allerdings auch aus meiner Sicht recht. Ich erwarte nicht, dass Magnolia in absehbarer Zeit zurückkehrt und kenne ein paar weitere Gründe dafür.
Leider - und das mag ein anderer Themenpunkt sein, aber er gehört schon hierher - scheint es mit den größeren Geschichtenportalen so, dass man ihre Kleingeistigkeit irgendwann hinter sich lassen muss, wenn man von der Stelle kommen will.

"galdnarorn" ist dafür auch ein gutes Beispiel.
Die hat sich die "Diskussionsforen" schon nach 1 Woche nicht mehr angetan.
Galdranorn ist glücklicherweise 'nur' eine vielbeschäftigte Frau und uns noch nicht verlorengegangen. ;)
 
Ansonsten: Das Entscheidende ist die Gesamtheit der Story und wie diese erzählt wird. Manchmal sind es auch die (historischen) Hintergründe der Story, die den Text interessant und lesenswert machen - weil sie dem Leser eine vielleicht nicht so bekannte Welt nahebringen oder erst erschließen.

Das will ich noch einmal gesondert aufgreifen, weil ich es wirklich wichtig finde.
Manche Bücher in meinem Regal sind so abgegriffen, weil ich immer wieder gerne lese, WIE der Autor die Geschichte erzählt hat.
Das kann am Humor liegen, oder an anderen Gefühlen, die geweckt werden.

Der Punkt ist, dass ich mir gerne eine abgedroschene Klischee-Geschichte reinziehe, wenn sie einfach geil geschrieben ist und bestenfalls auch noch das Klischee auf die Schippe nimmt.
 
@Kojote

Womit du ohne jeden Hauch eines Zweifels absolut recht hast, Rosi, mein Gutster.
Und ich schrieb, dass mir immer mehr bewusst wird, wie sehr sie meinen Stil beeinflusst hat. ;)


Mich haben Leute inspiriert, deren Anzahl zu groß ist, um auch nur anzufangen, ihre Namen zu nennen. Aber der erste war wohl Jules Verne.
Meinen Stil als Schreiber beeinflusst haben aber vornehmlich MagnoliaS, Schlafloser Single, Why-Not, Faith, XXX-Zine, Plusquamperfekt, Bashfullyshameless, Menatlcase und Quince.
Um nur die zu nennen, für die ich niemals irgendwo nachschauen müsste, um ihre Namen zu wissen.

Und ich kopiere. Damit fange ich immer an, bevor ich mir einzelne Teilelemente aneigne. Das ist der normale Prozess.

Was mein Schaffen angeht: Ich habe haufenweise Mist produziert, dessen schlimmste Auswüchse glücklicherweise auf meiner Festplatte verrotten. Aber ich habe auch lichte Momente gehabt und ich für meinen Teil bin sogar davon überzeugt, dass ich brillante Augenblicke hatte.
Aber für ein übersteigertes Selbstwertgefühl bin ich ja bekannt... ;)



Ich bin nicht ganz sicher, was du eigentlich sagen willst, aber es fühlt sich wie ein Relativierungsversuch an.
Und dem kann ich meine Zustimmung nicht geben.
Selbst die Plotskizzen von Magnolia hängen in meinen Augen neunzig Prozent der veröffentlichten Geschichten ab. Und das macht sie für mich wirklich gut.

Kein Grund, in Ohnmacht zu fallen, aber wenn ein Künstler mir reihenweise gefällt, dann kaufe ich auch schon mal ein Buch von ihm/ihr, ohne vorher abzuklopfen, ob das Thema mir exakt liegt.
Das hat nichts mit Fandom zu tun, sondern einfach nur mit dem Wissen, dass manche Autoren mir so gut gefallen, dass selbst mir fremde Themen durch ihre Hand interessant werden.

Und das, mein lieber Rosi, ist ein Qualitätsmerkmal, dass in beschissenen 20 Jahren Interesse an erotischer Fiktion genau DREI Autoren in mir geweckt haben.
Bei allgemeiner Fiktion ist die Liste weng länger...




Hier hast du allerdings auch aus meiner Sicht recht. Ich erwarte nicht, dass Magnolia in absehbarer Zeit zurückkehrt und kenne ein paar weitere Gründe dafür.
Leider - und das mag ein anderer Themenpunkt sein, aber er gehört schon hierher - scheint es mit den größeren Geschichtenportalen so, dass man ihre Kleingeistigkeit irgendwann hinter sich lassen muss, wenn man von der Stelle kommen will.


Galdranorn ist glücklicherweise 'nur' eine vielbeschäftigte Frau und uns noch nicht verlorengegangen. ;)

- Dass du publizistisch manch hellen Moment hattest: Da bin ich der Letzte, der das bezweifelt, und ich bin sicher, du wirst auch in Zukunft noch manch hellen Moment haben.
- Dass du nach eigener Aussage publizistisch auch ne Menge Mist produziert hat- wofür du als Kronzeugen deine Festplatte angibst (Her damit! - Lach-)-ist wohl auch völlig normal.

- MagnoliaS
Nein, das ist keine Relativierung von mir.
Auch "seriöse Autoren/innen" sind nicht immer in Topform, wofür ihr Werk Zeugnis ablegt.
Vielleicht kann man sagen: Ein wirklich guter Autor schafft es, auch seine weniger guten Werke phasenweise interessant zu gestalten.

-galdranorn-
Vielbeschäftigte Frauen sind okay.
Hauptsache, man(n) ist gesund, und die Frau hat Arbeit.
(Anmerkung: Im Hintergrund läuft bei mir grade REINHARD FENDRICH: "Macho, Macho.")

Ernsthaft: "galdranorn" ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass gelegentlich immer noch gute neue Leute den Weg ins deutsche LIT finden.
Mir gefallen ihre Stories ausserordentlich gut, und sie schreibt über viele unterschiedliche Themen sehr packend und überzeugend.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Back
Top