Bundestrojaner bereits im Einsatz

@Erpan

Deine Story würde verboten werden???
Bist du sicher???
Hast du versucht, sie in Deutschland zu publizieren???
.
Und die vielen Änderungen zeigen dann einfach, dass die Bevölkerung diese Änderungen mehrheitlich okay findet.
Jedenfalls sehe ich keine Massen auf den Strassen, die fordern: "Weg mit dem §184" oder "Liberalisiert den §184",so wie weiland beim §218.
lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Und jetzt eine Frage: Wo steht da irgendwas von Inzestpornographie? Immer wieder höre ich "sie ist verboten weil ja inzest". Aber irgendwie habe ich den passus über fiktive inzestpornographie nie gefunden.
Es gibt keinen speziellen Inzestpornografieparagraphen – es gibt nur einen Paragraphen (173 StGB), der den tatsächlichen Inzest (nur Vaginalverkehr unter direkten Verwandten: Eltern (auch Stiefeltern) mit ihren Kindern, Geschwister untereinander) unter Strafe stellt.

Kuriosum: Es gibt keinen Paragraphen, der tatsächliche sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren verbietet, sondern nur die fiktiven Geschichten darüber – eben jenen § 184a StGB.
 
Deine Story würde verboten werden???
Bist du sicher???
Hast du versucht, sie in Deutschland zu publizieren???
Nicht diese Geschichte, sondern eine andere wurde von einem Anwalt, der sich darauf spezialisiert hat, beurteilt. Er erklärte mir, worauf es bei Geschichten ankommt: Wenn die geschilderte Sex/Gewalt-Kombination sexuell anregend wirkt bzw. erkennbar darauf angelegt ist, sexuell erregend zu wirken, wird sie verboten. Auf meinen Einwand hin, erotische Geschichten sind auch darauf aus, sexuell erregen zu wirken, sagte er, entscheidend sei die Detailliertheit der Schilderung: Werden die sexuellen Dinge nicht beim Namen genannt, sondern nur umschrieben, sei alles okay.

Außerdem käme es auf den Verfasser an: Ist er berühmt, kann er schreiben, was er will, denn kein Staatsanwalt würde sich mit ihm anlegen, denn schließlich gibt es den Kunstvorbehalt in der Verfassung. Auch Übersetzungen von Werken, die in anderen Ländern schon publiziert wurden, werden trotz Sex/Gewaltszenen in der Regel nicht belangt, weil Deutschland sonst als besonders prüde dastünde.

Als Beispiel nannte er mir das Buch "American Psycho" dann Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“ und das Buch „Der Engländer“, geschrieben von einem Mitglied der Academie Francaise: André Pieyre de Mandiargues – hier ein Zitat von ihm:

"Ich möchte von der wunderbaren Inspirationsquelle sprechen, die der Schmerz in Mischung mit dem Humor ist, im Verein mit einer gewissen Erotik, mit einem gewissen Sadismus und Masochismus, mit einer überscharfen Wahrnehmung und mit einer ungeheuren Lebenslust."


Mein Urteil (nach deutscher Gesetzeslage): Wäre er nicht Mitglied der Academie Francaise, sein Buch dürfte nie in Deutschland erscheinen bzw. müsste beschlagnahmt werden. Mehr will ich dazu nicht sagen.

Und es gibt noch ein Kriterium, wie man als deutscher Autor durch die Zensur kommt bzw. von der BPjM nicht belangt wird: Das Buch muss teuer sein (jenseits von 30 €), so dass von vorneherein der Kreis der potentiellen Käufer und Leser klein ist. Dann wird die Gefahr, dass das Buch die deutsche Bevölkerung sittlich gefährdet, als gering angesehen, zudem bei einem Eingreifen des Staates der Schaden für eben diesen Staat (als Zensurgeil da zustehen) größer wäre als der Nutzen.

Man sieht, der Spruch in der Verfassung, alle Menschen seien vor dem Gesetz gleich, ist nichts anderes als das: ein Spruch.

Und die vielen Änderungen zeigen dann einfach, dass die Bevölkerung diese Änderungen mehrheitlich okay findet.
Natürlich findet die Bevölkerung diese Änderung mehrheitlich okay – es ging und geht ja gegen Schmutz und Schund und die Perversen, seit jeher des Deutschen liebstes Kind. Damit kann die Politik immer punkten – siehe Zensursulas Internetsperrengesetz, das kurz vor der letzten Bundestagswahl verabschiedet und, als die sonst schweigende Mehrheit ihren Kreuz an der richtigen Stellen gemacht hatte, ad acta gelegt wurde.
 
Viele der grausamsten Diktaturen, entstanden, weil Menschen glaubten anderen Menschen etwas gutes zu tun.
Ja, so kann man den Münchner Kardinal Faulhaber durchaus als Steigbügelhalter der Diktatur des III. Reiches bezeichnen, denn als Hitler zum Reichskanzler gewählt wurde, schrieb er ihm in einem Telegramm: „Uns kommt es aufrichtig aus der Seele: Gott erhalte unserem Volk unseren Reichskanzler“

Aber das ist noch nicht alles - Kardinal Faulhaber formulierte es in einer Predigt im Jahre 1937 so: "Zu einer Zeit, da die Oberhäupter der Weltreiche in kühler Reserve und mehr oder minder voll Mißtrauen dem neuen Deutschen Reich gegenüberstehen, hat die Katholische Kirche, die höchste sittliche Macht auf Erden, mit dem Konkordat der neuen deutschen Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen. Für das Ansehen der neuen Regierung im Ausland war das eine Tat von unschätzbarer Tragweite."

Das war 2 Jahre nach der Verabschiedung der Rassengesetze.

Und der katholische Episkopat habe seine "aufrichtige und freudige Bereitschaft ausgesprochen, nach bestem Können zusammenzuarbeiten mit der jetzt waltenden Regierung, die die Förderung von christlicher Volkserziehung, die Abwehr von Gottlosigkeit und Unsittlichkeit, den Opfersinn für das Gemeinwohl und den Schutz der Rechte der Kirche als Leitstern ihres Wirkens aufgestellt hat".

Wichtig war also „die Förderung von christlicher Volkserziehung, die Abwehr von Gottlosigkeit und Unsittlichkeit“ – und so das ist bis heute geblieben.
Apropos heute: Kardinal Faulhaber wird als großer Widerstandskämpfer gefeiert – nach ihm ist eine Straße in Münchner Innenstadt benannt.

Um auf dein Sexthema zurück zu kommen. Eine vollständige Demokratie würde die Welt deiner Idee von einer Zensurfreien Welt auch keinesfalls weiter helfen. Stell dir nur mal vor, wie leicht die Masse zu manipulieren wäre und im Fall von Pornographie eine Abschaffung fordern würde. Es, währe ähnlich sinnfrei wie das Alkoholverbot in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Und Scheinheilig obendrein.
Wie du zu diesem Vergleich kommen konntest, ist mir schleierhaft, denn sinnfrei war dieser Alkoholverbot tatsächlich, aber hier würde sich um eine Freigabe der Pornografie handeln, also um eine Abschaffung des Verbotes!

Ein gutes Beispiel für diesen fast Zensurmäsigen Umgang mit Sexualität findet man ja in den USA. Wo die Gesellschaft zwischen den beiden Extremen extrem gespalten ist. Wobei "Texte" durch die US Verfassung davon wieder ausgenommen sind.
Nicht nur Texte, auch diverse Sadomasoseiten im Internet sind nicht zu belangen, weil auch sie Meinungsäußerungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen und bisher auch bekommen haben (wenn sie sich nicht besonders doof angestellt haben).

Anders ist da z.B. Japan. In Japan gab es seit vielen Jahrhunderten einen sehr offenen Umfang mit bildlicher Pornographie (Hentai), welcher auch zu den mitunter liberalsten Gesetzen im bezug auf Pornographie führt.

Ob deswegen Japan den anderen Stadten in Bezug auf Demokratie überlegen ist, steht in meinen Augen jedoch auf einen anderem Blatt.
Auf jeden Fall hat Japan die kleinste Kriminalitätsrate aller Industrienationen, auch und vor allem auf dem sexuellen Gebiet.

Ich würde mich über einen perfekten Staat freuen, in dem jeder sich wirklich frei entwickeln kann. Aber so ein Staat wäre wie ein Körper ohne Immunabwehr. Krebszellen könnten sich vermehren und würden diesen Körper zu grunde richten. Deswegen muss man einfach immer einen gesunden Kompromiss zwischen "abwehr" und "Freiheit" finden. Den Königsweg wird es für die ganze Welt vermutlich zu unseren Lebzeiten nicht geben.
Das mit der Immunabwehr und Krebszellen (Krebszelle = Pornografie, Extremismus) erinnert sehr deutlich an die Argumentation aus Zeiten, die wir als überwunden glaubten – ist dir das bewusst?
 
Das mit der Immunabwehr und Krebszellen (Krebszelle = Pornografie, Extremismus) erinnert sehr deutlich an die Argumentation aus Zeiten, die wir als überwunden glaubten – ist dir das bewusst?
Wenn ich nur noch Bilde/Vergleiche nehmen dürfte, die nicht irgendwer, irgendwann einmal für irgendwas missbraucht hat, wäre ich leide zusehr eingeschrenkt. Das wäre dann in meinen Augen eine Selbstzensur. Deswegen erleutere ich dir lieber kurz das Bild meiner Argumentation

Ich bezog es jetzt nicht auf Pronographie, sondern auf Extremismus. Und die Krebszellen sind in meinen Augen wirklich zerstörrerische Zellen, z.B. Links und Rechtsextremismus wie er in der Weimarer Republik herrschte.

Deutschland hat daraus gelernt und wenn z.B. die NPD irgendwo zu mächtig wird, stehen Grüne, SPD, CDU und viele andere gemeinsam auf um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Pronographie wäre in diesem Bild dann soetwas wie Sommersprossen. Nicht jeder Manns sache, aber ungefähr genau so harmlos. Denn ich bezweifle mal, das irgendwer ausser die Foxnews vielleicht, ernsthaft an eine Weltverschwörung der der Pronoherrsteller und Konsumenten denkt, mit dem Ziel die freiheitlich Demokratische Grundordnung zu stürzen und alle Menschen dazu zwingt, an Orgien, Swingertreffen und BDSM Spielchen teilzunehmen ;)

Wobei mit BDSM gabs doch schon mal eine epoche wo so ein Verein das versuchte ... Ihr wisst schon, die mit ihren Kreuzen, ihren Kinderfetisch und so weiter :D Man sollte vielleicht überlegen ob dieser Fischerverein nicht im Rahmen einer Verschwörung hinter der Pronoindustrie steckt :D
 
@Erpan

Nicht diese Geschichte, sondern eine andere wurde von einem Anwalt, der sich darauf spezialisiert hat, beurteilt. Er erklärte mir, worauf es bei Geschichten ankommt: Wenn die geschilderte Sex/Gewalt-Kombination sexuell anregend wirkt bzw. erkennbar darauf angelegt ist, sexuell erregend zu wirken, wird sie verboten. Auf meinen Einwand hin, erotische Geschichten sind auch darauf aus, sexuell erregen zu wirken, sagte er, entscheidend sei die Detailliertheit der Schilderung: Werden die sexuellen Dinge nicht beim Namen genannt, sondern nur umschrieben, sei alles okay.

Außerdem käme es auf den Verfasser an: Ist er berühmt, kann er schreiben, was er will, denn kein Staatsanwalt würde sich mit ihm anlegen, denn schließlich gibt es den Kunstvorbehalt in der Verfassung. Auch Übersetzungen von Werken, die in anderen Ländern schon publiziert wurden, werden trotz Sex/Gewaltszenen in der Regel nicht belangt, weil Deutschland sonst als besonders prüde dastünde.

Als Beispiel nannte er mir das Buch "American Psycho" dann Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“ und das Buch „Der Engländer“, geschrieben von einem Mitglied der Academie Francaise: André Pieyre de Mandiargues – hier ein Zitat von ihm:

"Ich möchte von der wunderbaren Inspirationsquelle sprechen, die der Schmerz in Mischung mit dem Humor ist, im Verein mit einer gewissen Erotik, mit einem gewissen Sadismus und Masochismus, mit einer überscharfen Wahrnehmung und mit einer ungeheuren Lebenslust."


Mein Urteil (nach deutscher Gesetzeslage): Wäre er nicht Mitglied der Academie Francaise, sein Buch dürfte nie in Deutschland erscheinen bzw. müsste beschlagnahmt werden. Mehr will ich dazu nicht sagen.

Und es gibt noch ein Kriterium, wie man als deutscher Autor durch die Zensur kommt bzw. von der BPjM nicht belangt wird: Das Buch muss teuer sein (jenseits von 30 €), so dass von vorneherein der Kreis der potentiellen Käufer und Leser klein ist. Dann wird die Gefahr, dass das Buch die deutsche Bevölkerung sittlich gefährdet, als gering angesehen, zudem bei einem Eingreifen des Staates der Schaden für eben diesen Staat (als Zensurgeil da zustehen) größer wäre als der Nutzen.

Man sieht, der Spruch in der Verfassung, alle Menschen seien vor dem Gesetz gleich, ist nichts anderes als das: ein Spruch.

Natürlich findet die Bevölkerung diese Änderung mehrheitlich okay – es ging und geht ja gegen Schmutz und Schund und die Perversen, seit jeher des Deutschen liebstes Kind. Damit kann die Politik immer punkten – siehe Zensursulas Internetsperrengesetz, das kurz vor der letzten Bundestagswahl verabschiedet und, als die sonst schweigende Mehrheit ihren Kreuz an der richtigen Stellen gemacht hatte, ad acta gelegt wurde.

Was die Gleichheit vor dem Gesetz betrifft: Heuchelei und reale Ungleichgewichte gibts in allen demokratischen Staaten.
Es wird auch immer falsche und ungerechte Entscheidungen geben- Auch in Demokratien.

Nimm die USA. Da brauchst du nen Star-Anwalt, und alles ist paletti.
Ich denk da an den Fall O.J. Simpson.

Heuchelei gibts auch in der UNO, in den EU-Gremien, etc...

-Zensursula
Das war purer Aktionismus.

Dennoch sollte man beim Internet nicht nur die Vorteile, sondern auch die Gefahren sehen.

Kürzlich hab ich im TV eine Mutter gesehen, die folgenden Fall geschildert hat: Ihr 14jähriger Sohn wurde im Netz (bei "Facebook") monatelang als "Schwuler" verunglimpt.
Er hat sich auf die Bahngleise gelegt.
"Facebook" gibt natürlich keine Daten raus.
Ich finde diese Dinge problematisch, von wegen: Es gilt das Recht des Landes, wo der Server steht, wo der Betreiber das Ding angemeldet hat.
Seis drum: Ich will damit sagen: Beim Internet gibts noch viele Dinge, die rechtlich noch nicht oder nur unzureichend geregelt sind.
Ich denke, man sollte beide Seiten sehen, und auch die Gefahren nicht aus dem Blick verlieren.

-Zu deinem Fall: Nun, wenn ich das mit dem Staatsanwalt richtig verstanden habe: Wer entscheidet denn,ob eine geschilderte Kombination von Faktoren in einer Story sexuell anregend ist oder nicht? Das dürfte auf viele Leser unterschiedlich wirken.
Und ob etwas auf "sexuelle Anregung hin angelegt ist", ist auch sehr weich formuliert und lässt der Interpretation Tür und Tor offen.

Berühmtheit, Geld, Prestige, Vitamin B (also gute Beziehungen)...-Ich denk, das war schon immer ein Bonus. Zu allen Zeiten in jeder Gesellschaft.
Ist nicht schön, aber wohl nicht zu ändern.

-Der Kunstvorbehalt: Die Beispiele "American Psycho" und "Die Wohlgesinnten" sind gut.
Aber gabs nicht immer häufiger die umgekehrten Fälle? Dass vieles lange verboten war (Auch in den USA), was heute als literarisch gilt?
Exemplarisch ist da wohl der Fall Henry Miller. Wie lange waren dessen Bücher verboten. Heute schüttelt man darüber nur noch lächelnd den Kopf.

Aber wie ich schon öfters dazu geäussert habe: Das gesellschaftliche Klima in solchen Dingen wandelt sich auch, und oft in Richtung mehr Liberalität.
Siehe Wilde Ehe, Hommosexualiät, etc...
Wenn man etwas in Richtung §184 verändern will, dann müssten diese Leute,die das wollen , schauen, dass sie die Gesellschaft dafür sensibilisieren können- ansonsten beleibts beim jammern.
Das ist jetzt überhaupt nicht auf dich persönlich bezogen, "Erpan", sondern ganz allgemein gemeint.

- Zu deinem andern Posting:
Kardinal Faulhaber- Richtig. Die Kirchen und das 3.Reich. Kein Ruhmesblatt für diese Institutionen.
lg
Rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Ich bezog es jetzt nicht auf Pronographie, sondern auf Extremismus. Und die Krebszellen sind in meinen Augen wirklich zerstörrerische Zellen, z.B. Links und Rechtsextremismus wie er in der Weimarer Republik herrschte.

Deutschland hat daraus gelernt und wenn z.B. die NPD irgendwo zu mächtig wird, stehen Grüne, SPD, CDU und viele andere gemeinsam auf um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Eben. Nur wenn die etablierten Parteien in Selbstzufriedenheit verfallen, schlagen andere daraus Kapital – siehe NPD, einst die Grünen, jetzt die Piratenpartei. Extremismus kann nur gedeihen, wenn die Probleme der Zeit ignoriert werden - deshalb braucht man noch lange keine Zensur bzw. einen Paragraphen, um Leute wegen deren politischen Äußerungen/Lügen einsperren zu können!
 
deshalb braucht man noch lange keine Zensur bzw. einen Paragraphen, um Leute wegen deren politischen Äußerungen/Lügen einsperren zu können!

Ist das nicht der gängige Status quo? Also meines wissens kann jeder in Deutschland alles sagen, nur halt sobald es im sehr sensiblen Berech Volksverhetzung/Nazi Schwachsinn, gibt es halt historische Grenzen. Aber als Zensur würde ich das nicht wahrnehmen.
 
-Zensursula
Das war purer Aktionismus.
Nein, das war Absicht. Es war der Versuch der CDU, im Wahlkampf alle anderen Parteien als Freunde der Kinderpornografie hinzustellen - nur deshalb hat auch die SPD (damals in der großen Koalition mit der CDU) dem Gesetz zugestimmt.

Kürzlich hab ich im TV eine Mutter gesehen, die folgenden Fall geschildert hat: Ihr 14jähriger Sohn wurde im Netz (bei "Facebook") monatelang als "Schwuler" verunglimpt.
Er hat sich auf die Bahngleise gelegt.
Das gab und gibt es auch ohne Internet.

Und ob etwas auf "sexuelle Anregung hin angelegt ist", ist auch sehr weich formuliert und lässt der Interpretation Tür und Tor offen.
Pornografie ist, wenn dem Staatsanwalt beim Lesen der Schwanz steht. :D

Aber gabs nicht immer häufiger die umgekehrten Fälle? Dass vieles lange verboten war (Auch in den USA), was heute als literarisch gilt?
Exemplarisch ist da wohl der Fall Henry Miller. Wie lange waren dessen Bücher verboten. Heute schüttelt man darüber nur noch lächelnd den Kopf.
In USA waren diese Bücher nicht direkt verboten – es traute sich nur keiner, sie zu drucken. Und als sich endlich jemand traute, führte das zu Prozessen, an deren Ende 1964 die völlige Freigabe stand. Aber erst die späteren Prozesse des Hustler Herausgebers Larry Flynt haben dazu geführt, dass in USA explizite Sex- und Gewaltdarstellungen kein Grund mehr für Verbote sein können. Natürlich haben christliche Kirchen und Vereine mehrmals versucht, diese Entscheidung des Obersten Gerichts zu kippen, aber bisher sind alle Versuche gescheitert – zuletzt unten Clinton.

Aber wie ich schon öfters dazu geäussert habe: Das gesellschaftliche Klima in solchen Dingen wandelt sich auch, und oft in Richtung mehr Liberalität.
Das war in den 70er, doch die Zeiten sind längst vorbei – zumindest was die Pornografie betrifft gab und gibt es seitdem nur Verschärfungen. Dass es heute trotzdem kaum mehr diesbezügliche Prozesse gibt, liegt am Internet, wo die Leute nicht mehr so leicht zu fassen sind.

Trotzdem: Hier kann man nachlesen, in welchem Jahr wie viele Werke auf Index gesetzt bzw. beschlagnahmt wurden.
 
Ein Beispiel für eigentlich verbotene Vorzensur liefert das ZDF mit dem 6-teiligen Film „Borgia“, dessen Ausstrahlung heute um 20:15 beginnt. Dazu sagt heute die Süddeutsche:

“Besonders schlimm wird es, wenn in einem sadistischen Höhepunkt zwei Attentäter wie Schweine an den Beinen aufgehängt und von den bald bluttriefenden Henkersknechten bei lebendigem Leib durchgesägt werden. Fontana behauptet, er habe gründlich recherchiert, aber diese Art Strafe gehörte nicht einmal im dunkelsten Mittelalter zum Repertoire. Sie findet sich allerdings auf einem zeitgenössischen Holzschnitt von Lucas Cranach, der die "Marter des Hl. Simon" darstellt. Andererseits war der katholischen Kirche der Gedanke nie fremd, mit Verweis auf die Märtyrer-Legenden das Volk drastisch zu erziehen.

Dem Zuschauer bleiben Szenen wie diese vermutlich erspart, weil man sich wegen der "frühen" Sendezeit um 20:15 Uhr zu etlichen Schnitten entschlossen hat. Diese Gewaltszenen dürften in der amerikanischen Fassung, die von der Online-Videothek Netflix erworben wurde sowie den Pay-TV-Sendern Canal Plus und Sky Italia, wieder ergänzt werden.
 
Ja, aber nur in Deutschland, China, Iran und ähnlichen Diktaturen.

Und in welchen Ländern ist es anders? Meines wissens nach hat jedes Land ab einer gewissen Größe Gesetze, die das Land vor unliebsamen Mitbürgern schützt.
 
Ein Beispiel für eigentlich verbotene Vorzensur liefert das ZDF mit dem 6-teiligen Film „Borgia“, dessen Ausstrahlung heute um 20:15 beginnt. Dazu sagt heute die Süddeutsche:

“Besonders schlimm wird es, wenn in einem sadistischen Höhepunkt zwei Attentäter wie Schweine an den Beinen aufgehängt und von den bald bluttriefenden Henkersknechten bei lebendigem Leib durchgesägt werden. Fontana behauptet, er habe gründlich recherchiert, aber diese Art Strafe gehörte nicht einmal im dunkelsten Mittelalter zum Repertoire. Sie findet sich allerdings auf einem zeitgenössischen Holzschnitt von Lucas Cranach, der die "Marter des Hl. Simon" darstellt. Andererseits war der katholischen Kirche der Gedanke nie fremd, mit Verweis auf die Märtyrer-Legenden das Volk drastisch zu erziehen.

Dem Zuschauer bleiben Szenen wie diese vermutlich erspart, weil man sich wegen der "frühen" Sendezeit um 20:15 Uhr zu etlichen Schnitten entschlossen hat. Diese Gewaltszenen dürften in der amerikanischen Fassung, die von der Online-Videothek Netflix erworben wurde sowie den Pay-TV-Sendern Canal Plus und Sky Italia, wieder ergänzt werden.

Ich hab die Serie gesehen, ist genau das gleiche Schema wie Rom, Spartakus, Deadwood, True Blood, etc. Blut, Sex und Intrigen. Um ehrlich zu sein, würde ich um 20:15, zu einer Zeit wo für gewöhnlich auch Kinder unter 10 Jahren zusehen könnten, sowas wirklich nicht ungeschnitten zeigen. Ich vermute das viel 6 Jährige bei Die Borgias einfach mal Alpträume kriegen würden, die man ihnen durch aus ersparen kann.

Die US Fassung ist im Freiempfangbaren Fernsehen bei solche Serien übrigens noch schlimmer geschnitten als die deute, einfach weil es extrem viele Sexszene gibt, was in den USA einfach mal garnicht geht.
 
@Erpan

Ich hab in meinem Posting 32 den Fall eines 14jährigen Jungen erwähnt, der sich wegen Internet-Mobbing via "Facebook" (Vorwurf: Homosexualität) auf die Gleise legte.
"Facebook" rückt keine Daten raus.

Deine Antwort auf den Fall in Posting 36: "Das gabs und gibts auch ohne Internet."

Sicher richtig.
Aber was ist denn das für eine Logik?
Soll man deshalb dagegen nichts tun?
Nach dem Motto: Da hält einer Internet-Mobbing nicht aus, bläst sich das Licht aus-Pech gehabt, Weichei.
Das kanns ja wohl nicht sein...
lg
"rosi" (Johannes)
 
@FIRST AMENDMENT der US-Verfassung

Dieser wichtige Zusatzartikel war im Laufe seiner Geschichte auch niemals unumstritten. Schon unter den Grüdervätern gab es welche, die gewisse Einwände dagegen hatten.

Grade ab Beginn des 20.Jhd. gab es einige wichtige Prozesse betreffs der Meinungsfreiheit, und es ging in diesen Prozessen sehr oft um Pornografie.
Ich will die einzelnen Fälle, die Urteile und deren Begrndungen jetzt nicht alle auflisten. Das Posting würde dadurch zu lange geraten.
Man findet das alles recht leicht, wenn man sich mit der Historie dieses Zusatzartikels beschäftigt.

Der "Supreme Court" hat allerdings immer zugunsten der Meinungsfreiheit entschieden, auch in Sachen Pornografie.
LARRY FLYNT sagte nach seinem Sieg vor dem "Supreme Court" den schönen Satz:
"Dieser Zusatzartikel erlaubt, auch einen schlechten Geschmack zu haben."
Und in Richtung seiner Gegner: "Dieser Artikel schützt auch Arschlöcher wie sie."

Was ich damit sagen will: Recht ist nicht statisch und oft nicht eindeutig formuliert.
Wäre es so, müssten nicht Scharen von Juristen immer wieder um deren Auslegung und Anwendung streiten, auch in den USA.
Zudem gibt es immer wieder neue Sachverhalte (bsp Internet) auf die das bestehende Recht angewendet werden muss.

Viele Teile der US-Verfassung würden bei der Bevölkerung heute wohl sicher keine Mehrheit mehr bekommen, würde man sie darüber abstimmen lassen.
Das zeigen alle Umfragen in den USA, und zwar schon seit längerer Zeit.
Das gilt vor allem für den Punkt Religionsfreiheit, und es gilt vor allem seit "09/11."
Da hat sich in der Bevölkerung die Waagschale Richtung "Sicherheit" geneigt. ("Heimatschutzgesetz").
Das ist keine Wertung von mir, sondern schlicht die Feststellung einer Tatsache.

Die US- Behörden, die mit der Terrorabwehr-und Bekämpfung beschäftigt sind, hören seit "09/11" angeblich 1,2 Milliarden Telefonate und Mails pro Tag ab bzw lesen diese.
So jedenfalls Elmar Theveßen in einer kürzlich gesendeten Doku über die innenpolitischen Folgen von "09/11."

Da kann man natürlich froh sein, dass die US-Verfassung recht kurz ist, recht einfach gehalten und sehr effektiv.
Sie darf nicht verändert werden (Im Gegensatz zum GG, wenn eine gewisse Mehrheit vorliegt).
Sie darf nur durch "Zusatzartikel" ergänzt werden.
Davon gibt es meines Wissens bisher grade mal 27.
lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Und in welchen Ländern ist es anders? Meines wissens nach hat jedes Land ab einer gewissen Größe Gesetze, die das Land vor unliebsamen Mitbürgern schützt.
Verwechselst du nicht was? Wir sprechen hier nicht von unliebsamen Mitbürgern, sondern von Zensur. Das ist die planmäßige Überwachung des Geisteslebens mit dem Ziel, die Übermittlung von Meinungen und Tatsachen zu regulieren und insoweit das Aufkommen unerwünschter Ideen zu verhindern bzw. deren Weiterverbreitung zu unterbinden. Genau das geschieht bei uns, in China, Iran, etc., natürlich in verschieden scharfen Ausprägungen.

Die US Fassung ist im Freiempfangbaren Fernsehen bei solche Serien übrigens noch schlimmer geschnitten als die deute, einfach weil es extrem viele Sexszene gibt, was in den USA einfach mal garnicht geht.
Das gilt nur für die großen landesweiten Networks (z.B. CBS, NBC und ABC), die Boykotte der Werbekunden befürchten, die ihrerseits auf die Gefühle der ja sehr bigotten amerikanischen Bevölkerung achten müssen. Das gilt aber nicht für die vielen lokalen Sender, die keinerlei Kontrolle unterliegen (dürfen), weil sie alle unter dem Schutz des ersten Zusatzes zur Verfassung stehen, wie schon rosettenfreak richtig ausführte.
 
Grade ab Beginn des 20.Jhd. gab es einige wichtige Prozesse betreffs der Meinungsfreiheit, und es ging in diesen Prozessen sehr oft um Pornografie.
Ja, die konservativen Kreise (warum immer die konservativen?) haben schon oft versucht, die Meinungsfreiheit zu beschränken, zuletzt mit dem sogenannten Communications Decency Act (CDA), das vom Kongress 1996 verabschiedet und ein Jahr später vom Supreme Court wieder kassiert wurde – einen Satz aus der Begründung des obersten Gerichts habe ich bereits hier gepostet:

„Die Tatsache, dass eine Meinung von der Gesellschaft als anstößig empfunden wird, ist kein hinreichender Grund, diese zu unterbinden."

Ich glaube, zu einem Satz wie diesen wird sich unser Bundesverfassungsgericht niemals durchringen.
 
Verwechselst du nicht was? Wir sprechen hier nicht von unliebsamen Mitbürgern, sondern von Zensur. Das ist die planmäßige Überwachung des Geisteslebens mit dem Ziel, die Übermittlung von Meinungen und Tatsachen zu regulieren und insoweit das Aufkommen unerwünschter Ideen zu verhindern bzw. deren Weiterverbreitung zu unterbinden. Genau das geschieht bei uns, in China, Iran, etc., natürlich in verschieden scharfen Ausprägungen.

Ähm nein, Erpan. Vielleicht sehe ich Zensur zusehr in einem geschichtlichen Kontext, aber denn für mich bleibt Zensur eine vorauseilende Verhinderung von Information.

In Deutschland kannst du einfach ausgedrückt jeden Scheiss veröffentlichen. In keiner Druckerei(mit denen ich ab und an zusammen arbeite), in keinem Pressbüro, oder sonst irgendwo sitzt ein Mann von einer Behörde, und sagt: "Nein, das dürfen sie nicht veröffentlichen."

Fakt ist, du kannst alles in Deutschland veröffentlichen. Du musst nur mit eventuellen rechtlichen Konsiquenzen leben. Wie in den USA übrigens auch. Das ist überall in der Welt so. In Deutschland kann ich munter alles tun, solange ich nicht die Persönlichkeitsrechte verletze, Volksverhetzendes Zeug im übertrieben maß in mein "Werk" packe, oder irgendwelche Copyrights verletze.

Und auch hier gilt, ich muss es erst getan haben, dann gibts eine Abmahnung, dann beschäftigt sich ein Gericht damit usw. Klar würde der Staat manchmal lieber Dinge gleich verhindern, aber so funktioniert es nicht, außer vielleicht, und das ist wieder in meinen Augen keine Zensur, sondern grober Unfug, du würdest her gehen und würdes ankündigen, das du z.B. als Familien TV Zeitschrifft eine DVD mit Hardcorepornos in deiner nächsten Ausgabe mit auslieferst. Dann könnte es sein, das ein Richter dir das ganz schnell verbietet. Aber ich glaube diese Form der Freien Meinungsäußerung würdest selbst du nicht als Zensur werten, oder?

Aber wie gesagt, vielleicht verstehe ich Zensur auch zu sehr in einem Weltweiten und Historischen Kontext. Vielleicht sehe ich nur die Freiheit, die wir seit dem Kaiserreich und dem ende des Dritten Reichs gewonnen haben. Nenne mir doch ein paar beispiele, wo in Deutschland aktiv Zensur betrieben wird?
 
In Deutschland kannst du einfach ausgedrückt jeden Scheiss veröffentlichen. In keiner Druckerei(mit denen ich ab und an zusammen arbeite), in keinem Pressbüro, oder sonst irgendwo sitzt ein Mann von einer Behörde, und sagt: "Nein, das dürfen sie nicht veröffentlichen."

Fakt ist, du kannst alles in Deutschland veröffentlichen. Du musst nur mit eventuellen rechtlichen Konsiquenzen leben. Wie in den USA übrigens auch. Das ist überall in der Welt so. In Deutschland kann ich munter alles tun, solange ich nicht die Persönlichkeitsrechte verletze, Volksverhetzendes Zeug im übertrieben maß in mein "Werk" packe, oder irgendwelche Copyrights verletze.
Du hast bei der Aufzählung die Paragraphen 184 und 184a vergessen. ;)

Sicher, eine staatliche Zensurbehörde wie früher gibt es in Deutschland nicht mehr, dafür aber eine Reihe von staatlich bestellten bzw. verlangten Institutionen, die Ähnliches leisten. Das sind zum Beispiel die verschiedenen Freiwilligen Selbstkontrollen, die Filme, Videospiele und Fernsehsendungen vor der Veröffentlichung prüfen, sie mit Altersfreigabe versehen und/oder bestimmte Schnitte verlangen, bevor sie auf den Markt kommen bzw. gesendet werden. Nichts anderes tat früher der staatliche Zensor, denn auch er verlangte Streichungen bzw. Schnitte aus fertigen Werken.

Sicher, die Filmemacher oder die Fernsehanstalten müssten ihre Werke dieser Kontrolle nicht unterwerfen – schließlich heißt sie ja „freiwillig“ -, aber sollte sich hinterher herausstellen, dass man doch gegen irgendeinen Paragraphen verstoßen hatte (die Ansichten z.B. darüber, ob ein Werk als pornografisch zu werten ist, gehen ja weit auseinander), so drohen im Nachhinein Ordnungsgelder bis 500.000 € und im Wiederholungsfall Entzug der Sendelizenz, kleine Verlage überleben ein Gerichtsstreit in der Regel nicht – siehe das Schicksal von Alpha Comic Verlags im Jahr 2001, von dem ich schon berichtet hatte.

Das ist sogenannte repressive Zensur, die die sogenannte präventive Zensur bewirkt – in Köpfen der Macher und etwas später in verschiedenen „freiwilligen“ Gremien.
 
@JAPÀN

Es wird immer nur auf die niedrige Rate von Sexualdelikten hingewiesen.
Dazu muss man aber wissen: In Japan werden schätzungsweise nur ca 10% dieser Verbrechen angezeigt.
Die Gründe sind vielfältig: Scham, gsellschaftl. Konventionen, etc...

Zudem hat Japan recht strenge Zensurgesetze bezügl. Pornogradfie.
So dürfen die Geschlechtsteile nicht explizit gezeigt werden.
Das geht noch auf Gesetze der Meji-Periode zurück.

Zudem ist es verboten, pornografisches Material nach Japan einzuführen.

Will sagen: Auch in Japan ist nicht alles Gold was glänzt, bezügl "Meinungsfreiheit und Pornografie."

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Du hast bei der Aufzählung die Paragraphen 184 und 184a vergessen. ;)

Sicher, eine staatliche Zensurbehörde wie früher gibt es in Deutschland nicht mehr, dafür aber eine Reihe von staatlich bestellten bzw. verlangten Institutionen, die Ähnliches leisten. Das sind zum Beispiel die verschiedenen Freiwilligen Selbstkontrollen, die Filme, Videospiele und Fernsehsendungen vor der Veröffentlichung prüfen, sie mit Altersfreigabe versehen und/oder bestimmte Schnitte verlangen, bevor sie auf den Markt kommen bzw. gesendet werden. Nichts anderes tat früher der staatliche Zensor, denn auch er verlangte Streichungen bzw. Schnitte aus fertigen Werken.

Sicher, die Filmemacher oder die Fernsehanstalten müssten ihre Werke dieser Kontrolle nicht unterwerfen – schließlich heißt sie ja „freiwillig“ -, aber sollte sich hinterher herausstellen, dass man doch gegen irgendeinen Paragraphen verstoßen hatte (die Ansichten z.B. darüber, ob ein Werk als pornografisch zu werten ist, gehen ja weit auseinander), so drohen im Nachhinein Ordnungsgelder bis 500.000 € und im Wiederholungsfall Entzug der Sendelizenz, kleine Verlage überleben ein Gerichtsstreit in der Regel nicht – siehe das Schicksal von Alpha Comic Verlags im Jahr 2001, von dem ich schon berichtet hatte.

Das ist sogenannte repressive Zensur, die die sogenannte präventive Zensur bewirkt – in Köpfen der Macher und etwas später in verschiedenen „freiwilligen“ Gremien.


Aber genau das hast du in den USA z.B. Dort kann und wird auch fast jeder Verlag/Organisation etc verklagt. Und oft genug bekommen die Kläger auch recht, und vernichten die verklagte Firma, etc.

Wie gesagt, da kenne ich kein Beispiel, wo es anders wäre. Die Sache mit dem Alpha Comic verlag habe ich gut mitverfolgt, aber dazu muss ich ehrlich sagen, Apha Comics ist in einer Zeit gestorben, wo fast alle anderen nicht verklagten Comic Verlage unter einer gewissen Größe auch pleitegegangen sind, oder aufgekauft wurden. Das hatte ich letzt wieder wo ich aufgeräumt habe und gute alte Comicserien in der Hand hielt, die nie zuende geführt wurden.

Das der 184/184a nerft, steht auf einem anderen Blatt, jedoch lässt er sich sehr sehr leicht umgehen. Im Vergleich dazu, ist sind Wettbewerbsbestimmungen in der Kosmetikindustrie noch schwerer zu umgehen :D
 
Zitat von rosettenfreak
Zudem ist es verboten, pornografisches Material nach Japan einzuführen.
Yeppa, allen Angehörigen der US-Navy wird noch vor dem
Anlegen in Yokohama die Japanische Spielregel vorgelesen,
dass Pornographieverbot ist der ewige Klassiker in dieser Predigt.

http://www.a-cross.jp/de/customs.shtml
 
Last edited:
Aber genau das hast du in den USA z.B. Dort kann und wird auch fast jeder Verlag/Organisation etc verklagt. Und oft genug bekommen die Kläger auch recht, und vernichten die verklagte Firma, etc.
Du verwechselst Zivilrecht (Persönlichkeitsverletzungen) mit dem Strafrecht.

Aber genau das hast du in den USA z.B. Dort kann und wird auch fast jeder Verlag/Organisation etc verklagt. Und oft genug bekommen die Kläger auch recht, und vernichten die verklagte Firma, etc.
Du verwechselst Zivilrecht (Persönlichkeitsverletzungen) mit dem Strafrecht.

Die Sache mit dem Alpha Comic verlag habe ich gut mitverfolgt, aber dazu muss ich ehrlich sagen, Apha Comics ist in einer Zeit gestorben, wo fast alle anderen nicht verklagten Comic Verlage unter einer gewissen Größe auch pleitegegangen sind, oder aufgekauft wurden.
Aufgekauft zu werden ist was anderes als die Miete nicht zahlen können, weil Gutachter-, Anwalts- und Gerichtkosten das Bankkonto geleert haben. Fest steht: Nur große und finanzkräftige Verlage, Filmgesellschaften und Fernsehsender können es sich leisten, teure Gutachter aufzubieten bzw. Gerichtsprozesse bis zum Bundesgerichtshof durchzustehen (Bsp: Rowohlt mit Opus Pistorum von Henry Miller), um am Ende ev. Recht zu bekommen.

Der Alpha-Verlag hat z.B. das Handtuch auch wegen der in Folge des Gerichtsprozesses ausgebliebenen Bestellungen hingeworfen, denn welcher Buchhändler will sich der Gefahr aussetzen, wieder Polizei im Hause zu haben, die auch die anderen Bücher nach Verbotenem durchsucht – so geschehen bei der Beschlagnahme der Comics (zur Erinnerung: Beschlagnahmt wurden 150 unterschiedliche Comics, in der Folge wurden 1200 Buchhandlungen in ganz Deutschland durchsucht, gerichtsverwertbar war am Ende nur eine Seite in einem einzigen Comicbuch).

So hat z.B. konkursbuch Verlag Claudia Gehrke nur dank Gutachter und namhafter Fürsprecher (u.a. Adolf Muschg: „Ich kenne die Kontexte, die der konkursbuchverlag herstellt, ein Verlag, der Autorinnen vom Range Yoko Tawadas veröffentlicht; ich verdanke ihm viel an Einsichten, Anregungen, Provokationen, und unter diesen ist natürlich die erotische nicht die Geringste – wie alles für die menschliche Existenz Grundlegende.“, oder auch NDR: „Sie stehen erfreulich quer zum Zeitgeist“, oder Der Spiegel: „Eigenwillig, irritierend, intelligent“) vor der BPjM eine Indizierung vermieden. Die Staatsanwaltschaft hat die Verlagsräume durchsucht und in diversen Büchern diverse Bilder mit scharf abgebildeten Schamlippen gefunden (nur unscharf abgebildeten sind keine Pornografie, bei Männern kommt natürlich das Winkelmesser zum Einsatz :D ).

Weil das Verfahren monatelang in der Schwebe war, wurde fast die ganze Auflage eines Jahrbuchs „Mein heimliches Auge“, das man sonst in Buchhandlungen bekam, schnell mit Verlust an eine Pornoladenkette verkauft – um noch größere Verluste zu vermeiden, die bei Indizierung anfallen würden, denn ein indiziertes Buch ist nicht mehr ein Buch, das mit 7% besteuert wird, sondern Pornografie, für die immer 19% fällig sind, auch rückwirkend für alle bereits mit 7% MwSt verkaufte Bücher.

Dieser Staat hat viele Instrumente zur Verfügung, um Autoren und Verlage mundtot zu machen.
 
Zudem ist es verboten, pornografisches Material nach Japan einzuführen.
Dafür aber die Ausfuhr erlaubt - Reisende aus Deutschland nehmen dann gern das mit, was bei uns als auch für Erwachsene verbotene harte Pornografie gilt. :D
 
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