Bundestrojaner bereits im Einsatz

Dieser Staat hat viele Instrumente zur Verfügung, um Autoren und Verlage mundtot zu machen.

Nicht Mundtod, aber zumindest ihren Profit zu verhindern. Denn wie du sicher bemerkt hast, konntest du in Deutschland auch ohne probleme die Thesen der RAF und anderer verfassungsfeindlicher Organisationen, nachlesen. Zensur sieht für mich anders aus.

Im übrigen sehe ich keinen großen Unterschied zwischen Strafrecht und Zivilrecht in Deutschland, denn wieviele !Autoren! sitzen in Deutschland wegen wegen ihrer Werke hinter gitter? Wie viele? Ob ich jetzt in den USA auf 1 Million Dollar verklagt werde, oder 100 000 Euro Strafe von einem deutschen Gericht aufgebrumt bekomme, ist für mich kein wesendlicher Unterschied. Als Autor tut es(solange du nicht sehr erfolgreich bist), weh.

Und ganz ehrlich, auch wenn ich gerne pornographische Texte schreibe, und einige davon in Deutschland nicht frei verbreitet werden dürften, sehe ich es doch nicht als wirkliche Einschrenkung meiner Meinungsfreiheit. Ein Beispiel: Einige meiner storylastigen Kurzgeschichte, die von Literotica wegen des Inhalt mehrfach abgelehnt wurden, ja auch sowas gibts, wurden dann von deutschen Erotikzeitschriften mit handkuss als Literatur hinzugefügt, da aufgrund des Inhalts sie in den Augen der Verlagsleitung nicht unter Pornographie fallen, und die/ich deswegen bis jetzt keine Probleme bekommen habe.
 
@Erpan: Damit....

Dafür aber die Ausfuhr erlaubt - Reisende aus Deutschland nehmen dann gern das mit, was bei uns als auch für Erwachsene verbotene harte Pornografie gilt. :D

....hast du völlig Recht.

Im Grunde ist es doch so:Jedes Land, jede Gesellschaft jede Kultur hat ihren eigenen Umgang mit Pornografie.

Auch Japan hat gewisse Einschränkungen.
Ich glaube, in Österreich und in der Schweiz sind die regeln wohl noch strenger als in Deutschland mit dem §184.
Und trotzdem würde wohl niemand ernsthaft behaupten in Österreich und in der Schweiz gäbe es keine Meinungsfreiheit.

Sicher ist wohl unstrittig, dass die Meinungsfreiheit auch in puncto Pornografie wohl nirgends auf der Welt so liberal und umfassend ist wie in den USA.
Was widerrum historische und kulturelle Gründe hat.
lg

"rosi" (Johannes)
 
@Erpan: Jetzt übertreibst du.

Ja, aber nur in Deutschland, China, Iran und ähnlichen Diktaturen.

Mit diesem Posting setzt du Deutschland mit dem Iran und China und anderen Diktaturen gleich, und gleichzeitig bezeichnest du die Bundesrepublik Deutschland, die eindeutig ein demokratischer Staat ist, als Diktatur.
Das ist völlig absurd.
lg
"rosi" (Johannes)

Ps: Und komm mir jetzt bitte nicht mit dem Hinweis auf den Kontext.
Ich weiß, dass sich dein Posting, deine Antwort, auf eines von "KrystenX" bezieht ("Ist das nicht gängige Praxis?"-Krystanx-)
Trotzdem ist deine Antwort nicht nur pauschal, sondern falsch.
Du suggerierst mit dieser Antwort, die deutsche Praxis bezügl §184 wäre mit dem Vorgehen von Diktaturen (China, Iran, etc...) gleich zu setzen.
Das ist absurd.
lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Nicht Mundtod, aber zumindest ihren Profit zu verhindern. Denn wie du sicher bemerkt hast, konntest du in Deutschland auch ohne probleme die Thesen der RAF und anderer verfassungsfeindlicher Organisationen, nachlesen. Zensur sieht für mich anders aus.
Ohne Probleme? Die Thesen der RAF wurden nur im Untergrund verbreitet, die Zeitungen kommentierten sie nur, manchmal zitierten sie auch Sätze daraus.

Ob ich jetzt in den USA auf 1 Million Dollar verklagt werde, oder 100 000 Euro Strafe von einem deutschen Gericht aufgebrumt bekomme, ist für mich kein wesendlicher Unterschied. Als Autor tut es(solange du nicht sehr erfolgreich bist), weh.
Der Unterschied ist: Wenn du einen Zivilprozess verlierst, verlierst du vielleicht Geld, aber wenn du einen Strafprozess verlierst, verlierst du nicht nur Geld, sondern giltst du fortan u.U. auch als vorbestraft. Aber das Wesentliche eines Paragraphen im StGB ist die Strafandrohung, denn die setzt bereits beim Schreiben die Schere im Kopf in Gang.

Und ganz ehrlich, auch wenn ich gerne pornographische Texte schreibe, und einige davon in Deutschland nicht frei verbreitet werden dürften, sehe ich es doch nicht als wirkliche Einschrenkung meiner Meinungsfreiheit. Ein Beispiel: Einige meiner storylastigen Kurzgeschichte, die von Literotica wegen des Inhalt mehrfach abgelehnt wurden, ja auch sowas gibts, wurden dann von deutschen Erotikzeitschriften mit handkuss als Literatur hinzugefügt, da aufgrund des Inhalts sie in den Augen der Verlagsleitung nicht unter Pornographie fallen, und die/ich deswegen bis jetzt keine Probleme bekommen habe.
Beschränkungen auf Literotica sind Privatsache. Ebenso ist Privatsache die Entscheidung eines Verlages, Texte anzunehmen, zu drucken und als Literatur zu verbreiten, die vielleicht an der Grenze zu Pornografie stehen – ich habe das Beispiel konkursbuch Verlag gebracht, wo das zum Glück auch funktionierte und offenbar immer noch funktioniert. Aber es kann auch schief gehen, wie es bei Alpha Comic Verlag schief ging.

PS: Wegen welcher Inhalte wurden deine Geschichten von literotica abgelehnt und in welchen Zeitschriften in Deutschland wurden sie dann veröffentlicht?
 
Ich glaube, in Österreich und in der Schweiz sind die regeln wohl noch strenger als in Deutschland mit dem §184.
Und trotzdem würde wohl niemand ernsthaft behaupten in Österreich und in der Schweiz gäbe es keine Meinungsfreiheit.
Wie es in der Schweiz ist, weiß ich nicht, aber Österreich ist in diesem Punkt auf jeden Fall liberaler als Deutschland: Die Seite http://www.schnittberichte.de/ musste schließen und nach http://www.schnittberichte.com/ umziehen, die das Eigentum eines österreichisches Bürgers ist, dem die deutschen Behörden nichts anhaben können. Das ist ja das Fatale in Deutschland: Selbst wenn du nach deutschen Recht verbotene Inhalte auf einem ausländischen Server hältst und diese unter einer internationalen .com Internetadresse zu erreichen sind, musst du dich dafür trotzdem nach dem deutschen Recht verantworten – aber nur, wenn du Deutscher bist bzw. hier deinen Wohnsitz hast.

Zur Erinnerung: In Deutschland ist es untersagt, öffentlich Namen von Werken zu nennen, die die BPjM als jugendgefährdend eingestuft hat. Damit ist auch jegliche öffentliche Diskussion über diese Entscheidung unterbunden. Über etwas nicht öffentlich diskutieren zu dürfen, ist kein Kennzeichen der Demokratien, sondern der Diktaturen.
 
Mit diesem Posting setzt du Deutschland mit dem Iran und China und anderen Diktaturen gleich, und gleichzeitig bezeichnest du die Bundesrepublik Deutschland, die eindeutig ein demokratischer Staat ist, als Diktatur.
Das ist völlig absurd.
So wie du das darstellst ist das natürlich absurd. Aber du weißt so gut wie ich, dass China die Internetsperren mit dem Verbot der Pornografie eingeführt und begründet hat. Mit dem Verbot der Kinderpornografie hat auch das deutsche Parlament das Internetsperrengesetz begründet und verabschiedet.

Übrigens: Das Internetsperrengesetz ist immer noch in Kraft und die Werkzeuge dafür geeignet, auch andere Inhalte zu sperren – wie in China.
 
Ohne Probleme? Die Thesen der RAF wurden nur im Untergrund verbreitet, die Zeitungen kommentierten sie nur, manchmal zitierten sie auch Sätze daraus.
Gut vielleicht sehe ich das auch verklärt, denn in zeiten eines Internets kannst du zumindest in Deutschland an jede Information kommen die du willst.

Der Unterschied ist: Wenn du einen Zivilprozess verlierst, verlierst du vielleicht Geld, aber wenn du einen Strafprozess verlierst, verlierst du nicht nur Geld, sondern giltst du fortan u.U. auch als vorbestraft. Aber das Wesentliche eines Paragraphen im StGB ist die Strafandrohung, denn die setzt bereits beim Schreiben die Schere im Kopf in Gang.
Der Fall Wikileaks hat ja wohl gezeigt, das dieses Konzept in den USA aber auch nicht anders ist.

Beschränkungen auf Literotica sind Privatsache. Ebenso ist Privatsache die Entscheidung eines Verlages, Texte anzunehmen, zu drucken und als Literatur zu verbreiten, die vielleicht an der Grenze zu Pornografie stehen – ich habe das Beispiel konkursbuch Verlag gebracht, wo das zum Glück auch funktionierte und offenbar immer noch funktioniert. Aber es kann auch schief gehen, wie es bei Alpha Comic Verlag schief ging.
Es gibt immer einzelfälle wo was schief läuft. Kein System ist perfekt, aber im Fall von Alpha Comics(ich hatte selbst welche von dem Verlag), kann kann man wirklich nicht von Zensur sprechen, und die Tatsache, das sie Pleite gingen kann auch einfach damit zusammen hängen, das ab 1998 der markt mit Hentai aus dem Internet überschwemmt wurde, die qualitativ auf gleichem Level waren, die Konsumenten aber nichts gekostet haben.
Wie gesagt, auch viele andere Comic Verlage sind in der Zeit gestorben und vielleicht hat sich die Ausrede "Zensur" nur angeboten. Ich weiß es nicht. In jedem Fall ist in den Geschichten definitiv keine Zensur im Politischen oder Kulturellen Sinn gewesen, denn das Thema der Geschichte konnte man sehr gut mit z.B. dem in VOX gelaufenen MD Geist vergleichen.
 
Weiter so!

Weiter so, Erpan.
Alles richtig.

Der Umgang mit Pornographie (nach juristischer Definition) ist der Maßstein für die Freiheit in einer Gesellschaft.
 
Gut vielleicht sehe ich das auch verklärt, denn in zeiten eines Internets kannst du zumindest in Deutschland an jede Information kommen die du willst.
Ja, aber das ist erst jetzt möglich und auch das nur, weil es ausländische Server gibt - siehe als Beispiel die schon erwähnte Seite schnittberichte.com, die auf einem ausländischen Server beheimatet sein muss, um die in Deutschland durchgeführten Zensurmaßnahmen diskutieren zu können. Warum sagst du dazu nichts?


Der Fall Wikileaks hat ja wohl gezeigt, das dieses Konzept in den USA aber auch nicht anders ist.
Nein, der Fall Wikileaks hat nur gezeigt, dass USA keine Handhabe haben, Wikileaks gerichtlich beizukommen – deshalb auch die durchsichtigen Versuche des Staates, Kreditkartenunternehmen dazu zu bewegen, keine Spendengelder an wikileaks weiter zu leiten, um wikileaks finanziell auszutrocknen.

Es gibt immer einzelfälle wo was schief läuft. Kein System ist perfekt, aber im Fall von Alpha Comics(ich hatte selbst welche von dem Verlag), kann kann man wirklich nicht von Zensur sprechen, …
[…]
In jedem Fall ist in den Geschichten definitiv keine Zensur im Politischen oder Kulturellen Sinn gewesen …
Der Fall Alpha Comic Verlag war keine Zensur im politischen oder kulturellen Sinn? Wie du meinst.

Allerdings habe ich zu diesem Fall bereits hier im Posting 49 ausführlich Stellung genommen. Für mich steht fest: Der deutsche Staat hat da so rüde reagiert (1200 Buchhandlungen durchsucht, 150 verschiedene Comics beschlagnahmt, gerichtlich verwertbar davon war aber nur eine Seite in einem einzigen Comic), weil er einen Exempel statuieren, d.h. allen Kulturschaffenden Angst einjagen wollte.

Aber jetzt eine andere Frage, die ich dir schon gestellt habe, die du aber möglicherweise überlesen hast: Wegen welcher Inhalte wurden deine Geschichten von literotica abgelehnt und in welchen Zeitschriften in Deutschland wurden sie dann veröffentlicht?
 
Weiter so, Erpan.
Alles richtig.

Der Umgang mit Pornographie (nach juristischer Definition) ist der Maßstein für die Freiheit in einer Gesellschaft.
Danke, Auden James.

Ich würde die Freiheit einer Gesellschaft zwar nicht nur an der Pornografie messen wollen, aber ein gutes Stück davon hängt sicher auch mit ihr zusammen.
 
@Auden James: Ziemlich falsch

Weiter so, Erpan.
Alles richtig.

Der Umgang mit Pornographie (nach juristischer Definition) ist der Maßstein für die Freiheit in einer Gesellschaft.

Den Umgang mit der Pornografie als Maßstab der Freiheitsgrade einer Gesellchaft zu nehmen ist ne sehr eigene Definition von Freiheit, vorsichtig formuliert.
Beide-"AJ" und "Erpan" -sehen Meinungsfreiheit als Selbstzweck; egal, welcher Blödsinn oder Dreck geäussert wird.
Pornografie als Selbstzweck.
Fehlt einer Gesellschaft etwas, wennn sie Ponografie nicht hat? Nein.
Ist Pornografie Kunst? Nein.
Schadet es einer Gesellschaft, wenn sie Pornografie zulässt? Nein.
Ist Pornografie wichtig? NEIN!
lg
"rosi" (Johannes)
 
Ja, aber das ist erst jetzt möglich und auch das nur, weil es ausländische Server gibt - siehe als Beispiel die schon erwähnte Seite schnittberichte.com, die auf einem ausländischen Server beheimatet sein muss, um die in Deutschland durchgeführten Zensurmaßnahmen diskutieren zu können. Warum sagst du dazu nichts?

Gutes Beispiel. Kann man von Zensur sprechen, wenn es für die Menschen keinen Unterschied macht, und sie in jedem Fall an die Infos kommen? Ob ich Schnittberichte.com oder schnittberichte.de eintippe macht für den Betrachtet keinen Unterschied. Der Grund ist natürlich, das man im Ausland sich immer gut dem eigenen Staat entziehen kann. Machen andere Länder auch nicht anders. US Hacker, oder eben auch Wikileaks nutzte z.B. gerne Schwedische oder auch Schweizer Seiten, um sich dem Zugriff der US Justiz zu entziehen. Aber solang der Staat, in dem Fall Deutschland nicht durch wirksame Maßnahmen schnittberechte.com für die Deutschen Internetuser sperrt, kann man wirklich nicht von Zensur sprechen.

Nein, der Fall Wikileaks hat nur gezeigt, dass USA keine Handhabe haben, Wikileaks gerichtlich beizukommen – deshalb auch die durchsichtigen Versuche des Staates, Kreditkartenunternehmen dazu zu bewegen, keine Spendengelder an wikileaks weiter zu leiten, um wikileaks finanziell auszutrocknen.
Das sehe ich jetzt anders. Es wurde z.B. auch Druck auf ISPs etc ausgeübt, so dass die Webseite nicht mehr gehostet werden konnte. Zeitweise war sie nur via IP Adresse zu erreichen. Und zwar auf Staatlichen Druck der USA. Das ist sogar noch eine Stufe höher als Gerichte. Findest du nicht? Wenn die Website von Land zu Land flüchten muss? Und von einem Staat/Regierung/Etc. verfolgt wird, der deswegen auf andere Staaten druck ausübt?


Der Fall Alpha Comic Verlag war keine Zensur im politischen oder kulturellen Sinn? Wie du meinst.
Naja, ich weiß nicht, ob du die Comics mal gelesen hast. Ich hab ein paar zuhause, weil unser Fantasybuchladen hatte die im Sortiment. Und eigentlich fand ich es jetzt nicht umbedingt politisch oder kulturell.
Allerdings habe ich zu diesem Fall bereits hier im Posting 49 ausführlich Stellung genommen. Für mich steht fest: Der deutsche Staat hat da so rüde reagiert (1200 Buchhandlungen durchsucht, 150 verschiedene Comics beschlagnahmt, gerichtlich verwertbar davon war aber nur eine Seite in einem einzigen Comic), weil er einen Exempel statuieren, d.h. allen Kulturschaffenden Angst einjagen wollte.
Naja, ich behaupt mal das 95% aller Kulturschaffenden, wenn nicht mehr, garnichts davon mitbekommen haben.

Aber jetzt eine andere Frage, die ich dir schon gestellt habe, die du aber möglicherweise überlesen hast: Wegen welcher Inhalte wurden deine Geschichten von literotica abgelehnt und in welchen Zeitschriften in Deutschland wurden sie dann veröffentlicht?
Hab ich beim Quoten wohl. Warum es bei Lit abgelehnt wurde? Ich vermute mal, weil ich den Einleser mit der Story verwirrt hatte, und er im Kopfrechnen die Alterszusammenhänge falsch gedeutet hat. "Das neue Flagellanten Forum"
 
Quark³

Kann man von Zensur sprechen, wenn es für die Menschen keinen Unterschied macht, und sie in jedem Fall an die Infos kommen? Ob ich Schnittberichte.com oder schnittberichte.de eintippe macht für den Betrachtet keinen Unterschied. Der Grund ist natürlich, das man im Ausland sich immer gut dem eigenen Staat entziehen kann. (...) Aber solang der Staat, in dem Fall Deutschland nicht durch wirksame Maßnahmen schnittberechte.com für die Deutschen Internetuser sperrt, kann man wirklich nicht von Zensur sprechen.
Quoted for Quark³

Gegenfrage, KrystanX: Ist es Zensur in Land B, wenn Person A in Land B, dessen Staatsbürger A sein mag oder auch nicht, seinen Film X (oder Buch, Gemälde, Webseite, Flyer etc.) nicht veröffentlichen (u/o bewerben, bereden etc.) darf, weil er andernfalls eine Straftat beginge, aber er dies alles in Land C dürfte? Beurteile.
 
Last edited:
Die Regeln der Pornographie

Ich würde die Freiheit einer Gesellschaft zwar nicht nur an der Pornografie messen wollen, aber ein gutes Stück davon hängt sicher auch mit ihr zusammen.
Woher die kühne Behauptung meinerseits kommt, ist unkompliziert gezeigt, denn es gilt:

A: Wenn eine Gesellschaft frei ist, dann ist sie tolerant in Fragen Pornographie.

-- und (unter der Bedingung der Gradverschiedenheit) --

B: Je toleranter eine Gesellschaft in Fragen Pornographie ist, desto freier ist sie.

Dass A stimmt, lässt sich daran zeigen, dass es keine Gesellschaft gibt, die waschecht frei ist, in der Pornographie verboten ist. Beispiele: China, Saudi-Arabien, Weißrussland, Iran, Kuba etc.

Dass B stimmt, lässt sich daran zeigen, dass in den Gesellschaften Pornographie mit weniger Verboten belegt ist, die im Vergleich (untereinander) freier sind. Beispiele: Russland, Indien, Australien, Brasilien, Deutschland, Japan etc.
 
Quoted for Quark³

Gegenfrage, KrystanX: Ist es Zensur in Land B, wenn Person A in Land B, dessen Staatsbürger A sein mag oder auch nicht, seinen Film X (oder Buch, Gemälde, Webseite, Flyer etc.) nicht veröffentlichen (u/o bewerben, bereden etc.) darf, weil er andernfalls eine Straftat beginge, aber er dies alles in Land C dürfte? Beurteile.

Ich fürchte da haben wir unterschiedliche Auffassungen vom Begriff Zensur. Da in meinen Augen diese von dir geforderte vollkommene Freiheit auch Verantwortung mit sich bringen würde. Und was das Verantwortungsbewusstsein der Menschen betrifft, sehe ich leider schwarz. Oder willst du das jemand deiner 6 Jahre alten Tochter einen hardcore Porno im Kindergarten zeigt, mit der Begründung. Das ist Kunst?
 
Der heiße Brei

Ich fürchte da haben wir unterschiedliche Auffassungen vom Begriff Zensur.
Und wie fällt deine Beurteilung nun aus?
Warum antwortest du nicht auf meine Frage, wenn du schon eine Replik verfasst?
Oder willst du implizieren, dass in deinen Augen, in Land B keine Zensur vorläge, wenn Bs Kulturprodukt X dort verboten wäre?

Wenn dir das zu abstrakt erscheint, nehmen wir einen konkreten Fall: The Satanic Verses von Salman Rushdie, dessen Buch in Indien (seinem Geburtsland), Bangladesch, Sudan, Südafrika, Sri Lanka, Kenia, Thailand, Tansania, Indonesien, Singapur und Venezuela verboten wurde, und gegen den von Seiten des Iran in Person Ayatollah Khomeinis eine fatwa ausgesprochen wurde, welche die Ermordung Rushdies sowie seiner Verleger einforderte. Willst du also allen Ernstes behaupten, dass hier in oben genannten Gesellschaften keine Zensur stattfindet bzw. stattfand (in Südafrika ist das Verbot mittlerweile aufgehoben), und dass also auch jene abtraktere Beschreibung der Vorgänge nicht Zensur beschreiben würde?

Und was das Verantwortungsbewusstsein der Menschen betrifft, sehe ich leider schwarz. Oder willst du das jemand deiner 6 Jahre alten Tochter einen hardcore Porno im Kindergarten zeigt, mit der Begründung. Das ist Kunst?
Ich liebe Fragen, die rein gar nichts mit der Thematik zu tun haben, um abzulenken von unliebsamen Problemen. Was, bitteschön, in aller Offenheit, hätte mein Wunsch (denn ich würde das deinem Beispiel zufolge ja "wollen"), dass irgendwer meiner hypothetischen 6 Jahre alten Tocher einen Pornostreifen im Kindergarten mit der Begründung zeigte, das jener Streifen Kunst sei, mit der (staatlichen) Zensur von Kulturerzeugnissen zu tun?

Gegenfrage: Hindern die geltenden Betäubungsmittelverbote irgendwen daran, deiner 6 Jahre alten Tochter im Kindergarten Haschkekse zum Naschen zu geben? Oder: Würdest du das etwa wollen, wenn jene Betäubungsmittelverbote nicht bestünden?

Ergo: Kein Verbot (und Zensur, wie anderswo festgestellt, ist immer ein Verbot) befreit irgendwen von Verantwortung.

(Abgesehen davon, dass man mit 6 Jahren womöglich etwas alt für den Kindergarten sein mag, da dies bekanntlich ein weitverbreitetes Einschulungsalter ist, mit dem der Kindergarten häufig verlassen wird, so ist es schlussendlich nicht die staatliche Zensurbehörde, die regelt, was in Kindergärten Kindern an Filmen vorgespielt wird, sondern dies regeln die Satzungen des Kindergartenträgers, auf deren Einhaltung zu achten der Job der Kindergartenleiter, Erzieher usw. ist.)
 
Last edited:
Kann man von Zensur sprechen, wenn es für die Menschen keinen Unterschied macht, und sie in jedem Fall an die Infos kommen? Ob ich Schnittberichte.com oder schnittberichte.de eintippe macht für den Betrachtet keinen Unterschied.
Jetzt verstehe ich: Für dich herrscht hier keine Zensur, weil du deine Werke im Ausland veröffentlichen kannst. Aber merkst du, was das für Argumentation ist? Der Kulturschaffende muss ins Exil. Zwar nicht selbst körperlich, aber seine Werke müssen diesen Weg gehen. Wie weiland die Werke mancher Schriftsteller aus dem Ostblock.

Aber solang der Staat, in dem Fall Deutschland nicht durch wirksame Maßnahmen schnittberechte.com für die Deutschen Internetuser sperrt, kann man wirklich nicht von Zensur sprechen.
Bei google.de (d.h. nur in Deutschland) kann man gelegentlich Folgendes lesen: „Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Du weißt hoffentlich, was das bedeutet: Was die Suchmaschine nicht listet, existiert für den Normalanwender nicht. Das widerspricht eklatant dem Artikel 5 des GG, wonach zwar jeder Deutsche das Recht hat, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“, aber in der Praxis wird dem ein Riegel vorgeschoben – wie in China.

Das sehe ich jetzt anders. Es wurde z.B. auch Druck auf ISPs etc ausgeübt, so dass die Webseite nicht mehr gehostet werden konnte. Zeitweise war sie nur via IP Adresse zu erreichen. Und zwar auf Staatlichen Druck der USA. Das ist sogar noch eine Stufe höher als Gerichte. Findest du nicht?
Eine Stufe höher als Gerichte? Was kann das sein? Ah, ja, du meinst den in Russland üblichen Weg: Wenn der Staat wegen der Gesetzslage per Gericht nichts erreichen kann, dann versucht er es mit (inoffiziellen) Druck, so nach dem Muster: Wenn du nicht spurst, lassen wir die Finanzbeamte bei dir nach dem Rechten schauen – die werden schon was finden, verlasst dich drauf. Findest du das gut - oder warum hast du das hier erwähnt?

Naja, ich behaupt mal das 95% aller Kulturschaffenden, wenn nicht mehr, garnichts davon mitbekommen haben.
Du irrst: Die Tagesschau berichtete damals von der Durchsuchungsaktion in den Buchhandlungen wie auch alle Zeitungen. Es war wochenlang in den Medien.

Aber ich sehe schon: Wir beide kommen hier nicht auf einen Nenner. Was ich Zensur nenne, nennst du das Recht des Staates, seine Bürger vor unliebsamen oder falschen Informationen zu schützen. Und solange das Volk das gutheißt, ist alles in Ordnung.

Ja, das deutsche Volk hat mehrheitlich nichts gegen dieses Verhalten des Staates, insofern hast du recht. Allerdings weiß man auch: Das Volk kann sich irren.
 
@Erpan,

bzgl. deines obigen Postings, muß ich zwei
Thesen aufstellen, nach der ersten steht
fest, das du unter Paranoia leidest.

Die zweite These besagt, dass auch
Paranoiker Feinde haben.

In diesem Sinne,
no sweat, bombs away, never say die.
 
Ich bin paranoid. Aber bin ich paranoid genug?

Jetzt verstehe ich: Für dich herrscht hier keine Zensur, weil du deine Werke im Ausland veröffentlichen kannst. Aber merkst du, was das für Argumentation ist?
Das ist keine Argumentation, das ist schlichtweg grundfalsch. Es ist schon per definitionem Zensur, denn andernfalls wäre es völlig sinnlos überhaupt von Zensur zu reden, wenn es keine Zensur darstellte, dass Kulturerzeugnisse (wenn überhaupt) nur im Ausland veröffentlicht werden können, weil sie im Inland verboten sind.

Es ist mir völlig schleierhaft, und ich verstehe also überhaupt nicht, wie KrystanX das nicht nachvollziehen kann: Könnte es noch irgendwie klarer liegen?

Was die Suchmaschine nicht listet, existiert für den Normalanwender nicht. Das widerspricht eklatant dem Artikel 5 des GG, wonach zwar jeder Deutsche das Recht hat, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“, aber in der Praxis wird dem ein Riegel vorgeschoben – wie in China.
Leider, Erpan, hast du die Hintertür vergessen, welche die Verfassungsschreiber der Staatszensur gelassen haben, nämlich Abs. 2 Art. 5 GG:

"(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."

BPjM, BKA, Abmahnungskanzleien und die perverse Persönlichkeitsrechtrechtsprechung der BRD sind bloß ein Ausschnitt aus all den staatlichen Fingergriffen, mit denen der Staat sich selbst legitimiert den vollmundigen Abs. 1 Art. 5 GG auszuhebeln.

Aber ich sehe schon: Wir beide kommen hier nicht auf einen Nenner. Was ich Zensur nenne, nennst du das Recht des Staates, seine Bürger vor unliebsamen oder falschen Informationen zu schützen. Und solange das Volk das gutheißt, ist alles in Ordnung.
Zensur bleibt Zensur, das weißt du genauso gut wie ich und KrystanX. Der Unterschied liegt anscheinend darin, dass KrystanX – wie nicht nur wir beide wissen – der irrigen Vorstellung anhängt, dass mithilfe der Zensur von Staats wegen irgendeine nebulöse „Sicherheit“ (s.o. sein Kindergartenbeispiel) erreicht würde. Und wie falsch das ist, erkannte schon Benjamin Franklin:

«They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.»

Und wenn wir schon bei Paranoia sind, auch gleich ein passendes Zitat von Thomas Jefferson hinterher:

«Timid men prefer the calm of despotism to the tempestuous sea of liberty.»
 
Last edited:
Wir Armee-Veteranen sehen diesen Staat
auf eine ganz besondere Art und Weise,
wir lieben dieses Land, aber wir verachten
seine Politische Kaste jeglichen Coleurs.

Wenn die Politik versagt, müssen wir ran
und keiner der Herrschaften hält es für
notwendig sich für die Verluste zu
rechtfertigen, wie gesagt, ich hatte nie
ein Problem in ein Kriegsgebiet zu gehen,
ich hätte mir nur von den zivilen Befehlshabern
im Vorfeld mehr Erklärungen gewünscht.

Nicht umsonst gibt es bei Streitkräften
die bitter-böse Erkenntnis,

"FIRST TO GO, LAST TO KNOW."

Was hat das mit Zensur zu tun ???

Sehr Vieles, in Kriegszeiten ist sie
extrem wichtig um Verluste zu
vermeiden und in Friedenszeiten
dient die Zensur der kulturellen Hygiene,
es mag sein, dass das nicht jeden gefällt,
es ändert aber nichts an der Tatsache,
das die Zensur in manchen Bereichen des
täglichen Lebens notwendig sind um die
Demokratie zu stabilisieren.
 
Bei google.de (d.h. nur in Deutschland) kann man gelegentlich Folgendes lesen: „Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“
Du weißt hoffentlich, was das bedeutet: Was die Suchmaschine nicht listet, existiert für den Normalanwender nicht. Das widerspricht eklatant dem Artikel 5 des GG, wonach zwar jeder Deutsche das Recht hat, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“, aber in der Praxis wird dem ein Riegel vorgeschoben – wie in China.
Das sind meist Copyrightverstöße die von Konzernseite nach dem US DMCA gelten.
Vielleicht liegt es bei mir daran, das ich das internet schon länger als es Google gibt nutze und deswegen nie probleme damit habe.

Eine Stufe höher als Gerichte? Was kann das sein? Ah, ja, du meinst den in Russland üblichen Weg: Wenn der Staat wegen der Gesetzslage per Gericht nichts erreichen kann, dann versucht er es mit (inoffiziellen) Druck, so nach dem Muster: Wenn du nicht spurst, lassen wir die Finanzbeamte bei dir nach dem Rechten schauen – die werden schon was finden, verlasst dich drauf. Findest du das gut - oder warum hast du das hier erwähnt?
Ich finde es schlimmer wenn Pretator Drohnen und International Operierende Geheimdienste, versuchen die unliebsamen Informationsträger zu liquidieren, als das Finanzbeamte ein wenig terrorisieren.

Du irrst: Die Tagesschau berichtete damals von der Durchsuchungsaktion in den Buchhandlungen wie auch alle Zeitungen. Es war wochenlang in den Medien.
Deswegen sagte ich 95% und nicht 99,9% :D

Aber ich sehe schon: Wir beide kommen hier nicht auf einen Nenner. Was ich Zensur nenne, nennst du das Recht des Staates, seine Bürger vor unliebsamen oder falschen Informationen zu schützen. Und solange das Volk das gutheißt, ist alles in Ordnung.
Das ist der Unterschied. Und ich verstehe deine Meinung. Ich sehe es einfach nur so. Solange die Gesätze durch den Staat mit Augenmaß angewendet werden und man durch sie im wesendlichen nicht eingeschrenkt wird. Du hast voll und ganz recht, dass der Deutsche Staat mit den bestehenden Gesetzen seinen Bürgern das Leben zur Hölle machen könnte. Aber wenn ein Staat das will, braucht er dafür keine Gesetze. Der, der die Macht hat, konnte schon immer bestimmen was lief. Apple bestimmt was ins Appstore kommt, Google bestimmt seine Rankings, Facebook verkauft die Daten, Ölkonzerne setzen fiktive Preise fest, Staaten schicken Soldaten aus um ihre Interessen in anderen Ländern zu schützen, sie morden, sie töten für Macht, für Rache und manchmal auch für Lust, usw. Ich glaube in einer Welt wie du sie dir wünscht gäbe es das alles nicht. Oder?

Ja, das deutsche Volk hat mehrheitlich nichts gegen dieses Verhalten des Staates, insofern hast du recht. Allerdings weiß man auch: Das Volk kann sich irren.
Natürlich. Auch ein Staat irrt sie oft. Meistens kann man nur hoffen, das die Fehlschritte klein genug sind und sich am ende Gegenseitig aufheben. Gefährlich wird es meist, wenn jemand zu einem großen Schritt ansetzt. Geht der Schief, dann ....
 
bzgl. deines obigen Postings, muß ich zwei
Thesen aufstellen, nach der ersten steht
fest, das du unter Paranoia leidest.

Die zweite These besagt, dass auch
Paranoiker Feinde haben.

In diesem Sinne,
no sweat, bombs away, never say die.

Und wieder mal ein Post des debilen PB der keinen Sinn und Verstand hat. Wenn man im Netz schaut, zb bei GMX findet man genau die gleichen hohlen Phrasen von dem Nazi PB . Der Typ ist einfach nur geistig unterbelichtet. wie sein Posting hier mal wieder beweist
 
Und wenn wir schon bei Paranoia sind, auch gleich ein passendes Zitat von Thomas Jefferson hinterher:

«Timid men prefer the calm of despotism to the tempestuous sea of liberty.»

Thomas Jefferson hielt vielleicht nichts von Zensur, er hielt aber was von Sklaverei ;)
 
What's the problem?

Thomas Jefferson hielt vielleicht nichts von Zensur, er hielt aber was von Sklaverei ;)
Und in einem rationalen Diskurs, habe ich mir sagen lassen, soll es hilfreich sein, wenn man Aussage und Person zu trennen weiß. ;)
 
Das Wesentliche

Ich sehe es einfach nur so. Solange die Gesätze (sic!) durch den Staat mit Augenmaß angewendet werden und man durch sie im wesendlichen (sic!) nicht eingeschrenkt (sic!) wird.
Und seit wann ist das Beschneiden der Redefreiheit um grundlegende Angelegenheiten des menschlichen wie gesellschaftlich-kulturellen Lebens nicht eine "wesentliche Einschränkung"?

Gefährlich wird es meist, wenn jemand zu einem großen Schritt ansetzt. Geht der Schief, dann ....
Hilfe! Du bist nicht zufällig im RL irgendwo in der CDU/CSU organisiert, im harten Merkel-Lager, oder? Denn das Merkel etikettierte ihre Potlik zu Anbeginn ja am liebsten mit dieser Parole: Poliktik der kleinen Schritte... Bloß keine Reformen. Hilfe!
 
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