rosettenfreak
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- Jun 2, 2009
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@"Erpan"
Erneut zu deinem posting 103, und wir wollen es mal ohne Polemik probieren.
Und ohne sich gegenseitig die Kompetenz oder gar den guten Willen abzusprechen.
-Xenophobie und Eibel- Eibesfeld.
Gut, wenn du mich mit Fremdenfurcht nicht gemeint hast: Okay.
Dann hab ich das falsch verstanden.
Sorry.
Aber ich finde, psychologische und verhaltensbiologische Kategorien werden dem Thema "Migration/Integration" nur bedingt gerecht. Wenn überhaupt.
Es ist mit historischen und soziokulturellen Kategorien besser zu greifen.
Ich glaube, das Mißverständnis bezüglich "Integration" besteht auf beiden Seiten. Wenn Muslime und Muslimverbände auf jede Kritik immer sofort reflexartig beleidigt reagieren, schüren sie damit Ressentiments bei vielen Deutschen. Sie erweisen sich damit meines Erachtens einen Bärendienst.
Andererseits ist es aber auch unerlässlich, dass man den Menschen hier klar macht: der Islam ist nicht mit dem Islamismus gleichzusetzen.
Also: Aufklärungsarbeit muss von beiden Seiten aus geleistet werden.
-Moscheen
Aus unterschiedlichen Bauplätzen eine Diskriminierung einer Religion abzuleiten, halte ich für abenteuerlich.
Eine Diskriminierung würde vorliegen, wenn man den Bau von Moscheen behindern oder gar verbieten würde. Das ist in Deutschland nicht der Fall.
Und wenn du so von der Türkei schwärmst (von wegen: stärkere Zivilgesellschaft als bei uns): Das ist falsch. Die Probleme religiöser Minderheiten- auch von Christen- in der Türkei dürften dir bekannt sein. Und ne Kirche i d Türkei zu bauen ist wesentlich schwieriger, als ne Moschee in Deutschland zu errichten.
-Türkei
Die stärke Trennung zwischen Staat und Religion gab es mal. Seit Erdogan und die AKP regieren, wird das immer stärker in Richtung einer schleichenden Islamisierung geändert.
Man sieht es an der Zunahme der fundamentalistisch orientierten "Imam-Hatip-Schulen."
Und auch bezüglich der Frauen hat Erdogan schon ganze Arbeit geleistet: das Erste, was er nach seiner erstmaligen Wahl als Ministerpräsident wieder einführte, waren getrennte Badeanstalten für Männer und Frauen.
Das ist typisch für Islamisten, wenn sie an die Macht kommen: die Verbannung der Frauen aus dem öffentlichen Raum. Dasselbe tat Khomenei 1979 im Iran.
Dazu die Äusserungen Erdogans 2008 in Köln (die er dieses Jahr erneut ähnlich geäussert hat): der Tenor war deutlich: "Türken, bleibt bitte Türken und integriert euch nicht zu sehr."
"Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."
Als ob in Deutschland je ein vernünftiger Mensch die Assimilation von Muslimen verlangt hätte???
Also, "Erpan", ich finde, das alles zeigt, dass die Türkei unter der AKP nicht mehr als Paradebeispiel für eine islamische Zivilgesellschaft gelten kann.
Die bürgerlichen türkischen Parteien sind natürlich am Aufstieg der AKP mitschuldig, da sie sich bei den Türken durch jahrelange Korruption und Vetternwirtschaft ins Abseits manövriert haben.
-"Ehrenmorde"
Richtig, "Erpan", es gibt bei deutschen Gerichten zum Glück keinen "Kulturbonus", aber: "Mord ist Mord. Das Motiv ist wurscht" ("Erpan") kann man so nicht stehen lassen, wie ich finde.
Jedes Gericht beleuchtet bei jedem Fall auch immer die Motive der/des Täters, und das aus gutem Grund.
Man versucht,die Tat zu verstehen (was natürlich nicht heißt, dass man sie billigt).
Ich finde, es ist grade bei "Ehrenmorden" wichtig, die Motive und den soziokulturellen Hintergrund zu beleuchten, weil das zeigt, wo die Defizite der handelnden Personen liegen.
Grade diese Defizite hat die Dokumentation über die Familie Sürüci im TV gut gezeigt.
Nur so kann man durch Aufklärung gegensteuern und zukünftig manche Tat vielleicht verhindern.
-Kopftuch
Es wird demnächst Zeit für ein ausgiebiges "Kopftuch-Posting", um zu zeigen, dass Kopftuch nicht gleich Kopftuch ist.
Das mach ich die nächsten Tage.
Jetzt soviel: Ich würde nicht so weit gehen, wie Frankreich und auch Schülerinnen das Kopftuch verbieten. Kleidervorschriften sind in einer Demokratie in der Tat problematisch. Da stimme ich dir zu, "Erpan"
Aber im Schuldienst sollte man Symbole, die für eine antidemokratische Haltung stehen, bei Lehrkräften nicht zulassen
Leider hat Germany hier immer noch einen föderalen Flickenteppich. Baden-Württemberg lässt es nicht zu, was verfssungskonform ist, wie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat.
Dennoch wird es meines Erachtens Zeit für ne einheitliche Regelung auf Bundesebene.
Soviel zu diesen Punkten.
Zu den anderen Punkten i d Posting 103 nehm ich demnächst nochmal Stellung ("Missionierungsanspruch", etc)
lg
"rosi" (Johannes)
Erneut zu deinem posting 103, und wir wollen es mal ohne Polemik probieren.
Und ohne sich gegenseitig die Kompetenz oder gar den guten Willen abzusprechen.
-Xenophobie und Eibel- Eibesfeld.
Gut, wenn du mich mit Fremdenfurcht nicht gemeint hast: Okay.
Dann hab ich das falsch verstanden.
Sorry.
Aber ich finde, psychologische und verhaltensbiologische Kategorien werden dem Thema "Migration/Integration" nur bedingt gerecht. Wenn überhaupt.
Es ist mit historischen und soziokulturellen Kategorien besser zu greifen.
Ich glaube, das Mißverständnis bezüglich "Integration" besteht auf beiden Seiten. Wenn Muslime und Muslimverbände auf jede Kritik immer sofort reflexartig beleidigt reagieren, schüren sie damit Ressentiments bei vielen Deutschen. Sie erweisen sich damit meines Erachtens einen Bärendienst.
Andererseits ist es aber auch unerlässlich, dass man den Menschen hier klar macht: der Islam ist nicht mit dem Islamismus gleichzusetzen.
Also: Aufklärungsarbeit muss von beiden Seiten aus geleistet werden.
-Moscheen
Aus unterschiedlichen Bauplätzen eine Diskriminierung einer Religion abzuleiten, halte ich für abenteuerlich.
Eine Diskriminierung würde vorliegen, wenn man den Bau von Moscheen behindern oder gar verbieten würde. Das ist in Deutschland nicht der Fall.
Und wenn du so von der Türkei schwärmst (von wegen: stärkere Zivilgesellschaft als bei uns): Das ist falsch. Die Probleme religiöser Minderheiten- auch von Christen- in der Türkei dürften dir bekannt sein. Und ne Kirche i d Türkei zu bauen ist wesentlich schwieriger, als ne Moschee in Deutschland zu errichten.
-Türkei
Die stärke Trennung zwischen Staat und Religion gab es mal. Seit Erdogan und die AKP regieren, wird das immer stärker in Richtung einer schleichenden Islamisierung geändert.
Man sieht es an der Zunahme der fundamentalistisch orientierten "Imam-Hatip-Schulen."
Und auch bezüglich der Frauen hat Erdogan schon ganze Arbeit geleistet: das Erste, was er nach seiner erstmaligen Wahl als Ministerpräsident wieder einführte, waren getrennte Badeanstalten für Männer und Frauen.
Das ist typisch für Islamisten, wenn sie an die Macht kommen: die Verbannung der Frauen aus dem öffentlichen Raum. Dasselbe tat Khomenei 1979 im Iran.
Dazu die Äusserungen Erdogans 2008 in Köln (die er dieses Jahr erneut ähnlich geäussert hat): der Tenor war deutlich: "Türken, bleibt bitte Türken und integriert euch nicht zu sehr."
"Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."
Als ob in Deutschland je ein vernünftiger Mensch die Assimilation von Muslimen verlangt hätte???
Also, "Erpan", ich finde, das alles zeigt, dass die Türkei unter der AKP nicht mehr als Paradebeispiel für eine islamische Zivilgesellschaft gelten kann.
Die bürgerlichen türkischen Parteien sind natürlich am Aufstieg der AKP mitschuldig, da sie sich bei den Türken durch jahrelange Korruption und Vetternwirtschaft ins Abseits manövriert haben.
-"Ehrenmorde"
Richtig, "Erpan", es gibt bei deutschen Gerichten zum Glück keinen "Kulturbonus", aber: "Mord ist Mord. Das Motiv ist wurscht" ("Erpan") kann man so nicht stehen lassen, wie ich finde.
Jedes Gericht beleuchtet bei jedem Fall auch immer die Motive der/des Täters, und das aus gutem Grund.
Man versucht,die Tat zu verstehen (was natürlich nicht heißt, dass man sie billigt).
Ich finde, es ist grade bei "Ehrenmorden" wichtig, die Motive und den soziokulturellen Hintergrund zu beleuchten, weil das zeigt, wo die Defizite der handelnden Personen liegen.
Grade diese Defizite hat die Dokumentation über die Familie Sürüci im TV gut gezeigt.
Nur so kann man durch Aufklärung gegensteuern und zukünftig manche Tat vielleicht verhindern.
-Kopftuch
Es wird demnächst Zeit für ein ausgiebiges "Kopftuch-Posting", um zu zeigen, dass Kopftuch nicht gleich Kopftuch ist.
Das mach ich die nächsten Tage.
Jetzt soviel: Ich würde nicht so weit gehen, wie Frankreich und auch Schülerinnen das Kopftuch verbieten. Kleidervorschriften sind in einer Demokratie in der Tat problematisch. Da stimme ich dir zu, "Erpan"
Aber im Schuldienst sollte man Symbole, die für eine antidemokratische Haltung stehen, bei Lehrkräften nicht zulassen
Leider hat Germany hier immer noch einen föderalen Flickenteppich. Baden-Württemberg lässt es nicht zu, was verfssungskonform ist, wie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat.
Dennoch wird es meines Erachtens Zeit für ne einheitliche Regelung auf Bundesebene.
Soviel zu diesen Punkten.
Zu den anderen Punkten i d Posting 103 nehm ich demnächst nochmal Stellung ("Missionierungsanspruch", etc)
lg
"rosi" (Johannes)
), oder seine Meinung über bestimmte Dinge ändern, wenn er eines Besseres belehrt worden ist – siehe Atomausstieg.