Kojote
dead serious lunatic
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03.) "Moby Dick" -Herman Melville-
Mich ärgert, dass ich tatsächlich einen der Wälzer gelesen habe.
Aber ich hatte eine Menge besserer Bücher in den Finger, als den...
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03.) "Moby Dick" -Herman Melville-
Ich tue mir immer so schwer mit dem Begriff "Must have", "Literarische Grundbildung", oder "Weltliteratur".
Warum? Einfach weil ich finde, dass jeder seinen eigenen Zugang zu dieser Literatur finden soll. Dogmatische Vorgaben für eine Literarische Grundbildung sind letztlich aus einem Zeitgeist geboren.
Umwas geht es bei einer guten Roman? Um eine gute Geschichte. Wie dieser Stoff umgesetzt wird, wie er erzählt wird, ist letztlich nur eine Frage des Zugangs, den der Künstler versucht, um seine Adressaten zu finden.
Die hälfte der von dir gegannten Bücher sind zu ihren Zeiten zweifellos besonders gewesen und doch muss man sie sich häute eher Schönreden, um sie wirklich zu etwas "besonderen" zu machen.
Das ist jetzt wirklich nur mein Eindruck und meine Meinung, aber ich finde es eigentlich bedauerlich, dass manche versuchen, alles in der Literatur zu messen, anstatt sich einfach daran zu erfreuen.
Das erinnert mich so ein wenig an den goldenen Apfel, den Eris den anderen Göttinnen des Olymps hinwarf und zu dem Urteil des Paris führte. Nun, was dabei raus kam, wissen wir.
Wirklich?
Welche?
Ich kenne keine.
Und das schließt meine mit ein.
Wenn ich jemals etwas gefunden habe, dass wirklich individuell ist, dann ist es die unfassbare Vielfalt von BDSM-Dynamiken.
Und wenn man irgendwas davon nimmt und glaubt, man könne es als Regelwerk verwenden, hat man schon die falsche Abzweigung genommen und ist dauf dem Weg, sich in Dogmen zu verlieren.
S. J. Watson - Ich. Darf. Nicht. Schlafen.
Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang 20 ist, wie sie denkt - sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist, sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben - und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen?
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Vielleicht kein Buch, das vom Hocker reißt, aber da es sich gut lesen lässt, sozusagen "leichte Kost", von mir immer wieder gerne gelesen:
Galopp ins Glück von Rita Mae Brown
Die begeisterte Reiterin Cig erfährt während eines Jagdrittes, das ihr Mann nicht während eines gewöhnlichen Besuches bei ihrer Schwester und deren Mann gestorben ist, sondern bei einem Seitensprung mit dieser. Verwirrt folgt sie einem Fuchs, und gerät dabei in das Jahr 1699. Dort findet sie Unterschlupf bei ihren Ahnen, von denen sie fälschlicherweise für die nach einer Reise nach England verschollene Schwester des Hausherren gehalten wird...
Mehr werd ich dazu aber nicht verraten![]()
Gutes Buch, habe ich auch bereits gelesen. Rita Mae Brown hat auch eine ganz tolle Katzenserien.
Gutes Buch, habe ich auch bereits gelesen. Rita Mae Brown hat auch eine ganz tolle Katzenserien.
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Nach dem ich gesehen und gelesen habe, was er beim Sevac Schreibwettbewerb abgeliefert hat, hat sich für mich das Thema sowieso erledigtDeshalb sind die meisten Story-Verrisse von "Auden James" bei LIT auch berechtigt.
Ich finde nur, dass er die Meßlatte oft zu hoch anlegt.
Bei manchen Büchern hab ich mehrere Anläufe gebraucht, um sie komplett zu lesen. Um ihre wirkliche Klasse zu erkennen.
Manche Bücher begreift man erst in einem gewissen Alter.
Für die braucht man tatsächlich eine gewisse Reife.
Nach dem ich gesehen und gelesen habe, was er beim Sevac Schreibwettbewerb abgeliefert hat, hat sich für mich das Thema sowieso erledigt![]()
Ich würde es anders ausdrücken. Bücher haben eine gewisse Zielgruppe. Es gibt Bücher die ich früher verschlungen haben und die mir heute nichts mehr geben. Genauso wie es anders herum ist. Wenn die Zielgruppe eben jemand ist, der gerne über Literatur herumphilosophiert, dann ist es eben so.
Aber an dieser Stelle Begriffe wie Alter oder Reife zu verwenden, finde ich irgendwie unpassend. Denn ich behaupt mal ganz frech, dass es viele alte Leseratten mit einer Menge Lebenserfahrung und auch reife gibt, die absolut nichts mit den von dir beschriebenen Büchern anfangen können. Warum? Einfach weil verschiedene Menschen einfach unterschiedliche Vorstellungen haben.
Das eine gewisse Gruppe von Menschen, sich gerne in Kunst und Literatur über andere erheben, konnte man z.B. sehr gut bei der Avantgardebewegung im 20. Jahrhundert. Es führt fast immer zum Ziehen von meist fiktiven Grenzen, die letztlich zu Wertendem führten, was in meinen Augen in der Kunst ein großes Manko ist.
Der war gut!Bin kein Internet- und Forenmensch.
you make my day!Nun, das alles zeigt: Es gibt nicht die einzig richtige und endgültige Interpretation eines Buches.
Jede Generation und jeder Leser erschliesst sich das immer wieder neu.
Der war gut!you make my day!
Genau. Deswegen verwehre ich mich auch gegen das allgemeine Werten von Büchern, Texten oder sonstigen Kunstwerken. Ich kann nur immer für mich sprechen, ob mir etwas im Moment zusagt oder eben nicht.
Aber jede Meinung bedarf einer Begründung.
:caning:Klasse
Kommentar von: rosettenfreak
Wie gewohnt liefert "Steffi25" erste Qualitaet.
LG
LIT-RANICKI "Rosi" (Johannes)
Nur warme Luft.Wie hier:
:caning:
MonteZ![]()
zu "Steffi25s" neuer Story fehlt die Begründung.
Die werde ich in Kürze nachreichen.
Was nun wirklich niemanden überrascht, denn mit Kunst (bzw. Kunstwerken) weißt du ja bekanntlich exakt nullkommanix anzufangen; es sei denn, dass vorzugweise ein ziemlich bestimmtes weibliches Personal in ihnen eine prominente Rolle spielt.Nach dem ich gesehen und gelesen habe, was er beim Sevac Schreibwettbewerb abgeliefert hat, hat sich für mich das Thema sowieso erledigt![]()
Kunstwerk A said:Er drehte den Kopf zurück nach der roten Mauer, aber die Elektrische sauste mit ihm auf den Schienen weg, dann stand nur noch sein Kopf in der Richtung des Gefängnisses. Der Wagen machte eine Biegung, Bäume, Häuser traten dazwischen. Lebhafte Straßen tauchten auf, die Seestraße, Leute stiegen ein und aus. In ihm schrie es entsetzt: Achtung, Achtung, es geht los. Seine Nasenspitze vereiste, über seine Backe schwirrte es. „Zwölf Uhr Mittagszeitung“, „B.Z.“, „Die neueste Illustrirte“, „Die Funkstunde neu“, „Noch jemand zugestiegen?“ Die Schupos haben jetzt blaue Uniformen. Er stieg unbeachtet wieder aus dem Wagen, war unter Menschen. Was war dennn? Nichts. Haltung, ausgehungertes Schwein, reiß dich zusammen, kriegst meine Faust zu riechen. Gewimmel, welch Gewimmel. Wie sich das bewegte. Mein Brägen hat wohl kein Schmalz mehr, der ist wohl ganz ausgetrocknet. Was war das alles. Schuhgeschäfte, Hutgeschäfte, Glühlampen, Destillen. Die Menschen müssen doch Schuhe haben, wenn sie so viel rumlaufen, wir hatten ja auch eine Schusterei, wollen das mal festhalten. Hundert blanke Scheiben, laß die doch blitzern, die werden dir doch nicht bange machen, kannst sie ja kaputt schlagen, was ist denn mit die, sind eben blankgeputzt. Man riß das Pflaster am Rosenthaler Platz auf, er ging zwischen den andern auf Holzbohlen. Man mischt sich unter die andern, da vergeht alles, dann merkst du nichts, Kerl.
Kunstwerk B said:Wo blieb die Frau, die gesagt hatte, sie würde kommen. Sie hatte gesagt, sie würde kommen. Erdedy fand, sie müsste längt gekommen sein. Er saß da und überlegte. Er war im Wohnzimmer. Als er mit dem Warten angefangen hatte, war das eine Fenster voll von gelbem Licht gewesen und hatte einen Lichtschatten auf den Boden geworfen, und er saß immer noch da und wartete, als der Schatten langsam verblasste und von einem heller werdenden Schatten geschnitten wurde, der durch das Fenster einer anderen Wand hereinfiel. Auf einem der Stahlregale mit seinen Audiogeräten saß ein Insekt. Es krabbelte immer wieder durch eines der Löcher in den Trägern, in die die Regalfächer eingehängt wurden. Das Insekt war dunkel und hatte einen glänzenden Panzer. Er sah dauernd zu ihm hinüber. Ein paarmal wollte er schon aufstehen, hinübergehen und es sich genauer anschauen, aber er hatte Angst, wenn er näherkäme und es aus der Nähe sähe, würde er es töten, und er hatte Angst, es zu töten. Er rief die Frau nicht an, die versprochen hatte zu kommen, denn wenn sein Telefon besetzt wäre und sie ihn vielleicht zufällig genau in diesem Augenblick anrufen wollte, hatte er Angst, sie würde das Besetztzeichen hören, ihn für uninteressiert halten, sauer werden und das, was ihm versprochen hatte, woanders hinbringen.
Kunstwerk C said:Es war einmal zu einer Zeit und eine sehr gute Zeit war's da kam eine Muhkuh die Straße entlang und diese Muhkuh die da die Straße entlangkam traf ein feinches kleinches Jungchen das hieß Baby Tuckuck .....
Sein Vater erzählte ihm diese Geschichte: sein Vater kuckte ihn an durch ein Glas: er hatte ein haariges Gesicht.
Er war Baby Tuckuck. Die Muhkuh kam die Straße entlang wo Betty Byrne wohnte: sie verkaufte Zitronenbonschen.
O die Rose blüht
An diesem kleinen grünen Platz.
Er sang das Lied. Das war sein Lied.
O die güne Wose bütet.
Wenn man ins Bett macht ist's erst warm dann wird es kalt. Seine Mutter legte das Öltuch auf. Das hatte den komischen Geruch.
Seine Mutter hatte einen feineren Geruch als sein Vater. Sie spielte auf dem Klavier den Matrosen-Hornpipe für ihn zum Tanzen. Er tanzte:
Tralala lala
Tralala tralaladdi
Tralala lala
Tralala lala.
Onkel Charles und Dante klatschten. Sie waren älter als sein Vater und seine Mutter aber Onkel Charles war älter als Dante.
Dante hatte zwei Bürsten in ihrem Schrank. Die Bürste mit maronenbraunem Samt auf der Rückseite war für Michael Davitt und die Bürste mit grünem Samt war für Parnell. Dante gab ihm jedes Mal ein Lakritzdragee wenn er ihr ein Stück Seidenpapier brachte.
Die Vances wohnten in Nummer sieben. Sie hatten einen anderen Vater und eine andere Mutter. Das waren Eileens Vater und Eileens Mutter. Wenn sie erwachsen waren würde er Eileen heiraten.
Er versteckte sich unter dem Tisch. Seine Mutter sagte:
– Oh, Stephen entschuldigt sich – komm raus!
Dante sagte:
– Oh, wenn nicht, kommen die Adler und hacken ihm die Augen aus.
Ihm die Augen aus.
Schuldigt sich komm raus,
Schuldigt sich komm raus,
Ihm die Augen aus.
Schuldigt sich komm raus,
Ihm die Augen aus,
Ihm die Augen aus,
Schuldigt sich komm raus.
Eines der schlimmsten Bücher, das ich kenne. Ich finde, dass auf jeder Seite der Jurist unverkennbar durchkommt in Sachen Sprache. Das berührt nicht, das ist unaufgeregt, das ist konventionell, das ist banal, das ist langweilig. Und das plätschert so spannungslos dahin in einem rückblickenden bis erinnernden Berichtstil des Ich-Erzählers, für den nebenbei erwähnt Hypotaxe oder überhaupt irgendeine sprachliche Kreativität Fremdwörter zu sein scheinen. Schließlich die völlig mundfremde direkte Rede. Die Figuren reden nicht wie Menschen reden, sondern wie Figuren reden, wenn der Autor will, dass sie so reden, wie es der Autor von seinen figurenhaften Plotvehikeln will. Bäh.
Nach weiß ich 20 Seiten oder so war's für mich bereits eigentlich nicht mehr auszuhalten, und das will was heißen, denn damit zählt Schlinks "Vorleser" zu jenem erlesenen Privatclub, in dem sich auch das am meisten überbewertete und überhaupt beknackteste je zwischen zwei Buchdeckel gepresste und mit dem Literaturnobelpreis bedrückte deutsche Geschreibsel der Nachkriegszeit, namentlich "Die Blechtrommel" (von einem gewissen Grass, Günter), findet.
Ausgezeichnet.
LG,
Auden James
Unterirdisch ist eine außerirdische Untertreibung.Wie alles im Leben ist es ebend (sic!) individueller Geschmack.
Bei Grass muss ich dir recht geben, die Blechtrommel ist unterirdisch.