Sinn und Unsinn von "Creative Writing"-Kursen

die Absicht des Künstlers ist völlig unwichtig – wichtig ist allein sein fertiges Werk.

Richtig.

Von Absicht redete ich aber auch gar nicht, sondern von Anspruch.

Wenn ein Fussballer in der Kresiliga recht gut ist, aber nicht so gut, dass er in der Bundesliga spielen könnte, er das auch weiss und äussert, dass er auch gar nicht den Anspruch hat, dort zu spielen, ist es überhaupt keine Kritikerleistung zu sagen, er sei nicht gut genug für die Bundesliga. Das kann jedes Kind, nachdem es ihn gehört hat. Ein guter Kritiker bewertet seine Leistung innerhalb dieses Anspruches - in diesem Fall der Kreisliga.

Ich brauch im übrigen nicht zwingend die Kritik des Fussballkommentators, um zu verstehen, ob das Spiel jetzt gut war oder nicht. Eine gute Kritik des Spiels ist aber immer mit Hintergrundwissen gespickt. Weil es die Leute, aus welchem Grund auch immer, interessiert.

Warum sollte das ganze jetzt bei Kunstkritik anders sein?
 
Richtig, "Erpan", aber....

die Absicht des Künstlers ist völlig unwichtig – wichtig ist allein sein fertiges Werk.

Noch einmal: Wenn man eine Steinskulptur nur mit Hilfe der Hintergrundinformation des Künstlers verstehen kann, dann ist sie keine Skulptur, sondern nur ein Stück bearbeiteten Steins. Das gilt auch für Literatur: Ein Roman muss ganz allein für sich sprechen, d.h. die Intention des Autors muss aus dem Werk selbst sprechen, nicht der Autor für sein Werk.

Aber um hier nicht endlos zu streiten: Ich erkenne an, dass es nützlich sein kann, wenn der Autor ein paar Worte zu seinem Werk sagt, aber wirklich große Kunst braucht das nicht.


"Wichtig ist nicht die Absicht des Künstlers, sondern sein fertiges Werk"
"Ein Roman muss für sich selbst sprechen"
...Was bedeuten würde: Sekundärliteratur (und damit die gesamte "Literaturwissenschaft") erübrigt sich.

Ich kenne Leute, die zuerst Sekundärliteratur lesen und dann den Roman. Das merkt man, wenn man sich mit ihnen unterhält. Die haben schon Interpretationen im Kopf, wenn sie den Roman aufschlagen.

Wer entscheidet denn, ob ein Autor mit einem Roman seine Absicht erreicht hat? Die LESER.
Und man wird so viele unterschiedliche Einschätzungen bekommen, wie es Leser gibt, was zeigt:
DIE WAHRHEIT gibt es über einen Roman nicht.
lg
"rosi" (Johannes)
 
Sorry, ich sehe das etwas anders. Ein Kunstwerk (inklusive Literatur) ist eine Aussage. Natürlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten der Interpretation, aber nur eine richtige - nämlich die, die sich mit der gewollten Aussage deckt. Ein Künstler ist auch nicht für den Grad der notwendigen Basis des Erfassens verantwortlich. Manche Ebenen eines Werkes erschließen sich eben nur durch das Wissen um einen persönlichen Hintergrund, Stilmittel, aber auch tatsächliches Wissen, sei dies aus persönlichen Erfahrungen (echte Verzweiflung z.B.), oder aus wissenschaftlichen Quellen (z.B. Philosophie oder Psychologie).

Mit anderen Worten: einem Pennäler erschliessen sich nicht die mannigfaltigen Ebenen von z.B. "Die Ästhetik des Widerstandes". Deshalb ist es nichtsdestotrotz ein ausserordentliches Kunstwerk.
 
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Aussagen und Verantwortlichkeiten

Sorry, ich sehe das etwas anders. Ein Kunstwerk (inklusive Literatur) ist eine Aussage. Natürlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten der Interpretation, aber nur eine richtige - nämlich die, die sich mit der gewollten Aussage deckt. Ein Künstler ist auch nicht für den Grad der notwendigen Basis des Erfassens verantwortlich. Manche Ebenen eines Werkes erschließen sich eben nur durch das Wissen um einen persönlichen Hintergrund, Stilmittel, aber auch tatsächliches Wissen, sei dies aus persönlichen Erfahrungen (echte Verzweiflung z.B.), oder aus wissenschaftlichen Quellen (z.B. Philosophie oder Psychologie).

Mit anderen Worten: einem Pennäler erschliessen sich nicht die mannigfaltigen Ebenen von z.B. "Die Ästhetik des Widerstandes". Deshalb ist es nichtsdestotrotz ein ausserordentliches Kunstwerk.


"Ein Kunstwerk ist eine Aussage" (past perfect)

Und welche Aussage? Welche ist die Richtige?
Das liegt auch an der Bildung und dem Reifegrad des Betrachters.

Inwiefern ist ein Künstler für sein Werk verantwortlich?
Nehmen wir die Filme von QUENTIN TARANTINO.
Jedem vernünftigen Menschen ist klar: trotz exzessiver Brutalität sind seine Filme kein Pläydoyer für Gewalt.
Betrachtet nun ein schlichtes Gemüt "RESERVOIR DOGS" oder "PULP FICTION" und entschließt sich zu einem Amoklauf, ist das dann die Schuld von TARANTINO? Hat er seine "Aussage" nicht eindeutig genug inszeniert???
"rosi"(Johannes)
 
Inwiefern ist ein Künstler für sein Werk verantwortlich?

Inwiefern ist er das nicht ?

Nehmen wir die Filme von QUENTIN TARANTINO.
Jedem vernünftigen Menschen ist klar: trotz exzessiver Brutalität sind seine Filme kein Pläydoyer für Gewalt.

Weil die dabei erzählte Geschichte mehr oder weniger dagegen spricht. Aber nur deshalb, und Tarantino bewegt sich da nicht selten an der Grenze.

Betrachtet nun ein schlichtes Gemüt "RESERVOIR DOGS" oder "PULP FICTION" und entschließt sich zu einem Amoklauf, ist das dann die Schuld von TARANTINO?

Er hätte durchaus eine erhebliche Mitschuld, wenn seine Filme einzig und allein als Plädoyer für Gewalt herhalten würden.

Es war Snoop Doggy Dog, der nach seiner Freisprechung vor Gericht wegen Mordes aus Notwehr der Presse gestand, er sei sich vorher gar nicht seiner Verantwortung als Rap-Star und damit Vorbildfunktion für die Jugendlichen bewusst gewesen.

Es ist ein unter Künstlern weit verbreiteter Irrglaube, der Künstler sei nicht für sein Werk und damit seiner Aussage verantwortlich. Er ist sehr wohl dafür verantwortlich. Mag sein, dass er nicht für jede Reaktion darauf verantwortlich gemacht werden kann, aber er muss auch gewährleisten, dass seine Aussage nicht missverstanden wird. Sonst könnte jeder Künstler in Deutschland ein Hakenkreuz malen, und behaupten, das sei doch bloss Ironie gewesen.
 
PT, man reagiert auf eine Frage nicht mit einer Gegenfrage

Inwiefern ist er das nicht ?



Weil die dabei erzählte Geschichte mehr oder weniger dagegen spricht. Aber nur deshalb, und Tarantino bewegt sich da nicht selten an der Grenze.



Er hätte durchaus eine erhebliche Mitschuld, wenn seine Filme einzig und allein als Plädoyer für Gewalt herhalten würden.

Es war Snoop Doggy Dog, der nach seiner Freisprechung vor Gericht wegen Mordes aus Notwehr der Presse gestand, er sei sich vorher gar nicht seiner Verantwortung als Rap-Star und damit Vorbildfunktion für die Jugendlichen bewusst gewesen.

Es ist ein unter Künstlern weit verbreiteter Irrglaube, der Künstler sei nicht für sein Werk und damit seiner Aussage verantwortlich. Er ist sehr wohl dafür verantwortlich. Mag sein, dass er nicht für jede Reaktion darauf verantwortlich gemacht werden kann, aber er muss auch gewährleisten, dass seine Aussage nicht missverstanden wird. Sonst könnte jeder Künstler in Deutschland ein Hakenkreuz malen, und behaupten, das sei doch bloss Ironie gewesen.

Macht aber nix.

Sicher, von der Verantwortung völlig frei sprechen, kann man keinen Künstler. Man kann ihn aber auch nicht für jede Interpretation und Reaktion verantwortlich machen.
Nehmen wir einen anderen Filmemacher, den man meiner Meinung nach durchaus mit TARANTINO vergleichen kann: RUSS MEYER ("Titten-Russ"). Seine Klassiker "Die Satansweiber von Tittifield", "Supervixens" usw strotzen auch vor Gewalt und trotzdem ist jedem halbwegs intelligenten Menschen klar: MEYERS Filme sind Persiflagen. Karikaturen.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: Vor ca 2 Jahren wurde ein deutscher Rapper (wars "BUSDHIDO???") mit dem "Arschfick-Song" bekannt. Der Text ist unterste Schublade.
Ich hab Konzerte erlebt, da sangen Jungs*Mädels: "Dann reiß ihr den Arsch auf..." oder so ähnlich.
Hier wirds grenzwertig von wegen "Verantwortung." Warum? Weil dieser Song pure und dumme Provokation um ihrer selbst willen ist.
Bei diesem Song ist auch bei wohlwollendstem Hinhören keine "Metaebene" und keine Ironie mehr erkennbar.
Und genau diese Verantwortung hat ein Künstler. Aber die meisten Rapper sind ja eh bescheuert...
lg
"rosi"(Johannes)
 
Pt

Word up !

Das mit den Rappern war vielleicht etwas pauschal, aber die Frage, wie sehr ein Künstler für sein Werk verantwortlich ist, finde ich tatsächlich spannend.
Ich glaub icht, daß es darauf ne einfache Antwort gibt.
lg
"rosi"(Johannes)
 
Ein Künstler ist schon für sein Werk verantwortlich, aber nur in Punkto Qualität und Sorgfalt, nicht in Punkto Wirkung. Er muss sich keine Gedanken darüber machen, wie sein Werk möglicherweise auch aufgenommen werden könnte, sondern nur, wie er, der Autor, es möchte, dass es aufgenommen wird.

Es gibt ein prominentes Beispiel, was Literatur im realen Leben anrichten kann: Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“. Ich meine, dass dem Buch eine europaweite Selbstmordwelle folgte, war von Goethe weder beabsichtigt noch für ihn abzusehen gewesen – er hatte einfach geschrieben, was er für richtig hielt. Wir können uns heute kaum vorstellen, dass so ein Büchlein damals der Grund für ein Skandal sein konnte: Es wurde verboten (in Leipzig, Kopenhagen, Mailand) und in ganz Europa angefeindet, ja der Untergang des Abendlandes stand angeblich unmittelbar davor – jedenfalls, wenn man es den damaligen Kritikern glauben möchte.

Dabei tat Goethe mit seinem Buch nichts anderes, als mit richtigem Thema zur richtigen Zeit da zu sein . Wir habe schon davon gesprochen, dass Themen der Literatur immer wieder die gleichen sind, aber diese Themen so zu bringen, dass sie von den jeweiligen Zeitgenossen verstanden und wie neu aufgefasst werden, das gelingt nur wenigen: Am Puls der Zeit zu sein, ist eben am schwierigsten zu bewerkstelligen.
 
Ein Künstler ist schon für sein Werk verantwortlich, aber nur in Punkto Qualität und Sorgfalt, nicht in Punkto Wirkung. Er muss sich keine Gedanken darüber machen, wie sein Werk möglicherweise auch aufgenommen werden könnte, sondern nur, wie er, der Autor, es möchte, dass es aufgenommen wird.

Es gibt ein prominentes Beispiel, was Literatur im realen Leben anrichten kann: Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“. Ich meine, dass dem Buch eine europaweite Selbstmordwelle folgte, war von Goethe weder beabsichtigt noch für ihn abzusehen gewesen – er hatte einfach geschrieben, was er für richtig hielt. Wir können uns heute kaum vorstellen, dass so ein Büchlein damals der Grund für ein Skandal sein konnte: Es wurde verboten (in Leipzig, Kopenhagen, Mailand) und in ganz Europa angefeindet, ja der Untergang des Abendlandes stand angeblich unmittelbar davor – jedenfalls, wenn man es den damaligen Kritikern glauben möchte.

Dabei tat Goethe mit seinem Buch nichts anderes, als mit richtigem Thema zur richtigen Zeit da zu sein . Wir habe schon davon gesprochen, dass Themen der Literatur immer wieder die gleichen sind, aber diese Themen so zu bringen, dass sie von den jeweiligen Zeitgenossen verstanden und wie neu aufgefasst werden, das gelingt nur wenigen: Am Puls der Zeit zu sein, ist eben am schwierigsten zu bewerkstelligen.


Ich sehe das ein wenig zwiespältig.
Hätte Goethe geahnt oder aus seinem Hintergrund heraus ahnen sollen, dass sein Werk eine Selbstmordwelle auslöst, so wäre er sehr wohl mitverantwortlich.
Wobei in diesem Beispiel die Eigenverantwortung jeder Person für ihr eigenes Wohlergehen schwerer wiegt. Niemand kann die Verantwortung dafür, sich umgebracht zu haben, auf einen anderen abschieben, egal wie gut/berührend der ein Buch (oder ein Lied im Falle von Wille Wallo - Him) verfasst haben mag.

Dennoch würde ein wirklich verantwortungsbewusster Mensch ein Werk, bei dem er annehmen kann, dass es viele labile Jugendliche in den Selbstmord treiben könnte, nicht veröffentlichen.
Verantwortungsbewusstsein bedeutet nämlich, sich seiner Wirkung auf das Umfeld bewusst zu sein und die Verantwortung dafür zu übernehmen (was die Verantwortung für Selbstmorde in so einem Fall auf die Schultern des Verantwortungsbewussten legt).

Andererseits muss in meinen Augen ein Künstler nicht jede hahnebüchene oder irgendwie abwegige Reaktion auf sein Werk vorausahnen.
Es wäre ziemlich albern, wenn niemand mehr rot und grün nebeneinander auf ein Bild pinselt, weil sich mal eine Person mit einer Rot-neben-Grün-Allergie deswegen umgebracht hätte.

Ich persönlich achte auf das, was ich tue und mache mir Gedanken darüber, was ich bei jungen Menschen anrichte, denen ich irgendwelche ratschläge gebe. Ich sehe mich in der Verantwortung, weil ich mir meiner Fähigkeit bewusst bin, Menschen auch wider besseres Wissen zu etwas zu bewegen. Und verzichte darauf, davon Gebrauch zu machen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.
Aber ich verlange auch von jedem, mit dem ich mich beschäftige, dass er für sich selbst Verantwortung übernimmt.

Würden alle es so halten, wäre (so glaube ich) keine Gefahr gegeben. Gefährlich wird es erst, wenn beide Seite einfach alle Verantwortung abladen (was leider heutzutage die Regel zu sein scheint).
 
@Kojote

Ich sehe das ein wenig zwiespältig.
Hätte Goethe geahnt oder aus seinem Hintergrund heraus ahnen sollen, dass sein Werk eine Selbstmordwelle auslöst, so wäre er sehr wohl mitverantwortlich.
Wobei in diesem Beispiel die Eigenverantwortung jeder Person für ihr eigenes Wohlergehen schwerer wiegt. Niemand kann die Verantwortung dafür, sich umgebracht zu haben, auf einen anderen abschieben, egal wie gut/berührend der ein Buch (oder ein Lied im Falle von Wille Wallo - Him) verfasst haben mag.

Dennoch würde ein wirklich verantwortungsbewusster Mensch ein Werk, bei dem er annehmen kann, dass es viele labile Jugendliche in den Selbstmord treiben könnte, nicht veröffentlichen.
Verantwortungsbewusstsein bedeutet nämlich, sich seiner Wirkung auf das Umfeld bewusst zu sein und die Verantwortung dafür zu übernehmen (was die Verantwortung für Selbstmorde in so einem Fall auf die Schultern des Verantwortungsbewussten legt).

Andererseits muss in meinen Augen ein Künstler nicht jede hahnebüchene oder irgendwie abwegige Reaktion auf sein Werk vorausahnen.
Es wäre ziemlich albern, wenn niemand mehr rot und grün nebeneinander auf ein Bild pinselt, weil sich mal eine Person mit einer Rot-neben-Grün-Allergie deswegen umgebracht hätte.

Ich persönlich achte auf das, was ich tue und mache mir Gedanken darüber, was ich bei jungen Menschen anrichte, denen ich irgendwelche ratschläge gebe. Ich sehe mich in der Verantwortung, weil ich mir meiner Fähigkeit bewusst bin, Menschen auch wider besseres Wissen zu etwas zu bewegen. Und verzichte darauf, davon Gebrauch zu machen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.
Aber ich verlange auch von jedem, mit dem ich mich beschäftige, dass er für sich selbst Verantwortung übernimmt.

Würden alle es so halten, wäre (so glaube ich) keine Gefahr gegeben. Gefährlich wird es erst, wenn beide Seite einfach alle Verantwortung abladen (was leider heutzutage die Regel zu sein scheint).

Hier redest du von Verantwortung. Jemand solle ein Werk nicht veröffentlichen, wenn er annehmen kann, es würde junge Menschen in den Selbstmord treiben.
Im "Moral-thread" v PT hat sich das für mich anders angehört, bezüglich gewisser Stories ("Liebe zwischen verschiedenen Rassen")und ihrer Wirkung auf Muslime/Muslimas.
Da sagst du, man kann erwarten, jemand kann reflektieren und Fiktion + Realität unterscheiden.

Das ist kein Vorwurf. Nur ein Widerspruch, den ich zu sehen glaube.

Wenn ich die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass ein Muslim vielleicht einen Autor grün+blau schlägt, weil die Darstellung eines Türken in der "Wirklichen Entjungferung" v "Grillplatte" sein Verständnis von Sexualität und Ehre verletzt- muss ich dann von "Grillplatte" nicht erwarten, dass er "Die wirkliche Entjungferung" nicht veröffentlicht?Oder siezumindest anders schreibt?
Oder fängtdie Verantwortung des Autorserst an, wenn Selbstmorde drohen?

Wie gesagt: Keine Vorwürfe. Nur Fragen.
lg
"rosi"(Johannes)
 
Ich rede hier von Verantwortung und versuche den Unterschied zwischen dieser und dem Gegenteil heraus zu kristallisieren.
Als Verantwortungsbewusster Mensch erlege ich MIR gewisse Beschränkungen auf und bin zugleich nachsichtig mit anderen, was die Beschränkungen ihrer Kreativität angeht, weil ich an ihren Ergüssen interessiert bin. Zumindest grundsätzlich und bis sie genug Müll verzapft haben, um mich davon zu überzeugen, dass es sich nicht lohnt.

Aber trotzdem hast du Recht.
Ich sage einerseits, dass jeder seine Phantasien rauskotzen mag, egal wie 'krank' sie zu sein scheinen.
Und andererseits rufe ich zu mehr persönlichem Verantwortungsbewusstsein auf, dass theoretisch dazu führen würde, dass jeder nicht mehr jeden Erguss rauskotzt.

Wenn du diesen Widerspruch verstehst und das scheinbare Paradoxon sich vor deinen Augen auflöst, bist du der Lösung wirklich nahe ...
 
Ein toller Satz von dir, "Kojote"

Ich rede hier von Verantwortung und versuche den Unterschied zwischen dieser und dem Gegenteil heraus zu kristallisieren.
Als Verantwortungsbewusster Mensch erlege ich MIR gewisse Beschränkungen auf und bin zugleich nachsichtig mit anderen, was die Beschränkungen ihrer Kreativität angeht, weil ich an ihren Ergüssen interessiert bin. Zumindest grundsätzlich und bis sie genug Müll verzapft haben, um mich davon zu überzeugen, dass es sich nicht lohnt.

Aber trotzdem hast du Recht.
Ich sage einerseits, dass jeder seine Phantasien rauskotzen mag, egal wie 'krank' sie zu sein scheinen.
Und andererseits rufe ich zu mehr persönlichem Verantwortungsbewusstsein auf, dass theoretisch dazu führen würde, dass jeder nicht mehr jeden Erguss rauskotzt.

Wenn du diesen Widerspruch verstehst und das scheinbare Paradoxon sich vor deinen Augen auflöst, bist du der Lösung wirklich nahe ...

Du legst DIR Verantwortung auf!

Super! Und genau das meine ich: das sollte jeder Autor tun (auch und grade b LIT)

Paradoxien.
Endlich mal einer, der damit umgehen kann. Der Widersprüche stehen lassen kann, ohne immer den krampfhften (wohl typisch deutschen) Versuch, sie auflösen zu müssen.

Das geht in diesem Fall nicht.

Ich erleb diesen Widerspruch doch selbst.
Es gibt Stories (dazu zählt auch "Die Negerhure" und ähnliches) da denk ich: "Super. Hier geht richtig die Post ab."
Das spricht meine "niederen Instinkte" an (ist nicht abwertend gemeint).
Dann gibts Momente, wo ich denk:"Hey, diese Story ist zu übel."

Ich denk, mit diesem Widerspruch muss jeder leben und ihn aushalten.

Letzten Endes entscheidet jeder Autor immer selbst, was er hier einreicht, wie weit er in seinen Geschichten geht.
Ich persönlich finde, man kann auch eine harte so schreiben, dass sie nicht diskriminierend wirkt.
Ein schönes Mittel ist das Klischeee.
Bsp "Bimbos" als überpotente Dauerficker, usw...das alles kann man so schreiben, dass die Ironie hinter der Beschreibung deutlich wird.
lg
"rosi"(Johannes)
 
Alles schön und gut, Kojote und rosettenfreak, aber es gibt eben keine allgemeingültigen Grenzen, die ein Schreiber beachten müsste, weil deren überschreiten sonst Gefahr für Leser bedeutete.

Wenn man einen Krimi schreibt, dann besteht immer die Gefahr, dass jemand nach dem darin beschriebenen Muster ein Verbrechen begeht. Das gleiche gilt auch für sexuelle Praktiken, die, um es mild auszudrücken, ungesund wären, wenn man sie tatsächlich anwendete.

Soll man dann auf solche Beschreibung deswegen verzichten? Wenn ja, wäre das das Ende aller Krimis, die ja davon leben, dass sie neue Erkenntnisse der Wissenschaft nutzen: z.B. die Anwendung von an sich harmlosen, aber in Kombination gefährlichen Stoffen als Gift. Gleiches auch bei Erotik: Erfände jemand ein Mittel oder eine Technik, die dem Mann multiple Orgasmen verschafft, aber gleichzeitig auch zum Tod führen kann, dann meine ich, dass man all dies bedenkenlos schreiben kann – wenn jemand das Beschriebene tatsächlich versucht und dabei stirbt, ist er selbst schuld, denn er wusste ja, auf was er sich da einlässt.
 
Alles schön und gut, Kojote und rosettenfreak, aber es gibt eben keine allgemeingültigen Grenzen, die ein Schreiber beachten müsste, weil deren überschreiten sonst Gefahr für Leser bedeutete.

Wenn man einen Krimi schreibt, dann besteht immer die Gefahr, dass jemand nach dem darin beschriebenen Muster ein Verbrechen begeht. Das gleiche gilt auch für sexuelle Praktiken, die, um es mild auszudrücken, ungesund wären, wenn man sie tatsächlich anwendete.

Soll man dann auf solche Beschreibung deswegen verzichten? Wenn ja, wäre das das Ende aller Krimis, die ja davon leben, dass sie neue Erkenntnisse der Wissenschaft nutzen: z.B. die Anwendung von an sich harmlosen, aber in Kombination gefährlichen Stoffen als Gift. Gleiches auch bei Erotik: Erfände jemand ein Mittel oder eine Technik, die dem Mann multiple Orgasmen verschafft, aber gleichzeitig auch zum Tod führen kann, dann meine ich, dass man all dies bedenkenlos schreiben kann – wenn jemand das Beschriebene tatsächlich versucht und dabei stirbt, ist er selbst schuld, denn er wusste ja, auf was er sich da einlässt.

Frag dich selbst.
Davon rede ich.
Wenn du davon ausgehst, dass du es geschafft hast, das perfekte Verbrechen zu erdenken, dann frag dich mal, ob es gut wäre das zu veröffentlichen.
Wie könntest du damit umgehen, wenn nach deinem Muster ein Verbrechen begangen wurde? Willst du diese Schuld tragen?

Wenn du die Verantwortung dafür abschiebst, dann bist du verantwortungslos.
Fordert ein anderer von dir, du müsstest die Verantwortung dafür übernehmen, ist derjenige verantwortungslos (im Hinblick darauf, dass er dich für den Impuls verantwortlich macht, der in ihm ausgelöst wird).

Ich verlange selbst nicht, dass ein Autor sich zurücknimmt, was seine Ausarbeitungen angeht (weise aber darauf hin, wenn ich meine er sei nach allgemeinem Verständnis zu weit gegangen). Ich bin im Stande die Verantwortung für mich selbst so weit zu tragen, als dass ich selbst entscheide, ob ich einem Impuls folge, der vorschlägt, etwas aus meiner Sicht Falsches zu tun.
Ich weiß aber, dass andere bei weitem weniger reif und gefestigt sind (und ich stelle mich damit bewusst über andere, weswegen du dir den Hinweis sparen kannst. Ich stehe in vielen Bereiche über anderen.)
Angesichts dessen überlege ich mir als Autor (oder Künstler im weiteren Sinne) selbst sehr wohl, wie genau ich gewisse Dinge schildere oder ob ich bestimmte Themen aufgreife.
Ich verachte (ein etwas zu starkes Wort für den Sachverhalt, aber nicht unpassend) deswegen durchaus weiterhin diejenigen, die keine Verantwortung für sich selbst zu übernehmen bereit sind, aber ich beachte eben auch, dass sie es faktisch nicht tun und aufgrund dessen aus meinen 'Anleitungen' oder 'Inspirationen' Übel erwachsen kann.
Das versuche ich zu vermeiden. Und den Grad dieser Vermeidung (also den Umfang der Selbstbeschränkung, die ich mir auferlege) bestimme ich selbst.

Du kannst das gerne arrogant nennen. Ich werde dir deine begrenzte Fähigkeit zum Verständnis nicht übel nehmen.
 
Dumme Antwort. Macht doch was, nämlich weit weg.
Übertragen auf den Autoverkehr würde man das als Geisterfahren bezeichnen.
Außerdem ist es unfair gegenüber dem Threaderöffner PT.

Vielleicht sollte Wienerschnitzel den Fred schließen. Das wäre doch seine Aufgabe.
 
@Monty, bitte nicht so deutsch

Dumme Antwort. Macht doch was, nämlich weit weg.
Übertragen auf den Autoverkehr würde man das als Geisterfahren bezeichnen.
Außerdem ist es unfair gegenüber dem Threaderöffner PT.

Vielleicht sollte Wienerschnitzel den Fred schließen. Das wäre doch seine Aufgabe.

Wir sind ein bisserl vom Thema abgekommen. So what?
Unfair gegenüber PT (dem threadstarter)
Der diskutiert doch fleissig weiter mit.

PT, findest du unsere Diskussion hier inzw ungerecht?

Es gibt keinen Grund den thread zu schliessen.
lg
"rosi"(Johanes)
 
Dumme Antwort. Macht doch was, nämlich weit weg.
Übertragen auf den Autoverkehr würde man das als Geisterfahren bezeichnen.
Außerdem ist es unfair gegenüber dem Threaderöffner PT.

Vielleicht sollte Wienerschnitzel den Fred schließen. Das wäre doch seine Aufgabe.

Mit dem engstirnigen Bein aufgestanden?
Natürlich war es eine dumme Antwort. Nur die fallen bei mir kurz aus.

Die lange Version (damit du mir nicht an solchen Zweizeilern verblödest):
Ich betrachte eine Diskussion als eine Art Lebewesen, dass einer Evolution unterliegt.
Das Thema und die entsprechenden Inhalte unterliegen einer Veränderung, die von den Diskussionsteilnehmern nach Interesse gegebenenfalls auch wieder zum ursprünglichen Ausgangspunkt zurück gesteuert werden können.
Dem widerspricht aber nicht, dass man sich auch über Dinge austauschen kann, die sich aus Dingen ergeben, welche sich aus Dingen ergaben, die in der Diskussion aufgebracht wurden.
Solange die aktiven Teilnehmer das interessant genug finden, sich zu beteiligen, ist niemandem ein Leids getan worden.
Wird es ihnen langweilig, können sie gegensteuern, indem sie durch Aussagen das ursprüngliche Thema wieder aufgreifen.

Hinweise in deiner Art dienen allerdings lediglich als Stopper. Sie führen nur zu einem Ende der gegenwärtigen Unterhaltung (sofern sie beachtet werden) und nicht zu einer Rückkehr, sofern kein anderer thematisch (also mit Inhalt) zum Ausgangsthema zurück findet.

Engstirnig gesehen könnte man das als Torpedierung einer laufenden Unterhaltung betrachten, weil sie irgendwelchen starren Regeln widerspricht.

Was ist besser? Eine laufende, erwachsene Unterhaltung oder keine Unterhaltung?
 
Monti, du hast zwar Recht, aber tust eigentlich grad auch nichts, um uns wieder zum Thema zu lenken.

Ich glaub, die Diskussion hier ähnelt ein bisschen dem "Moralische Diskussionen"-Fred, seit past_perfect (ja, genau, du pist schult!) damit kam, dass jedes Werk auch eine Aussage ist.

Schön und gut, bliebe nur die Frage, ob und wie der Kunst-Wert eines Werkes von seiner Aussage abhängt. Ich hab da, ehrlich gesagt, noch keine eindeutige Meinung.
 
PT, ich heiße nicht Wienerschnitzel, aber trotzdem danke, dass du gewisse Erwartungen an mich hattest. Geh im Fred zurück und du wirst feststellen, dass ich es zumindest versucht habe.

Lieber Kojote, mal wieder mit einer Falschinterpretation eines Traumes aufgewacht? Und wo trägst du deine Stirn? *Grübel*

Neue Frage-/Themenstellung, neuer Fred. So kenne ich es. Aber Literotica scheint eigene Gesetze zu haben, die ich nicht verstehen muss.
Sieh es mal durch die Brille eines Außenstehenden. Der muss doch frei nach dem Asterixmotto denken: "Die spinnen, die ..."

Wirklich nette Vorstellung :D Mach(t) weiter so. Freie Bahn für Dampfplauderer.
Offtopic Ende

Wenn ich mich recht entsinne, nahm die Threaderöffnung u.a. Bezug auf Rosettenfreaks "how to - Beitrag" im Geschichtenboard. War sicher auch sinnvoll, denn Anfänger hatten nach dem Lesen des Beitrags von RF mit Sicherheit mehr Fragen, als vor dem Lesen. Ich glaube, Konfusion trifft den Umstand begrifflich genauer. Des Lesers Konfusion hat dieser Fred ausgeräumt, oder?

MonteZ...
 
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