Zur "Pornoproblematik"

@Kojote

Erstens ist das lange her, zweitens warst du bei der Navy und drittens bist du befangen.
Noch Fragen, euer Bärheit?
;)

Hi,

"Eure Bärheit"- Die Anrede hat was. Das wird "PB57" sicher gefallen (Lach)

Aber das mit der "Befangenheit" ist ein unseriöser Bauerntrick.
Nur weil jemand sich sich in einer Sache gut auskennt- unter anderem, weil er selbst dabei war- muss er nicht befangen sein.
Mit dem gleichen Argument könntest du einem Schweißer, mit dem du über Schweißtechniken diskuierst, Befangenheit vorwerfen.

lg
"rosi"(Johannes)
 
@Kojote

Ganz genau, Rosi. Da hast du es.
Und warum ist das so? Woher kommt das? Wie kommt der Werteverfall zustande, der die Gewaltschwelle immer weiter senkt?
Kann man die Medien hier von einer Mitschuld freisprechen? Oder muss man einräumen, dass sie zumindest ein Faktor sind?

Ich bin der Letzte, der sagt, wir sollten die Ursachen irgendwo suchen, als bei den Leuten selbst.
Jeder Erwachsene ist für seine Taten verantwortlich und kann entscheiden, was er tut und nicht tut. Und jeder von denen kennt die Grundlage von Richtig oder falsch. Gerade in Deutschland.
Ich sehe fucking viele Ursachen für diese Entwicklung und kann sagen: Ich habe Rambo geschaut und Killerspiele gespielt und gehe nicht los um andere zu verprügeln. Simpel ist es also nicht.
Aber mit deinem Beispiel zeigst du auf, dass es offenbar Faktoren gibt und Erpans Argument verdient eine kritische Betrachtung und keine Abkanzelung als linkes, staatsfeindliches Gesülze.

Und was deine Eingangsaussage angeht:
Die Polizei und das Militär sind durch grundlegende Regeln für die Anwendung von Gewalt getrennt. Beim Militär ist diese Anwendung Existenzzweck, auch wenn jeder - inklusive der Soldaten - hofft, dass es nicht dazu kommt. Bei der Polizei ist es letztes Mittel, wenn alle andere versagen.
Das Militär schützt nicht. Es greift an. Auch wenn wir eine Verteidigungsarmee haben, ist diese Sache eine Grundlage der Militärstrategie seit 5000 Jahren: Wenn du dich in deiner Burg verschanzt, bist du dem Feind ausgeliefert. Also greif ihn an, wenn er sich nähert. Oder besser noch bevor er deine Grenzen überschreitet.

Im Prinzip wird das gerade getan, denn man versucht, Terroristen dort zu finden, wo sie herkommen. Aber ich will gar nicht auf diese spezielle, ziemlich seltsame Situation hinaus.
Ich will darauf hinaus, dass Soldaten beim Schießtraining nicht umsonst auf Pappkameraden schießen. Auf Menschensilhouetten. Und die Truppenteile, die wirklich Feindberührung erwarten können (namentlich die KSK) trainieren noch sehr viel realistischer bei sogenannten life fire exercises und in kill houses.

Das müssen sie, denn selbst der vernünftigste Soldat muss im Falle eines Falles bereit sein, einen Menschen zu erschießen, der ihm ans Leder will. Und je geringer die Hemmschwelle ist, desto höher ist seine Überlebenschance.

Soldaten sind in meinen Augen keine schlechten Menschen. Aber sie werden zum töten ausgebildet und nicht für den Bau von Schulen. Darauf wollte ich hinaus.

Ich hab nicht bestritten, dass "Erpans" Aspekt nen seriösen Kern hat.
Was ich bestreite, ist die Einseitigkeit des Gesichtspunktes: Soldaten als Tötungsmaschinen.
Oder: Senkung der Hemmschwelle.

Dass die Medien nen gehörigen Anteil am Werteverfall haben ist wohl nicht zu leugnen.
Nicht umsonst gibt es inzw. an vielen Schulen das Fach "Medienerziehung."
Aber man muss sich vor monokausalen Schlußfolgerungen hüten.
Egal, ob "Killerspiele" oder "Gewaltvideos"- Wenn einer ausrastet, gibts nie die einzige Ursache.
Die Politik reagiert aber leider oft so.
Erinnerst du dich noch an Robert Steinhöfel? Den Amokläufer von Erfurt?
Das war ein Videofreak, und schon schrien die Verantwortlichen im Chor: "Verbietet Killerspiele.
Verbietet Gewaltvideos."
Absloluter Blödsinn.

Ob der Unterschied zwischen Soldaten und Polizisten so groß ist, wie du ihn siehst?
Auch Polizisten werden auf die Anwendung von Gewalt in gewissen Situationen trainiert.
Nicht umsonst verkörpert die Polizei im Wortsinne auch die"Staatsgewalt."
Entscheidend ist, wie sie diese anwendet.

Und ich denk schon, dass nen Unterschied macht, ob es sich um eine Armee im demokratischen Rechtsstaat handelt, die der Landesverteidigung dient, oder der Armee in einer Diktatur, die auf Eroberung trainiert wird.
Das würde sich leicht zeigen lassen, vergleicht man die Ausbildungspläne der Wehrmacht
im "3.Reich" mit denen der Bundeswehr.
Aber natürlich muss auch ne Verteidigungsarmee den Angriff beherrschen.
Da hast du völlig Recht.

Ob das Schießen auf Pappkameraden die Hemmschwelle automatisch senkt?
Da hab ich Zweifel.
Es kommt darauf an, wie man denen das Schießen beibringt.
Was für ne Ideologie man dabei vermittelt.
Das ist nämlich entscheidend.
Wichtig ist für nen Soldaten nicht nur die technische Beherrschung seines Handwerks, sondern auch und vor allem Disziplin.
Wie sagt "PB57" immer? "Es ist nicht die Waffe, die tötet, sondern der Mensch, der sie benutzt."
Genau.

Terroristen auszubilden an Waffen ist das kleinere Kunststück.
Entscheidend ist die Ideologie. Die Propaganda, sodass sie bereit sind, den "Feind" (oder den "Ungläubigen") umzubringen, koste es, was wolle.

Was die Hemmschwelle betrifft, hab ich ne vielleicht passende Analogie.
Nimm asiatischen Kampfsport.
Da kenn ich mich aus, da ich das schon ne Weile mache.
Auch da bekommst du beides beigebracht: Verteidigungs- und Angriffstechniken.
Ne Menge davon sind absolut tödlich, und das geht Rucki-Zucki.
Die anzuwenden ist gesetzlich verboten.
Beim Kampfsport entwickelst du mit der Zeit ebenso Automatismen wie bei jedem anderen Sport und wie beim schießen.
Geh ich, nur weil ich Kampfsport betreibe, jetzt auf jeden los, der mir in der Kneipe blöd kommt?
Nein.
Hat das jahrelange Training meine Hemmschwelle gesenkt, zuzuschlagen?
Nein.
Im Gegenteil.
Warum?
Ganz einfach. Weil hinter diesem Sport eine ganz bestimmte Philosophie steckt.
Ne geistige Haltung. Ne innere Einstellung, und diese ist nicht aggressiv.
Im Gegenteil.
Ebenso wichtig, wie die Kampftechniken-fast noch wichtiger- ist die Disziplin, die man dabei lernt.

Kampsport (und die dazugehörige Philosphie und Disziplin) war bei mir auch nötig und wirkungsvoll, da ich in jungen Jahren oft ein wenig...??? na, sagen wir:impulsiv war (Lach)
Heute platzt mir nur noch gelegentlich bei LIT der Kragen (Lach)
Das ist wesentlich ungefährlicher.

Bei Kampfsport hab ich dasselbe Problem, mit Typen, die so einen Sport machen, nur um anderen prima auf die Schnauze hauen zu können.
Die werden von einem guten Trainer aber ziemlich schnell erkannt und aussortiert- ähnlich den Schießwütigen, die sich beim Bund bewerben.

Also, ich find, es kommt immer auf die Einstellung und die Werte an, die man jemandem vermittelt, wenn man ihm bestimmte Sachen beibringt.
Sei es ein asiatischer Kampfsport, sei es das Schießen, sei es das Boxen, sei es das Gefecht, etc...

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Aber das mit der "Befangenheit" ist ein unseriöser Bauerntrick.
Nur weil jemand sich sich in einer Sache gut auskennt- unter anderem, weil er selbst dabei war- muss er nicht befangen sein.
Mit dem gleichen Argument könntest du einem Schweißer, mit dem du über Schweißtechniken diskuierst, Befangenheit vorwerfen.
Kann ich.
Wenn jemand meine Marine kritisiert, ist er ein Arsch. Egal, wie Recht er haben mag. Und wenn er dann noch von den Stinkern oder den Schlammschlurfern kommt, ist er ein neidischer Vollarsch.
Und amerikanische Soldaten neigen zudem - im klaren Gegensatz zu Deutschen - zu einem gewissen - verständlichen aber eben auch leicht verklärenden - Patriotismus.

Und in Kombi mit den anderen Aussagen färbt das des Bären Sichtweise schon ein wenig ein, würde ich sagen.

Ich hab nicht bestritten, dass "Erpans" Aspekt nen seriösen Kern hat.
Was ich bestreite, ist die Einseitigkeit des Gesichtspunktes: Soldaten als Tötungsmaschinen.
Oder: Senkung der Hemmschwelle.
In meinen Augen ist es schon so gewesen, dass du und PB ziemlich schnell und klar gegen Erpans Aussage gesteuert haben. Ihr habt nicht hinterfragt, sondern gleich versucht, ad absurdum zu führen.

Sicherlich hat Erpan ein Schlagwort in den Raum geworfen. Aber durch eure Herangehensweise habt ihr sozusagen versucht, der Aussage jegliche Legitimation zu entziehen. Und nicht nur, sie zu relativieren.
Aber ich finde eben, dass da auch ein wenig wahrer Kern drin stecken mag und es nicht korrekt ist, Erpan und die Aussage gleich in eine bestimmte Ecke zu stellen. Mal abgesehen davon, dass damit auch die Diskussion hinfällig wäre...

Na...? Geht dir ein Licht auf? ;)
 
@Kojote: Es werde Licht

Kann ich.
Wenn jemand meine Marine kritisiert, ist er ein Arsch. Egal, wie Recht er haben mag. Und wenn er dann noch von den Stinkern oder den Schlammschlurfern kommt, ist er ein neidischer Vollarsch.
Und amerikanische Soldaten neigen zudem - im klaren Gegensatz zu Deutschen - zu einem gewissen - verständlichen aber eben auch leicht verklärenden - Patriotismus.

Und in Kombi mit den anderen Aussagen färbt das des Bären Sichtweise schon ein wenig ein, würde ich sagen.


In meinen Augen ist es schon so gewesen, dass du und PB ziemlich schnell und klar gegen Erpans Aussage gesteuert haben. Ihr habt nicht hinterfragt, sondern gleich versucht, ad absurdum zu führen.

Sicherlich hat Erpan ein Schlagwort in den Raum geworfen. Aber durch eure Herangehensweise habt ihr sozusagen versucht, der Aussage jegliche Legitimation zu entziehen. Und nicht nur, sie zu relativieren.
Aber ich finde eben, dass da auch ein wenig wahrer Kern drin stecken mag und es nicht korrekt ist, Erpan und die Aussage gleich in eine bestimmte Ecke zu stellen. Mal abgesehen davon, dass damit auch die Diskussion hinfällig wäre...

Na...? Geht dir ein Licht auf? ;)

Ob mir ein Licht aufgeht???
Yepp - aber bisher ist es noch gaaanz klein. (Lach)

lg
"rosi"(Johannes)
 
Ein Netzfundstück vom Feinsten

Unzählige Copyright-Verstöße haben im Internet in der letzten Zeit eine Abmahnwelle ausgelöst, die manchmal seltsame Blüten treibt. Ein aktueller Fall in den USA sticht ganz besonders aus der Menge heraus und könnte für eine rechtliche Sensation sorgen. Eine Kalifornierin setzt sich gegen eine Anzeige einer Produktionsfirma von Erotikfilmen zur Wehr, indem sie der gesamten Pornoindustrie das Recht auf Urheberschutz absprechen will.

Der außergewöhnliche Rechtsstreit zwischen Liuxia Wong und der Firma Hard Drive Productions fing damit an, dass der US-Bürgerin vorgeworfen wurde, ein schlüpfriges Filmchen der Produktionsfirma über das BitTorrent-Netzwerk heruntergeladen und damit auch mit anderen Usern geshared zu haben. Gegen eine Zahlung von “nur” 3.400 US-Dollar (umgerechnet ca. 2.588 Euro) hätte die Erotikfirma dann auf eine weitere juristische Verfolgung der Frau verzichtet. Sollte Wong dieses Angebot allerdings ablehnen, kämen Forderungen von bis zu 150.000 US-Dollar (umgerechnet ca. 114.177 Euro) auf sie zu.

Viele andere hätten angesichts dieser Summe wohl klein beigegeben, nicht aber die kämpferische Beschuldigte. Sie behauptet, das fragliche Video gar nicht heruntergeladen zu haben. Interessant ist allerdings ihre zweite Begründung, warum die Abmahnung gegen sie illegal sein müsse: Da Pornographie nicht zu nützlichen Künsten zähle und die Wissenschaft voranbringe, könne ein Erotikfilm urheberrechtlich nicht geschützt werden. Zur Untermauerung ihrer Ansicht zitiert Wong aus der US-Verfassung, die diese Kriterien ansetzt, um Material unter Copyright-Schutz zu stellen.

Sollte Liuxia Wong vor Gericht Recht bekommen, wäre dies ein Knall, der die Pornoindustrie in ihren Grundfesten erschüttern würde. Mit einem Schlag wäre jeglicher Schutz für die Branche dahin. Ob das zuständige Gericht den Mut besitzt, eine solch folgenschwere Entscheidung zu fällen?

Quelle: Web.de
 
@PB57 (P 183)

Na, das ist ein Hammer:
Da sagt Eine, dass Pornografie KEINE Kunst ist- genauer:Keine nützliche Kunst-, und beruft sich dabei auf die US-Verfassung.

Kunst muss also laut US-Verfassung nützlich sein und die Wissenschaft voranbringen, um unter "Copyright" zu fallen.


Ein Lob auf die US-Verfassung!!!

Mal sehen, was unsere "LIT-Pornografie-ist-Kunst-Vertreter" dazu sagen?

Liuxia Wong- die ROSA PARKS der "Porno-ist-keine-Kunst-Bewegung?" (Eine Bewegung, der ich natürlich sofort beitreten würde!)

- Der Pornoindustrie droht schon der nächste Nackenschlag: L.A. - wo sich das San Fernando Valley befindet, die Hochburg der US-Porno-Industie- hat ein Gesetz erlassen, dass die Darsteller künftig Kondome tragen müssen.
Solche Streifen will aber kaum einer sehen.
Steven Hirsch- Gründer und Eigentümer des weltweit erfolgreichsten Pornolabels "Vivid"- hat bereits seinen Abgang aus L.A. angekündigt.

Schwere Zeiten für die Schmuddelindustrie.


lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
@Liuxia Wong: Pornografie, Kunst und Copyright

Der Anwalt von Miss Wong beruft sich auf Art.1, Abs.: 8 der US-Verfassung.

Darin heisst es: "Der Kongreß hat das Recht, den Fortschritt von KUNST und Wissenschaft dadurch zu fördern, dass Autoren und Erfindern für beschränkte Zeit das ausschliessliche Recht an ihren Publikationen und Entdeckungen gesichert wird."

Miss Wong-bzw ihr Anwalt- argumentiert nun, da Pornografie weder die Kunst und schon gar nicht die Wissenschaft voranbringe, habe sie keinen Anspruch auf Urheberrechtsschutz.

Wenn er Recht bekommt, habens wirs vom Supreme-Court amtlich und offiziell, dass Pornografie keine Kunst ist.
Die Vertreter der "Porno-ist-Kunst"-Fraktion könnten dann noch argumentieren: "Doch. Immer noch Kunst. Nur halt eine ohne Copyright-Schutz."

Wunderbar.
Ne Kunst 2.klasse, sozusagen.
Das haben vernünftige Menschen schon immer gewusst.

Nun, eigentlich hat man es jetzt schon amtlich durch die US-Verfassung.

Nochmals: Ein Lob auf die US-Verfassung.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
@PB57 (P 183)

Na, das ist ein Hammer:
Da sagt Eine, dass Pornografie KEINE Kunst ist- genauer:Keine nützliche Kunst-, und beruft sich dabei auf die US-Verfassung.

Kunst muss also laut US-Verfassung nützlich sein und die Wissenschaft voranbringen, um unter "Copyright" zu fallen.


Ein Lob auf die US-Verfassung!!!

Mal sehen, was unsere "LIT-Pornografie-ist-Kunst-Vertreter" dazu sagen?

Liuxia Wong- die ROSA PARKS der "Porno-ist-keine-Kunst-Bewegung?" (Eine Bewegung, der ich natürlich sofort beitreten würde!)

- Der Pornoindustrie droht schon der nächste Nackenschlag: L.A. - wo sich das San Fernando Valley befindet, die Hochburg der US-Porno-Industie- hat ein Gesetz erlassen, dass die Darsteller künftig Kondome tragen müssen.
Solche Streifen will aber kaum einer sehen.
Steven Hirsch- Gründer und Eigentümer des weltweit erfolgreichsten Pornolabels "Vivid"- hat bereits seinen Abgang aus L.A. angekündigt.

Schwere Zeiten für die Schmuddelindustrie.


lg
"rosi" (Johannes)

Freu dich nicht zu früh, Rosi. Es sieht eher so aus, dass das Ding nach hinten losgeht.

Wenn sie damit durchkommen sollte, ist das eine Steilvorlage für ALLE Kunstwerke. Das heisst, JEDER kann wie sie anzweifeln, dass ein ganz normaler Spielfilm z.B keine "nützliche Kunst" ist und auch nicht die Wissenschaft voranbrächte. Die Anwälte in Amerika werden das Urteil genau studieren, das Urheberrecht in der Kunst-Industrie kann dann einpacken, denn Kunst ist per se absolut unnütz, deswegen ist sie ja Kunst.

Wahrscheinlicher ist aber, dass sie damit nicht durchkommt. Alles wird sich an dem Wort "nützlich" entscheiden, und die Pornofilmer werden behaupten, dass gerade ihre Kunst nützlich ist. Selbst wenn der für mich ja so unglaublich schlimmste Fall eintreten sollte, und die Richter Pornographie nicht zur Kunst zählen sollten, reicht es, wenn die Vertreter der Pornoindustrie einen Wissenschaftler finden, der mit Hilfe von Pornofilmen irgendwelche Experimente mit Versuchspersonen macht. Dann kann Pornographie sogar behaupten, die Wissenschaft voranzubringen.

Und die Pornoindustrie als solche wirds überleben, dass das San Fernando Valley nur noch mit Kondomen dreht. Es gibt noch andere schöne Orte in Amerika, wo man Pornos drehen kann.
 
@pt

Freu dich nicht zu früh, Rosi. Es sieht eher so aus, dass das Ding nach hinten losgeht.

Wenn sie damit durchkommen sollte, ist das eine Steilvorlage für ALLE Kunstwerke. Das heisst, JEDER kann wie sie anzweifeln, dass ein ganz normaler Spielfilm z.B keine "nützliche Kunst" ist und auch nicht die Wissenschaft voranbrächte. Die Anwälte in Amerika werden das Urteil genau studieren, das Urheberrecht in der Kunst-Industrie kann dann einpacken, denn Kunst ist per se absolut unnütz, deswegen ist sie ja Kunst.

Wahrscheinlicher ist aber, dass sie damit nicht durchkommt. Alles wird sich an dem Wort "nützlich" entscheiden, und die Pornofilmer werden behaupten, dass gerade ihre Kunst nützlich ist. Selbst wenn der für mich ja so unglaublich schlimmste Fall eintreten sollte, und die Richter Pornographie nicht zur Kunst zählen sollten, reicht es, wenn die Vertreter der Pornoindustrie einen Wissenschaftler finden, der mit Hilfe von Pornofilmen irgendwelche Experimente mit Versuchspersonen macht. Dann kann Pornographie sogar behaupten, die Wissenschaft voranzubringen.

Und die Pornoindustrie als solche wirds überleben, dass das San Fernando Valley nur noch mit Kondomen dreht. Es gibt noch andere schöne Orte in Amerika, wo man Pornos drehen kann.

In welche Richtung das Ding losgeht können wir von hier schwer beurteilen.
Bekanntlich ist man vor Gericht und auf hoher See in Gottes Hand.

Und Studien, die die Pornoindustrie vorlegen will???
Da kontert Miss Wongs Anwalt mit Gegenstudien.
Er hat schon angekündigt, dass er die ganz lange Strecke gehen wird, wenns denn sein muss.

Ein positives Urteil für Miss Wong wäre keineswegs eine Steilvorlage für alle Kunstwerke.
Nur für obszöne.

Miss Wongs Anwalt will Pornos ja nicht verbieten lassen.
Darum geht es ihm nicht.
Er will nur feststellen lassen, dass sie keinen Anspruch auf Urheberrecht haben.

Es gab nämlich schon Urteile des Supreme Courts in der Richtung von Frau Wong.
Der entscheidende Maßstab ist für das Gericht dabei die OBSZÖNITÄT.
Ist es nach Meinung des Gerichts obszön, hat das "Kunstwerk" gaaanz schlechte Karten.

Der bekannteste Fall ist wohl "Miller versus California."

Für die Beurteilung der Obszönität wird der sogen. "Miller-Test" herangezogen, auch
"(S)LAPS-Test" genannt.
Da werden verschiedene Kriterien geprüft.
Unter anderm wird folgende Frage gestellt: "Fehlt dem Gesamtwerk jeder ernsthafte, literarische, politische und wissenschaftliche Wert?"

Wird die Frage mit JA beantwortet, sieht es für das "Kunstwerk" fürchterlich dunkel aus.

Und für die meisten Pornos- wenn nicht gar für jeden- dürften die "Miller-Test-Kriterien" wohl kaum ein "Nein" rechtfertigen.

Feministische Verbände in den USA haben schon angekündigt, den Fall "Liuxia Wong" zu einem Präzedenzfall machen zu wollen.

Auch wenn das Urteil für Miss Wong positiv ausfallen sollte, wird es natürlich weiterhin Pornos geben, und das ist auch gut und richtig so.
Es wird einfach nur festgestellt, dass sie keinen Copyright-Schutz verdienen, weil sie das einfach nicht wert sind.


Interessant find ich an dem Fall die US-Verfassung.
Die gibt offensichtlich Raum auf Erfolg so einer Klage.

Also, ich wär an deiner Stelle nicht so sicher, wie es ausgeht.
Ne Klage, die glaubt, sich berechtigt auf die US-Verfassung berufen zu können, kann man bestimmt nicht leichtfertig abtun.

Na, warten wir mal ab.

lg
"rosi" (Johannes)

Ps: Klar ist jetzt schon, dass sich die Porno-Firma ungeschickt verhalten hat, als sie Miss Wong abkochen wollte.
Mit Miss Wong ist die Schmuddelbranche wohl an die Falsche geraten.
Miss Wong will nicht zahlen, und da hat sie auch völlig Recht.
Die einfachste Lösung wird wohl sein: Die Schmuddel-Firma verzichtet auf ihre Forderungen gegen Miss Wong.
 
Last edited:
Selbst wenn die Produktionsfirme zurück rudern sollte
ist es dmit nicht getan, das öffentliche Interesse an
diesem Fall ist viel zu groß um es unauffällig einschlafen
zu lassen.
 
Das war wieder ein Eigentor, meine lieben selbsternannten Wahrhaftigen: Der Beweis, dass Pornofilme der Wissenschaft dienen und sie voranbringen können, wurde schon längst erbracht. Und zwar mindestens seit den 50er Jahren durch Masters & Johnson. Seitdem sind die Pornos Standard in der Sexualforschung.

PS: Falls euch der Artikel bekannt vorkommt – ihr habt Recht: Der wurde bereits in diesem Thread behandelt. :D
 
Das war wieder ein Eigentor, meine lieben selbsternannten Wahrhaftigen: Der Beweis, dass Pornofilme der Wissenschaft dienen und sie voranbringen können, wurde schon längst erbracht. Und zwar mindestens seit den 50er Jahren durch Masters & Johnson. Seitdem sind die Pornos Standard in der Sexualforschung.

PS: Falls euch der Artikel bekannt vorkommt – ihr habt Recht: Der wurde bereits in diesem Thread behandelt. :D

Ich wage zu bezweifeln das der Supreme Court
dieser Argumentation folgen wird.
 
@Erpan

Das war wieder ein Eigentor, meine lieben selbsternannten Wahrhaftigen: Der Beweis, dass Pornofilme der Wissenschaft dienen und sie voranbringen können, wurde schon längst erbracht. Und zwar mindestens seit den 50er Jahren durch Masters & Johnson. Seitdem sind die Pornos Standard in der Sexualforschung.

PS: Falls euch der Artikel bekannt vorkommt – ihr habt Recht: Der wurde bereits in diesem Thread behandelt. :D

MEREDITH CHIVERS wurde inzwischen auch schon in alle Einzelteile zerlegt.
Jedenfalls hat man ihrer Studie viele schwere methodische Fehler nachgewiesen.

Aber richtig: Dass Pornos in der Sexualforschung schon lange verwendet werden, ist ein starkes Argument zugunsten der Firma "Hard Drive."

lg
"rosi" (Johannes)
 
@pb57

Ich wage zu bezweifeln das der Supreme Court
dieser Argumentation folgen wird.

Ich hab aber auch starke Zweifel, dass der Supreme Court Miss Wong so ohne weiteres folgen wird.

Warum?
Nun, geben sie Miss Wong Recht, dann stellen sie eine ganze Branche langfristig vor erhebliche existentielle Probleme.

Mir gehts da gar nicht um den eigentlich überflüssigen Streit: "Porno-Kunst oder nicht?"
Das ist hier nicht die entscheidende Frage.

Wichtig ist etwas ganz Anderes:

Bei dem puritanischen Klima, das in den USA schon länger Mainstream ist, würde die Anti-Porno-Bewegung im Falle eines positiven Urteils für Miss Wong im Schulterschluß mit allen anderen Moralaposteln wohl zum erneuten Generalangriff auf die Pornografie blasen und versuchen, das Rad der Zeit zurückzudrehen.
Und das knapp 3 Jahrzehnte nach den wegweisenden Urteilen im Fall LARRY FLYNT.
Und das kann nicht im Interesse einer liberalen Gesellschaft sein.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Warum der Supreme Court Mrs. Wong folgen wird !!!

Very simple: Die Mehrheit der obersten Richter
wurde noch von dem Gotteskrieger G.W. Bush
berufen, dass sind absolute ULTRAS.

BTW: Santorum hat die letzten drei Vorwahlen gewonnen,
der ist sowas von ULTRA, dass einem dagegen Fidel Castro
wie ein Friedensnobelpreisträger vorkommt.
 
Last edited:
@RICK SANTORUM/@SUPREME COURT

Meine Güte, gegen SANTORUM ist NEWT GINGRICH politisch ein Sozialist und moralisch gradezu ein Freigeist.

Wo graben die Amis bloß immer nur so reaktionäre Knochen aus wie SANTORUM?
Haben die ein Labor für solche Exemplare?

Und die Zusammensetzung des aktuellen "Supreme Court:" 2 davon sind evangelikale Hardliner, die glauben, seit OBAMA Präsident ist, nähern sich die USA moralisch einem neuen Sündenbabel.
Und der Rest der Mannschaft ist auch sehr religiös angehaucht.

Wenn die über Mrs. WONGs Begründung entscheiden...- Good Night, "San Fernando Valley."

Und ich persönlich würde so eine Entscheidung NICHT begrüssen, wie ich in P 193 deutlich gemacht habe.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Ich auch nicht, aber als Kenner Amerikanischer
Innenpolitik sage ich, genauso wird es kommen.
 
Warum der Supreme Court Mrs. Wong folgen wird !!!

Very simple: Die Mehrheit der obersten Richter
wurde noch von dem Gotteskrieger G.W. Bush
berufen, dass sind absolute ULTRAS.
Ultras hin oder her, auch sie können den ersten Zusatzartikel zur Verfassung (Meinungsfreiheit!) nicht ignorieren.

Und seit dem Flint-Urteil stehen auch Pornos unter dem Schutz der Meinungsfreiheit. Und Meinungen sind – unabhängig vom Inhalt – immer auch Copyrightgeschützt, egal ob sie von New York Times oder von einem Buch/Film/Video verbreitet werden.

Es stehen also mindestens zwei wichtige Argumente dagegen:

1. Pornos dienen der Wissenschaft
2. In Pornos werden Meinungen verbreitet

Diese 2 Punkte zu überwinden, würde nicht einmal ganz aus Ultras bestehendem Gericht gelingen, andernfalls müsste es das Flint-Urteil revidieren, sich also selbst widersprechen. Und in der Tat sind solche Vorstöße in Vergangenheit allesamt an erstem Zusatzartikel zur Verfassung gescheitert - auch in dem noch wesentlich prüderen 19ten Jahrhundert.
 
Ultras hin oder her, auch sie können den ersten Zusatzartikel zur Verfassung (Meinungsfreiheit!) nicht ignorieren.

Und seit dem Flint-Urteil stehen auch Pornos unter dem Schutz der Meinungsfreiheit. Und Meinungen sind – unabhängig vom Inhalt – immer auch Copyrightgeschützt, egal ob sie von New York Times oder von einem Buch/Film/Video verbreitet werden.

Es stehen also mindestens zwei wichtige Argumente dagegen:

1. Pornos dienen der Wissenschaft
2. In Pornos werden Meinungen verbreitet

Diese 2 Punkte zu überwinden, würde nicht einmal ganz aus Ultras bestehendem Gericht gelingen, andernfalls müsste es das Flint-Urteil revidieren, sich also selbst widersprechen. Und in der Tat sind solche Vorstöße in Vergangenheit allesamt an erstem Zusatzartikel zur Verfassung gescheitert - auch in dem noch wesentlich prüderen 19ten Jahrhundert.
Leider droht der von dir zitierte Erste Verfassungszusatz
zum juristischen Stolperstein zu werden, also wenn hier
noch Wetten angenommen werden, dann setze ich mal
einen einen Ein-Pfundsack Marzipankartoffeln auf Mrs.Wong.
 
Last edited:
@Liuxia Wong / @Porno, Kunst und Meinungsfreiheit.

Die Meinungsfreiheit ist in den USA ein hohes Gut, und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Supreme Court im Jahre 2012 hinter das Flynt-Urteil von 1984, das "Erpan" in P 197 prima auf den Punkt gebracht hat, zurückgeht.

Und wenn alle Meinungen unabhängig vom Inhalt Copyright-Schutz genießen, dann ist die Argumentation von Mrs. Wong nicht stichhaltig.

Nebenbei: Dem Flynt-Urteil hat LIT auch die Rubrik "Berühmtheiten/Promis" zu verdanken, die ohne dieses Urteil nicht möglich wäre.

Ein Urteil "Pro Mrs. Wong" würde wohl den Anti-Pornografie- Enthusiasten und sonstigen puritanischen Moralaposteln in den USA wieder Rückenwind verleihen.

Das kann man sich nicht ernsthaft wünschen.

lg
"rosi" (Johannes)
 
Last edited:
Auf hoher See und vor Gericht
sind wir alle in Gottes Hand.

Der Supreme Court macht da keinen Unterschied.
 
@pb57

Auf hoher See und vor Gericht
sind wir alle in Gottes Hand.

Der Supreme Court macht da keinen Unterschied.

Das glaub ich dir.

Da hilft wohl nur der legendäre Spruch eines der grössten Philosophen des 20.Jhd.:
"Schau mer mal" (FRANZ BECKENBAUER)
 
Back
Top